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Spitzenkandidat Markus Deschler mit der Kreisvorsitzenden Britta Hundesrügge (r.) und der FDP-Ortschefin Victoria Beyzer.

Vor Kommunalwahlen 2020

Neues Programm: FDP will Gauting vor Verstädterung schützen

Die FDP hat ihr Programm für die nächste Wahlperiode in Gauting vorgestellt. Die Liberalen wollen das Gewerbe stärken und den Ort vor Verstädterung schützen. 

Gauting– „Für Gauting – unser Zuhause“ stehen FDP-Spitzenkandidat Markus Deschler und seine Mitstreiterinnen Britta Hundesrügge und Victoria Beyzer. Seine Heimatgemeinde vor der Verstädterung durch Siedlungsdruck aus München zu bewahren, sei erklärtes Ziel, betonte Deschler bei der Präsentation des Wahlprogramms seiner Partei am Montag. Statt eines weiteren Supermarkts auf dem früheren AOA-Gelände wollen die Liberalen die kleinen Läden, aber auch die Identität stiftenden Wohnquartiere am Ort stärken. Deschler ist zudem bereit, über einen interkommunalen Asto-Eco-Park im Unterbrunner Holz zu verhandeln.

„Freiheit, Verantwortung und soziale Verpflichtung“ steht in der Präambel des FDP-Wahlprogramms. Der von Architektur-Professorin Anne Beer entwickelte Plan für den Bahnhof und sein Umfeld sei eine gute Basis, erklärte Deschler. Seine Ratskollegin Britta Hundesrügge wünscht sich am Bahnhofplatz künftig mehr Aufenthaltsqualität für Veranstaltungen sowie samstags einen Wochenmarkt. Die „Ausreißer“ mit fünf Stockwerke hohen Neubaukomplexen auf dem ehemaligen Grundschulareal sollten auf der gegenüberliegenden Seite des Bahnhofplatzes „nicht wiederholt werden“, nannte Deschler ein weiteres Ziel bei der Ortsentwicklung.

Die FDP bleibt bei ihrer Forderung von maximal 180 Wohnungen im künftigen Neubaugebiet zwischen dem früheren AOA-Gelände und der Wiese südlich davon. Statt eines weiteren „ideenlosen“ Vollsortimenters mit Liefer- und Kundenverkehr will die FDP dort fußläufig erreichbare kleine Läden wie am Pippinplatz, ein Zentrum für Kinderbetreuung und „im Obergeschoss Dienstleister in Bahnhofsnähe, die auch Gewerbesteuer zahlen“, erklärte Hundesrügge.

Kritik am teuren Buchungsportal „Little Bird“

„Mehrgenerationen-Wohnen, auch im Genossenschaftsmodell, wollen wir ausbauen“, sagte die Ortsvorsitzende Victoria Beyzer. Das teure Buchungsportal „Little Bird“ für Buchungen in Kindertagesstätten, das nur Unmut bringe, will die FDP abschaffen. Stattdessen soll laut Hundesrügge der runde Tisch der Kita-Leiterinnen wiederbelebt werden.

Professionelles Management für den Gewerbestandort Gauting mit gesenktem Steuerhebesatz sei ein erklärtes Wahlziel der Liberalen. Die demnächst frei werdenden Gewerbeflächen beim Schlosspark seien prädestiniert für die Dienstleistungsbranche, betonte Hundesrügge. Leerstände auf dem Gelände der Asklepios-Klinik sollten aus dem „Dornröschenschlaf erwachen“ – für medizinaffine Branchen in der bestehenden Kooperation mit dem Klinikum Großhadern.

„Wir stehen zwar zu Gewerbe im Gautinger Feld“, sagte Deschler. Die vom Verkehr betroffenen Unterbrunner sollten aber am Verfahren beteiligt werden. Die FDP stehe auch zum Asto-Eco-Park an der Grenze zu Gilching. Aber da dafür noch nicht einmal die Reihen der CSU im Kreistag geschlossen seien, „regen wir neue Gespräche mit den Nachbargemeinden Gilching und Weßling an“. Ein interkommunales Gewerbegebiet, bei dem Nachbar Gilching mitrede, was Walderholungsfläche bleibe und wo Gauting Gewerbe ansiedeln könne, soll der Türöffner sein.

Christine Cless-Wesle

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