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Kultur ist der Kitt der Gesellschaft

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Über Auszeichnungen von Bürgermeisterin Dr. Brigitte Kössinger (2.v.r.) freuten sich (v.l.) Birgit Luft, Sebastian Bürck, Ludwig Groß und Bettina Fritsche.
Über Auszeichnungen von Bürgermeisterin Dr. Brigitte Kössinger (2.v.r.) freuten sich (v.l.) Birgit Luft, Sebastian Bürck, Ludwig Groß und Bettina Fritsche. © Dagmar Rutt

Klinge-Preis und Bürgermedaille: Für ihre Verdienste ums Gautinger Gemeinwohl geehrt wurden nun eine Choreografin, ein Fotokünstler, ein Musik-Café und ein ehemaliger Vizebürgermeister.

Gauting – Erstmals ging die Günther-Klinge-Preis-Verleihung im Gautinger Bosco über die Bühne. Beim musikalisch von Gitarrist Erik Berthold und Saxofonistin Michaela Morschewsky umrahmten Festakt ehrte Bürgermeisterin Dr. Brigitte Kössinger die Choreografin Bettina Fritsche mit ihrer Compagnie „Immertanz“, den Fotokünstler Sebastian Nguyen und das Generationen verbindende Stockdorfer Musik-Cafè Paletti. Der langjährige CSU-Gemeinderat und Vizebürgermeister Ludwig Groß aus Buchendorf freute sich über die Bürgermedaille.

„Außergewöhnliche Zeiten erfordern außergewöhnliche Maßnahmen“, sagte Kössinger bei der Begrüßung. Wegen des Infektionsrisikos fand die Kulturpreis-Verleihung nicht im Rathaus statt. Unter den geladenen Gästen im Bosco waren die Altbürgermeister Dr. Ekkehard Knobloch und Brigitte Servatius. Zum Auftakt des Festakts ehrte Brigitte Kössinger Groß. Mit dem Motto „Leben und leben lassen“ war der Buchendorfer gut drei Jahrzehnte im Gemeinderat aktiv, davon neun Jahre als zweiter Bürgermeister. Daran erinnerte CSU-Gemeinderätin und Laudatorin Eva-Maria Klinger. Als aktives Mitglied in Buchendorfer Vereinen wie der Feuerwehr, den Raubwildschützen, der Jagdgenossenschaft oder dem Waldbesitzerverein habe sich Groß auch ums Gemeinwohl verdient gemacht.

Im Anschluss würdigte die Bürgermeisterin „Fotopoet“ Michael Nguyen, dessen gelungene Momentaufnahmen vom geschlossenen Sommerbad im Herbst und die Gautinger Fotoserie, die als Dauerleihgabe im Rathausflur hängt. Dass der öffentlichkeitsscheue Macher des Magazins „Foto Art“ und Ex-Vize des Kunstvereins Gauting mit dem Klinge-Preis geehrt werde, freue ihn besonders, sagte sein Künstlerkollege Bernd Wiedemann in der Laudatio. Denn gemeinsam mit dem örtlichen Einzelhandel und Sponsoren habe Nguyen alle Hebel in Bewegung gesetzt – und Künstler aus der ganzen Welt zur „Internationalen Fotoweek“ 2020 nach Gauting eingeladen. Doch dann kam Corona, bedauerte Wiedemann.

„Ich lobe den Tanz, denn er befreit den Menschen von der Schwere der Ding.“ Mit einem Zitat von Augustinus Aurelius würdigte Laudator Hans-Georg Krause die kreative Leistung von Bettina Fritsche, die an der John-Cranko-Schule in Stuttgart ausgebildete Profi-Balletttänzerin, Choreografin und nun Klinge-Preisträgerin. Mit den Produktionen für „Damen und Herren ab 65“ im Bosco sei „Immertanz“ zum Statement geworden, sagte Krause, der das Tanzprojekt 2012 angestoßen hatte. Mit einer getanzten Szene zum fünften Tag der biblischen Genesis, als Gott die Geschöpfe des Wassers und der Lüfte schuf, gaben die Tänzer einen packenden Einblick in Fritsches jüngste Produktion.

Corona war der Auslöser für das mit dem Förderpreis ausgezeichnete Café Paletti von Kameramann Sebastian Bürck und Birgit „Hexe“ Luft in Stockdorf. Im Lockdown boten sie Künstlern mit Open-Air-Auftrittsmöglichkeiten eine Perspektive. Und sie „beflügelten den Austausch zwischen den Generationen“, lobte Kössinger.

„Kunst ist systemrelevant“, erklärte Kulturreferent Stefan Berchtold nach dem John-Lennon-Song „Imagine“, den Erik Berthold bereits beim Ukraine-Benefiz vor dem Rathaus gespielt hatte. Kultur sei „keine Nebensache“, sondern „der Kitt, der die Gesellschaft zusammenhält“. cc

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