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Die SPD-Mannschaft für den Kommunalwahlkampf: Eberhard Brucker (vo., 3.v.r.) führt die Liste an. Die Sozialdemokraten setzen auf Hans Wilhelm Knape (2.v.r.) als Bürgermeisterkandidat. 

Kommunalwahl 2020

Gautinger SPD will mit Knape gewinnen

Die Gautinger SPD ist im aktuellen Gemeinderat nicht mehr vorhanden. Nun nominierte sie den Grünen-Kandidaten Hans Wilhelm Knape fürs Bürgermeisteramt.

Gauting – „Gemeinsam. Gerechter. Sozialer.“ Unter diesem Motto verabschiedete die Gautinger SPD am Montagabend im Bosco einmütig ein Wahlprogramm für einen kommunalpolitischen „Richtungswechsel. Als Bürgermeisterkandidat, der diese Ziele umsetzen soll, präsentierte der SPD-Spitzenkandidat und Ortsvorsitzende Eberhard Brucker (68) Hans Wilhelm Knape.

„Ich bin ein Mann der Tat“, empfahl sich der parteilose Grünen-Bürgermeisterkandidat Knape für den Richtungswechsel an der Rathausspitze. Als früherer Manager in der Automobilindustrie und Mitgründer des Energiewendevereins finde er es „schockierend“, wie die amtierende Bürgermeisterin Dr. Brigitte Kössinger (CSU) die Gemeinde führe, erklärte Knape, der für die Sozialen Ökologen im Gemeinderat sitzt. Statt strategische Ziele für die Zukunft Gautings zu entwickeln, werde der Gemeinderat mit Routineaufgaben befasst. „Wir planen Gewerbegebiete und sehen zu, wie wir mit Wachstum unser eigenes Grab schaufeln“, kritisierte er die von der CSU mit der UBG durchgesetzte Entwicklung neuer Gewerbegebiete.

Im SPD-Wahlprogramm sind Grünen-Ziele enthalten

Im Wahlprogramm der Sozialdemokraten – derzeit ohne Sitz im Gemeinderat – finden sich die Ziele des Grünen-Bürgermeisterkandidaten wieder. Ortschef Brucker kritisierte, dass einmal 5000 Menschen im geplanten Gewerbegebiet im Unterbrunner Holz arbeiten sollen. „Das bedeutet einen massiven Siedlungsdruck mit steigenden Mieten, Grundstückspreisen und fehlender Infrastruktur.“ Deshalb wolle die SPD eine behutsame Orts- und Wohnbau-Entwicklung.

Statt im Unterbrunner Holz sollen rund fünf Hektar auf dem Flughafengelände Oberpfaffenhofen für Gewerbe entwickelt werden. Damit rechnet Brucker mit Einnahmen von 5 Millionen Euro. „Innerörtliche Gewerbeflächen wie das AOA-Gelände wollen wir erhalten.“ Um die Ammerseestraße nicht noch mehr zu belasten, sollen dort maximal 180 Wohnungen gebaut werden. Die Rathausverwaltung müsse abgespeckt, die Gewerbesteuer geringfügig auf Münchner Niveau angehoben werden. „Kürzungen bei den Vereinen und der Kultur könnten so wieder rückgängig gemacht werden“, ist der SPD-Spitzenkandidat überzeugt.

Oliver Meyer will Genossenschaftswohnungen

Vizevorsitzender Dieter Appel forderte einen „Richtungswechsel: weniger Auto, mehr Platz fürs gleichberechtigte Fahrrad. Oliver Meyer will neben dem Einheimischenmodell in Erbpacht auch Genossenschaftswohnungen mit Bürgerbeteiligung umsetzen, etwa auf den Gemeindegrundstücken Wunderlhof und am Krapfberg.

Die Gautinger Bürger müssten künftig frühzeitig an Planungen beteiligt werden, nannte Dr. Eckhard Müller-Guntrum von der Initiative „Gauting Aktiv“ ein weiteres Ziel der SPD. Kössinger habe die Bürger erst eingebunden, als das obere Grundschul-Areal beim Bahnhof bereits verkauft gewesen sei.

Die Gemeinderats-Kandidaten wurden einstimmig gewählt

Einmütig wählten 19 Stimmberechtigte ihre Kandidaten für den Gemeinderat. Brucker steht auf den Plätzen eins bis drei. Kunsthistorikerin Dr. Carola Wenzel aus Oberbrunn kandidiert auf den Plätzen 4 bis 6. Der Gautinger Oliver Meyer (55), Angestellter der Asklepios-Klinik und Betriebsrat, belegt Platz 7 bis 9, gefolgt von der früheren SPD-Gemeinderätin Lore Krumbholz aus Stockdorf. Antiquar Ingo Hugger aus Gauting ist auf Platz 13 bis 15.

Die Liste: 1. Eberhard Brucker, 2. Dr. Carola Wenzel, 3. Oliver Meyer, 4. Hannelore Krumbholz, 5. Ingo Hugger, 6. Christel Romero-Stempel, 7. Klaus Smieskol, 8. Ilse Meserth, 9. Dr. Karl-Jürgen Schönwälder, 10. Günter Weithofer, 11. Arthur Mattejat, 12. Dr. Eckhard Müller-Guntrum, 13. Günter Meier, 14. Dieter Appel, 15. Alfred Andris. Ersatzkandidatin: Dr. Christel Freund.

von Christine Cless-Wesle

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