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Kunst vereint Gauting

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Künstler und Kuratorin: Jane Höchstetter (v.l.), Natalia Putintseva, Herbert Schumacher, Dr. Barbara Klug, Claudia Hiepel, Richard Eckert, Anne Arndt, Ko Rüchardt, Urja Birgit Burkhardt, Fred Rauscher und Claudia Göpperl.
Künstler und Kuratorin: Jane Höchstetter (v.l.), Natalia Putintseva, Herbert Schumacher, Dr. Barbara Klug, Claudia Hiepel, Richard Eckert, Anne Arndt, Ko Rüchardt, Urja Birgit Burkhardt, Fred Rauscher und Claudia Göpperl. Foto: Andrea Jaksch © Andrea Jaksch

„Jubilieren und Kompliment – Kunst vereint Gauting!“ laute der heimliche Titel dieser zweiten Jubiläumsausstellung zum 50. Geburtstag des Kunstvereins Gauting im wieder frei zugänglichen Rathaus, verrät Kuratorin Jane Christiana Höchstetter. Bei der Vernissage mit Livemusik vom Jazz-Ensemble „Deep Blue“ war das Foyer am Freitagabend gut gefüllt.

Gauting - 21 Künstler wie Fotograf Christoph Ramm oder Malerin Caroline Chevillotte präsentieren noch bis 22. Juli ihre Werke im Rathaus. „Beeindruckend, diese Vielfalt“ freute sich Dritter Bürgermeister Markus Deschler am Freitag. Bei der Eröffnung der Werkschau feierten die Gautinger nicht nur 21 Künstler, sondern auch die frühere Vize-Bürgermeisterin Maria Rüchardt: Zum 89. Geburtstag überreichte Deschler der überraschten Jubilarin einen Blumenstrauß. Ihr Sohn Konstantin Rüchardt gehört zu den ausstellenden Künstlern.

Im kurzweiligen Dialog stellte Vereinsvorsitzende Jane Höchstetter die Künstler den Sparten Malerei, Radierung, Fotografie, Kollage, Keramik, Objekt, Papierarbeiten und Installation vor. Von Anne Arndt, die in München und Venedig arbeitet, stammen zum Beispiel vier Aquarelle in Wasser-Blau/Weiß: Sie banne ihre Erinnerungen, „die plötzlich da sind“, auch um vier Uhr frühmorgens auf Papier, erzählte die Künstlerin. Das passiere ihm nicht, bekannte Fotograf Christoph Ramm: Der Münchner präsentiert Landschaftsaufnahmen aus Hohentauern, etwa ein kahler schwarzer Baum, der über einen steilen Schneehang zu kippen droht.

Aus dem Gautinger Atelier der Keramikerin Elisabeth Schaffer stammt eine gelungene Miniatur-Favela (brasilianische Armenbehausung) aus Steinzeug. Die in Gauting aufgewachsene Textilkünstlerin Martina Schmücker zeigt einen langen Stoffvorhang mit aufgedruckten Liegestühlen. Birgit Rörig ist mit ihrer aufwendigen, experimentellen Papier-/Fadenarbeit „Dunkelheit“ vertreten. Grafiker Herbert Schumacher vermittelt mit seinen expressionistischen Gemälde-Szenen die Musik von Modest Mussorgskis „Bilder einer Ausstellung“.

Von Multimediakünstlerin Martina Singer stammt das in drei Jahren aufwendig nach Peter Brueghel konstruierte perspektivische 3-D-Gemälde „Volkszählung zu Bethlehem“. Eine Entdeckung ist das abstrakte Leinwand-Gemälde „Continental shift“ von Designerin und Innenarchitektin Caroline Chevillotte. Fotograf Fred Rauscher von der Gautinger Stabsstelle Öffentlichkeitsarbeit ist zum ersten Mal dabei: „Ich gehe raus und suche Motive“, erzählt der Gautinger. Von ihm stammt die Momentaufnahme von zwei Kuttern in der Bretagne.

Es gibt noch viele weitere Werke zu entdecken – abstrakt oder nicht, mit Botschaft Natalia Putintsevas „interkulturelle Brücken“ oder ohne. Ein Glück, dass es zu dieser sehenswerten Ausstellung einen ergänzenden Katalog gibt. Das fantasievolle kunterbunte Titelbild stammt übrigens vom Gautinger Künstler-Original Ricci Eckert.

Christine Cless-Wesle

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