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Alexandra Führer versorgt die Kälber, die im Laufe des Donnerstags wieder eingefangen werden konnten. Ein Tier kam in der Nacht zum Freitag von selbst zurück in den Stall.

Noch sind nicht alle wieder im Stall

Manche Kälber sind zurück und haben Hunger und Muskelkater

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Hausen – Die aus dem Stall der Familie Führer aus Hausen entkommenen Kälber sind immer noch nicht alle wieder eingefangen worden. Die Suche geht aber weiter.

Alexandra Führer hat alle Hände voll zu tun. Die heimgekehrten Jungtiere sind hungrig. Kein Wunder, haben sie doch eine ausgedehnte Wanderung hinter sich. In der Nacht zum Donnerstag waren rund 50 Kälber aus dem Stall direkt an der Perchtinger Straße in Hausen ausgebrochen. Am frühen Morgen startete eine groß angelegte Suchaktion, neben dem Bauern und seinen Helfern waren auch vier Einsatzwagenbesatzungen der Gautinger Polizei auf der Suche nach den Tieren.

„Der Stall ist mit zwei Ketten gesichert“

Ein erheblicher Teil konnte dann auch schnell wieder eingefangen werden, berichtet Alexandra Führer. 15 Kälber sind aber auch am Freitagvormittag noch spurlos verschwunden. „Wir haben vier Suchteams im Einsatz. Mein Schwiegervater Georg, mein Mann Florian und viele Nachbarn sind im Einsatz“, berichtet Alexandra Fühler.

Die Kühe sind ruhig und bewegen sich langsam. „Die haben Muskelkater“, sagt die Bäuerin und lacht. Die viele Bewegung sei für die Tiere schon ungewohnt. Die stürzen sich auf das frische Futter, das Alexandra Führer verteilt. „Das Heu kommt von den umliegenden Wiesen, Kraftfutter brauchen wir nicht“, sagt sie. Rund 300 Kühe und Jungvieh haben die Führers im Stall stehen. Dass sich Dutzende von ihnen von selbst befreit haben könnten, kann Alexandra Führer nicht glauben: „Der Stall ist mit zwei Ketten gesichert.“ Sie erinnert sich, dass der große Bernhardiner auf dem Hof in der Nacht zum Donnerstag gegen 3 Uhr morgens zweimal angeschlagen hat: „Gut möglich, dass sich jemand auf dem Hof herumgetrieben und dann die Kälber herausgelassen hat“, vermutet sie. Die Polizei hat entsprechende Ermittlungen aufgenommen.

Die Welt außerhalb des Gatters ist spannend

Denn die Sache ist nicht ungefährlich. Denn jeder der sechs bis acht Monate alten Ausreißer bringt rund 300 Kilogramm auf die Waage. Im Falle einer Kollision mit einem Auto oder der S-Bahn, die unweit vom Stall fährt, eine echte Gefahr. „Deswegen lassen wir auch nichts unversucht, die Tiere unversehrt wieder einzufangen“, sagt die Bäuerin. Zahlreiche Anrufe seien bereits eingegangen. Zuletzt sollen die 15 Rinder, die noch auf Achse sind, bei der Kiesgrube nahe Starnberg gesehen worden sein. Die Suche geht weiter, der Anhänger, auf den die Tiere getrieben werden sollen, wenn man sie findet, steht bereit.

Eine Hoffnung bleibt noch: In der Nacht auf Freitag kehrte eines der Tiere von allein zurück in den Stall. Hungrig, erschöpft, aber wohlbehalten. Die Welt außerhalb des Gatters ist spannend, aber im Stall bei Rundumversorgung ist es auf Dauer halt doch angenehmer.

Was tun, wenn man die Tiere entdeckt?

Das Telefon von Alexandra Führer klingelt ständig. Menschen sind dran, die helfen wollen. Andere meinen, die entlaufenen Färsen gesehen zu haben. Doch was soll man tun, wenn man die Tiere tatsächlich sieht? „Am besten gar nichts“, sagt Alexandra Führer. Denn sobald man sich den nervösen Tieren nähert, werden diese aufgescheucht. Schlimmstenfalls teilen sie sich auf – und die Suche in den ausgedehnten Waldgebieten wird anschließend noch mühsamer. Daher die Bitte von Familie Fühler: „Wenn Sie die Tiere sehen, bleiben Sie weg und rufen Sie bitte die Polizei unter  Tel. 110 an. Diese informiert uns dann, und wir können die Färsen zusammentreiben und einfangen.“

Derweil geht die Arbeit auf dem Hof der Familie Führer natürlich trotzdem weiter. Die verbliebenen und wieder eingefangenen Tiere müssen versorgt werden, der Mist wandert in die Biogasanlage, die rund 800 Haushalte in der Region mit Strom versorgt. Die bekannte und beliebte Hofmetzgerei, die Führers lange Zeit direkt in ihrem Haus betrieben haben, ist seit rund einem Jahr geschlossen. Aber nicht für immer. Zwar ist derzeit noch nicht daran zu denken, dass man dort wieder das selbst erzeugte Fleisch kaufen kann, sagt Alexandra Führer, aber: „Das Thema ist nicht vom Tisch“.

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