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Acht Wochen war der Lidl-Markt in Gauting eine Baustelle, bis er Ende Oktober nach Erweiterung und Sanierung wieder geöffnet wurde.

Supermarkt

Wohnen über Diskounter kein Thema

Der Umbau des Gautinger Lidl-Markts war für Hannelore Krumbholz der Auslöser. Nach der Wiederöffnung der modernisierten Filiale stellte die frühere SPD-Gemeinderätin in den sozialen Medien die Frage: Warum wird der ebenerdige Markt nicht gleich mit Wohnungen aufgestockt?

Gauting – In Gauting mit seinen teuren Grundstückspreisen ist bezahlbarer Wohnraum knapp. Warum nicht den Lidl-Markt mit Wohnungen aufstocken? Denn neben dem Diskounter an der Starnberger Straße entsteht der den Mehr-Generationen-Campus des BRK. Und ein paar hundert Meter weiter, an der Schulstraße, wird zu Jahresbeginn das neue Caritas-Pflegeheim eröffnen. Beide Einrichtungen suchen schon jetzt dringend nach Personal. Mangels zahlbarer Mietwohnungen sind Pflegekräfte und Erzieherinnen rar im Münchener Speckgürtel.

Beispiele für überbaute Lidl-Märkte gibt es bereits: In Berlin-Prenzlauer Berg, dem bei jungen Familien angesagten Wohnquartier, wurde eine großzügig modernisierte Lidl-Filiale mit attraktiven Wohnungen aufgestockt. Soweit ist man noch nicht in Gauting. „Der Bau von gemischt genutzten Gebäuden aus Filiale und Wohnen ist eine mögliche Lösung für ausgewählte Standorte in sehr dicht besiedelten Metropolen“, räumt Jennifer Gösling auf Anfrage ein. Doch solche Projekte setzten voraus, „dass die Gesamtstruktur des Standortes eine kombinierte Immobilie erfordert“, sagt die Immobilienleiterin der Lidl-Regionalgesellschaft Augsburg. Außerdem müsse auch die Wirtschaftlichkeit eines solchen Gesamtkonzeptes gegeben sein. Damit der Wohnbereich über dem Ladenlokal vor Immissionen geschützt sei, gebe es bei den Anlieferzonen für den Markt besonders hohe Anforderungen an den Lärmschutz. Nur in kostenaufwendigen „individuellen Projektentwicklungen“ ließen sich solche Bauvorhaben realisieren. „In Gauting sehen wir aktuell keinen Bedarf und kein Potenzial, unsere bestehende Filiale für die kombinierte Nutzung aus Wohnen und Filiale zu ersetzen“, resümiert Gösling.

Laut Rathaussprecherin Charlotte Rieboldt ist das gemeindliche Grundstück, auf dem der Lidl-Markt steht, derzeit Sondergebiet für Lebensmittel-Einzelhandel mit Getränkemarkt. Sollten dort irgendwann Wohnungen in die Höhe gebaut werden, müsste die Gemeinde den gesamten Flächennutzungsplan ändern. „Im Moment ist das nicht denkbar“, so Rieboldt.

Von Christine Cless-Wesle

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