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Mal wieder ganz normal ausgelassen feiern

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Gute Stimmung auf dem Schulcampus: Die Besucher des Kult genossen sichtlich das Party-Flair und die Möglichkeit, endlich wieder im Freien zu feiern.
Gute Stimmung auf dem Schulcampus: Die Besucher des Kult genossen sichtlich das Party-Flair und die Möglichkeit, endlich wieder im Freien zu feiern. © Photographer: Andrea Jaksch

Viele Besucher, viel Musik, viel Unterhaltung und viel Spaß bei Essen und Trinken: Das Kulturspektakel Gauting knüpfte am Wochenende auf die beste Weise an die Zeit vor Corona an.

Gauting – Das Kulturspektakel ist ein Festival mit Tradition: Zum 39. Mal fand es am Wochenende auf dem Gautinger Schulcampus statt. Während des dreitägigen Open-Air-Festivals traten insgesamt 44 Newcomer-Bands aus der Region auf drei Bühnen auf. Mit dabei waren auch bekannte Größen aus der bayerischen Musikszene wie die Augsburger Sängerin Lienne, die am Samstagabend das Abschlusskonzert gab. Abseits der Bühnen standen zahlreiche Essens- und Getränkebuden. Ein umfangreiches Rahmenprogramm mit Workshops, Kinderprogramm und Sport sorgte für ein buntes Wochenendvergnügen. Auch eine witzige Partnervermittlung machte Laune. Die Veranstalter zeigten sich extrem zufrieden.

Mehr als 1000 Besucher pro Festival-Tag verzeichneten die Organisatoren. Nach dem coronabedingten Ausfall in 2020 und einer abgespeckten Version im vergangenen Jahr konnte das Kulturspektakel heuer endlich wieder in gewohntem Rahmen und ohne Einschränkungen stattfinden. Alles verlief ganz entspannt und auch die angesagte Schlechtwetterlage blieb erfreulicherweise aus, bis auf einen winzig kleinen Schauer am Samstagnachmittag. Mit dem 2019 erstmals angebotenen Contactless-Bezahlsystem, der so genannten KultCard, konnten die Gäste vollständig bargeldlos an jedem Stand bezahlen. Das kam gut an. Daniel Büchele, seit zwölf Jahren festes Mitglied im Organisationsteam und Informatiker von Beruf, hatte das Bezahlsystem konzipiert und umgesetzt und damit die lästigen Biermarken endgültig abgelöst.

Aus alten Stofftieren wird ein neuer Wolpertinger: Beim Eltern-Kind-Programm bastelten Kinder das bayerische Fabelwesen.
Aus alten Stofftieren wird ein neuer Wolpertinger: Beim Eltern-Kind-Programm bastelten Kinder das bayerische Fabelwesen.  © Photographer: Andrea Jaksch

Viele bunte Briefumschläge in Übergröße, die an der Außenseite einer der vielen Holzbuden angebracht waren, lockten die Besucher an. Um den Partner fürs Leben zu finden oder sich einfach nur ein paar freundliche Komplimente abzuholen, konnte jeder dort einen Anstecker mit einer Nummer darauf kaufen. Ein entsprechender Briefumschlag mit der gleichen Nummer hing bereit für nette Briefbotschaften. Die Briefumschläge seien aber nicht nur für Liebesbotschaften gedacht gewesen, ergänzte Lara Bühler, Schriftführerin im Organisationsteam. Sie selbst habe zum Beispiel ein paar selbstgemalte Bilder von einigen Kindern in ihrem Umschlag gehabt.

Im Weißbiergarten wurde ordentlich getrunken und auch die Würstl-, Burger-, Crêpes- und Flammkuchen-Buden waren stark frequentiert. Klar, dass dabei eine Menge an dreckigem Geschirr anfiel. Dafür war der zehnjährige Martin Michael McFadden aus Gauting zuständig. Er und ein paar seiner Freunde machten regelmäßig mit einer kleinen Rikscha die Runde und brachten Teller, Gläser und Besteck zur Spülstelle.

Familien mit kleinen Kindern tummelten sich vor allem im „KinderKult“. Vater und Mutter Höß saßen zum Beispiel mit ihren beiden Kindern Antonia (5) und Sebastian (3) im Bastelzelt der Schule der Fantasie und stellten verzierte Schlüsselanhänger aus Sektkorken her. Ein paar Meter weiter half Janina Goddemeier vom Eltern-Kind-Programm, Wolpertinger aus alten gespendeten Stofftieren zu nähen. Hauptattraktion war es vor allem für die Buben, mit echten Feuerwehrmännern Riesentürme aus Bierkästen zu stapeln.

Beeindruckende Darbietung: Sängerin Lienne aus Augsburg und ihre Streicher gaben auf der großen Bühne ein tolles Konzert.
Beeindruckende Darbietung: Sängerin Lienne aus Augsburg und ihre Streicher gaben auf der großen Bühne ein tolles Konzert.  © Photographer: Andrea Jaksch

Immer wieder bietet das Kulturspektakel Gauting vielversprechenden Newcomern ein Forum. Vor vielen Jahren machte dort auch die inzwischen sehr bekannte bayerische Gypsy-Brass-Band LaBrassBanda ihre ersten musikalischen Gehversuche. Auf der Kleinen Bühne ließ Emil  K am Samstagnachmittag aufhorchen. Mit außergewöhnlich poetischen und experimentellen Texten aus seinem Album „Die wundervolle Welt der Büroklammern“ begeisterte der Rapper sein Publikum.

Die Sängerin Lienne aus Augsburg mit türkischen Wurzeln ist längst kein Geheimtipp mehr. Mit ihrer starken und gleichzeitig sanften Soul-Stimme, die entfernt an Nelly Furtado erinnert, ehrlichen feministischen Texten und musikalisch anspruchsvollen Arrangements mit orientalischen Einschlägen bringt sie alles mit, um die Pop-Welt zu erobern. Ihr Abschluss-Song „Fuck You Very Much“ sorgte für ausgelassene Begeisterung vor der großen Bühne. Wer noch weitertanzen wollte, steuerte im Anschluss die DJ-Area mit DJ Florizon an.

„So viel Zulauf hatten wir noch nie“, bilanzierte Gabriel Knoll, erster Vorstand des gemeinnützigen Vereins Kulturspektakel Gauting. „Endlich konnten wir zur Normalität zurückkehren. Das ist, was wir alle gebraucht haben.“ Durch die überdurchschnittlichen Umsätze mit Essen und Getränken sei das nächste Kulturspektakel gesichert.

Alexandra Joepen-Schuster

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