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Der Künstlernachwuchs hat aus dem Müllhaufen Passendes für eine Skulptur herausgesucht, die im Rathauspark stehen soll.

Ramadama

Würm-Müll wird zur Kunst

Zehn Jahre hatte es die Aktion nicht gegeben. Jetzt unterstützten Taucher von Seaworld Stockdorf den Bund Naturschutz beim Säubern der Würm in Gauting.

Gauting– Auch eine steinharte uralte Ledersandale – vermutlich der Schuh einer längst verstorbenen Gautinger Bäuerin – haben die Taucher von „Seaworld“ aus der Würm gefischt: Am Samstag waren beim Ramadama etwa 35 Ehrenamtliche von der Großmutter bis zum Kleinkind zwischen Hauptplatz und Schlosspark unterwegs, um Müll aus dem Fluss zu sammeln. Aus den interessantesten Fundstücken wird die Jugendgruppe des Gautinger Kunstvereins eine Skulptur bauen – für den Rathausgarten.

Samstag, 10.10 Uhr: Vor der Kulisse des historischen E-Werks waten drei Taucher und sechs Fischer in hohen Gummistiefeln und Wathosen durch den Fluss. Jutta Kreuzer, Ellen Hacker und Katruin Möhle von der Ortsgruppe des Bund Naturschutz dirigieren die Aktion an der Würm. Auch die Gautinger Umweltbeauftragte Magdalena Barth und Kinder sind mit von der Partie. Ein paar Neugierige schauen dem Treiben zu.

Schmackhafte Suppen als Dank für die Helfer

„Beim Ramadama an der Würm sind wir auf die Taucher angewiesen“, sagt Jutta Kreuzer. Deshalb fiel die Aktion zehn Jahre lang flach. Heuer hat die Taucherschule Seaworld aus Stockdorf den Naturschützern die gemeinsame Aufräumaktion wieder vorgeschlagen. An der abgesperrten Grill-Baustelle am nördlichen Hauptplatz, wo der Kran gerade das Material in den Himmel hochhievt, ist erst einmal Schluss. Denn momentan gibt es dort keinen Würm-Zugang. Und deshalb auch kaum Müll, erzählt Fischer Karl Leistner. Fündig werden die ehrenamtlichen Helfer mit Tauchern erst wieder im Bereich des Ledererstegs und an der Brücke im Schlosspark.

13.30 Uhr: Inzwischen füllt der Unrat aus der Würm zwei Pkw-Anhänger. In der Idylle des sonnigen Schlossparks sind vor der Remise Biertische aufgestellt. Zum Dank hat die Gemeinde den 35 ehrenamtlichen Karotten-Ingwer- und Kartoffelsuppe vom Café „VorOrt“ spendiert. Etwa 300 Flaschen hatten sechs Freiwillige mit Hilfe der Taucher aus der Würm gefischt, zieht Jutta Kreuzer Erfolgsbilanz. 90 Prozent der Glasflaschen wurden allein bei der neuen Schlossparkbrücke aus dem Wasser gezogen, erzählt Fischer Leistner. Nicht ungefährlich sei zersplittertes Glas im Fluss. Denn im Sommer schwimmen immer mehr Leute in der Würm. Ganz eklig findet der Fischer die gefüllten Tierkot-Tüten, die Hundebesitzer beim Gassigehen achtlos in den Fluss werfen – vor allem im Abschnitt Grubmühlerfeld. „Ich hoffe, dass die das in der Zeitung lesen“, sagt Leistner.

Material für eine Müll-Skulptur im Gautinger Rathauspark hat sich der Nachwuchs des Kunstvereins gesichert: Die Aktion haben Gemeinderätin Ariane Eigelsperger und Künstler Bernd Wiedemann initiiert. Eine verrostete Türklingel, eine Bremse, das abgesplitterte Emaille-Ziffernblatt einer Wanduhr, weiße Porzellanteller und ein Skateboard liegen auf dem Müllhaufen.

Christine Cless-Wesle

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