Um dieses Flugblatt geht es.

Kommunalwahl 2020

SPD-Flugblatt weiter unter Beschuss

Vor der Stichwahl gibt es in Gauting Zoff um eine Flugblattaktion der SPD gegen die amtierende Bürgermeisterin.

Montag, 18.45 Uhr:  „Schlimm ist, dass ausgerechnet in diesen Tagen die SPD die Bürgermeisterin in extrem unsachlicher Form angreift mit falschen Behauptungen und Verunglimpfungen auch gegenüber Mitarbeitern im Rathaus“, kommentiert Dr. Andreas Albath, Vorsitzender der Wählergruppierung UBG und der Bürgerinitiative ZukunftGauting, das SPD-Flugblatt (wir berichteten). Und ergänzt: „Wenn dieser Stil das Mehr an Miteinander sein soll, ist er der falsche Weg.“ Der unterlegene Bürgermeisterkandidat Tarek Luft (Menschen für Gauting/Piratenpartei), der neu in den Gemeinderat einziehen wird, schrieb in den sozialen Medien: „Krass! Das geht echt zu weit! Ich distanziere mich von der Art und Weise, wie dieser Brief geschrieben wurde, genauso wie vom Inhalt – ohne mich von Hans Wilhelm zu distanzieren“, betont der 20-Jährige

Gauting – Nachdem der Wahlkampf mit fünf Bürgermeisterkandidaten in Gauting bis zur Wahl am Sonntag vor einer Woche sachlich und fair verlaufen ist, spitzt sich die Situation vor der Stichwahl am 29. März durch eine Flugblattaktion der SPD zu. Schlechten Stil, schlechte Finanzpolitik, unsoziale Entscheidungen und so etwas wie Größenwahn wirft der Ortsvereinsvorsitzende Eberhard Brucker der amtierenden Bürgermeisterin Dr. Brigitte Kössinger (CSU) vor. Diese bedient sich der Sozialen Medien, um sich über die „beispiellose Schmutzkampagne“ zu empören und spricht ihrerseits von schlechtem Stil.

Wie berichtet, stehen sich in der Stichwahl am kommenden Sonntag Kössinger und der Grünen-Kandidat Hans Wilhelm Knape gegenüber. Kössinger lag im ersten Wahlgang mit 40,1 Prozent vorne. Knape erreichte 29,2 Prozent. Die SPD fordert in ihren Hauswurfsendungen zur Unterstützung von Knape auf. Zudem wirft die SPD der Bürgermeisterin vor, die Verwaltung von 120 auf 158 Stellen ausgebaut zu haben, was jährlich „an die zwei Millionen Euro“ koste. Des Weiteren seien zu viele Großprojekte wie Gewerbegebiete oder S-Bahn-Parkplatz auf den Weg gebracht worden, die den Gemeindehaushalt aus dem Gleichgewicht gebracht hätten. Einer von weiteren Vorwürfen bezieht sich auf den jüngst gefassten Gemeinderatsbeschluss, die Mieten der Kindertagesstätten zu erhöhen, weshalb Eltern behinderter Kinder mehr bezahlen müssten. Die Liste gipfelt in dem Vorwurf, Kössinger habe sich nicht nur eine „teure Amtskette“ geleistet, sondern sie habe den Sitzungssaal für rund eine halbe Million Euro umgestalten lassen, um Empfänge veranstalten zu können – ungeachtet dessen, dass der bisherige ab der neuen Wahlperiode zu klein geworden wäre, um künftig 30 statt bislang 24 Gemeinderäten Platz bieten zu können. Nicht zuletzt wird Kössinger Spezlwirtschaft unterstellt.

Kössinger hat darauf am Samstag in den Sozialen Medien mit einer persönlichen Erklärung reagiert: „Wir erleben im Moment die schwerste Krise unseres Landes und unserer Gemeinde seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs. Meine ganze Kraft gilt in diesen Tagen dem Schutz der Gautingerinnen und Gautinger, ihrer Gesundheit und ihren Arbeitsplätzen. Es ist eine Zeit, in der wir zusammenstehen müssen. Es ist nicht die Zeit für parteipolitischen Streit. Deshalb bin ich menschlich enttäuscht und politisch fassungslos angesichts der beispiellosen Schmutzkampagne der SPD Gauting zu meiner Person, zu verdienten Gemeinderatsmitgliedern und zu herausragenden Mitarbeitern der Gemeinde. Wer guten Stil anmahnt, der sollte sich selbst daran messen lassen.“

Hans Wilhelm Knape distanziert sich mittlerweile von dem Flugblatt. „Ich bin mit der Verschärfung des Tons und der Darstellung, wie sie in dem kritisierten SPD-Flyer zu lesen sind, nicht einverstanden“, schrieb er gestern Nachmittag. Stattdessen strebe er eine „ausgleichende Rolle und konsensorientierte Zusammenarbeit im Gemeinderat“ an – ganz gleich, wie die Wahl am Sonntag ausgeht.

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