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Blick in ein Isolierzimmer eines Krankenhauses. Die Asklepios Lungenfachklinik in Gauting ist nach eigenen Angaben gut gerüstet. (Symbolbild)

Isolationsmaßnahmen in Gauting möglich, Starnberg kann Isolierung nicht dauerhaft gewährleisten

Coronavirus: Kliniken im Landkreis sind gerüstet

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Wie gehen Krankenhäuser im Landkreis Starnberg mit dem Coronavirus und möglichen Verdachtsfällen um? Experten aus Starnberg und Gauting geben Antworten.

Landkreis – Wie gehen Krankenhäuser mit dem Coronavirus und möglichen Verdachtsfällen um? Der Starnberger Merkur hat nachgefragt bei Stefan Berger, Pressereferent des Klinikums Starnberg, und Dr. Marion Heiß-Neumann, Leitende Oberärztin der Infektiologie der Asklepios Fachkliniken München-Gauting.

Wie bereitet sich Ihr Haus auf einen Coronavirus-Fall vor?

Stefan Berger: Unsere Abteilung für Hygiene hat eine Handlungsanweisung erstellt sowie Verfahrenspläne vom Robert-Koch-Institut an alle Stationen, die Notaufnahme und den Empfang verteilt. Dazu gibt es ein kleines Infohandout für die Patienten. Das gilt für unsere Kliniken Starnberg, Seefeld und Penzberg.
Dr. Marion Heiß-Neumann:Beim Robert-Koch-Institut ist man zwar sehr gut vorbereitet, sieht aber derzeit keinen Grund zur übermäßigen Sorge. Das Risiko für die Bevölkerung in Bayern, sich mit dem neuartigen Coronavirus zu infizieren, wird von der Task Force Infektiologie des Bayerischen Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit und vom Robert-Koch-Institut derzeit weiterhin als gering erachtet. Wir beobachten die Situation genau und sind entsprechend vorbereitet. Dazu gehört, Warnsignale zu definieren, um gegebenenfalls umgehend die erforderliche Diagnostik zu veranlassen. Diese kann neben dem nationalen Referenzlabor in Berlin mittlerweile auch in München erfolgen.

Können Sie Patienten auf das Virus untersuchen und, falls ja, in welcher Zeit?

Berger: Nein. Das kann nur ein geeignetes Labor wie das Institut für Virologie der Charité Berlin. Abstriche von Verdachtspatienten kämen beispielsweise dorthin.

Werden Verdachtsfälle gleich an andere Kliniken verwiesen?

Berger: Wenn wir einen Verdachtspatienten haben, dann ergeht sofort eine Meldung an das Gesundheitsamt. Alle weiteren Schritte wie die Verlegung erfolgen in steter Rücksprache mit dem Amt. Der Patient wird bis zur Verlegung isoliert. Eine leitliniengetreue Isolierung können wir jedoch nicht dauerhaft gewährleisten. Die Asklepios Klinik in Gauting hat eine entsprechende Isolierstation oder das Krankenhaus Schwabing (dort wird auch der 33-Jährige behandelt, bei dem das Virus festgestellt wurde, Anm. d. Red.).
Heiß-Neumann: Hinsichtlich entsprechender Isolationsmaßnahmen und Behandlungsmöglichkeiten sind wir an der Asklepios Lungenfachklinik gut gerüstet. Entsprechende vordefinierte Bereiche zur Behandlung von möglichen Verdachtsfällen sind eingerichtet. Auch Notfallpläne existieren, wie auch beim Umgang mit anderen Infektionskrankheiten.

Haben Sie auch Notfallpläne für das Personal, und wie sehen diese aus?

Berger:Unser Personal handelt ohnehin konsequent nach den Hygienevorgaben. Bei einem Corona-Verdachtsfall kommt zusätzlich eine Schutzausrüstung (Handschuhe, Schutzkittel, Schutzbrille, Atemschutzmaske etc.) zum Einsatz.
Heiß-Neumann: Unsere Mitarbeiter, insbesondere natürlich medizinisches Personal mit direktem Kontakt zum Patienten, werden regelmäßig und umfassend geschult. Ein wesentlicher Bestandteil sind dabei auch die Empfehlung der Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention beim Robert-Koch-Institut. Wir empfehlen in dieser Jahreszeit auch unabhängig vom Coronavirus Schutzmaßnahmen wie häufiges Händewaschen und Abstand halten zu Personen mit akuten Atemwegserkrankungen, da das effektiv vor vielen viralen Atemwegsinfektionen und insbesondere auch vor Influenza schützt.

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