Mit Sonnenblumen und Hygieneabstand: der neue Kreisvorstand der Grünen auf und vor der Bühne im Gautinger Bosco mit (vorne v.l.) Dr. Reinhard von Wittken, Kerstin Täubner-Benicke, Michael Ehgartner, (hinten v.l.) Andrea Schulte-Krauss, Florian Hönicke, Tyll Gundermann, Verena Machnik und Martina Neubauer.  Foto: Andrea Jaksch
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Mit Sonnenblumen und Hygieneabstand: der neue Kreisvorstand der Grünen auf und vor der Bühne im Gautinger Bosco mit (vorne v.l.) Dr. Reinhard von Wittken, Kerstin Täubner-Benicke, Michael Ehgartner, (hinten v.l.) Andrea Schulte-Krauss, Florian Hönicke, Tyll Gundermann, Verena Machnik und Martina Neubauer.

Politikerin will als Direktkandidatin bei Bundestagswahl antreten

Martina Neubauer zieht’s nach Berlin

  • Peter Schiebel
    vonPeter Schiebel
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Die Grünen im Landkreis gehen mit einem zur Hälfte veränderten Vorstand ins nächste Wahljahr. Nach 13 Jahren im Amt hatte Co-Kreisvorsitzender Bernd Pfitzner nicht mehr kandidiert. Für Kreis- und Bezirksrätin Martina Neubauer gab es derweil ein klares Votum für eine Bundestagskandidatur.

Landkreis – Martina Neubauers Ambitionen sind ungebremst. Nach ihrem Achtungserfolg bei der Landratswahl im Frühjahr zieht es die 57-Jährige nun in die ganz große Politik. Das grüne Urgestein aus Starnberg möchte bei der Bundestagswahl im kommenden Jahr als Direktkandidatin für die Grünen im Wahlkreis Starnberg/Landsberg/Germering antreten. „Mein Ziel ist es, diesen Stimmkreis der CSU streitig zu machen“, sagte sie bei der Kreisversammlung der Grünen am Donnerstagabend im Gautinger Bosco und legte die Latte hoch: „Wir können als Team diesen Stimmkreis erobern.“

Von den 33 anwesenden Mitgliedern bekam Neubauer Rückenwind für ihre Ambitionen. Zwar votierten in geheimer Abstimmung nur 24 für ihre Kandidatur – das war aber vor allem der Tatsache geschuldet, dass es mit Heiko Braun (57) noch einen zweiten Bewerber gab. Der Vorsitzende der Gautinger Grünen bekam acht Stimmen, dazu kam eine Enthaltung. Geschafft hat es Martina Neubauer damit aber noch nicht, auch wenn sie beste Chancen auf die Kandidatur hat. Die endgültige Entscheidung fällt eine Aufstellungsversammlung mit Grünen-Vertretern aus den Landkreisen Starnberg und Landsberg sowie der Stadt Germering, die zusammen den Wahlkreis bilden. Diese ist für Dezember geplant.

„Ich möchte mit starken Grünen in den Bundestag einziehen“, betonte Neubauer. „Und ich will gestalten und nicht weiter Opposition machen.“ Inhaltlich gehe es ihr um soziale Gerechtigkeit, um einen Wandel in der Klimapolitik und um das Miteinander in der Gesellschaft. „Wir müssen uns darum kümmern, dass diese Gesellschaft nicht auseinanderrückt“, sagte sie auch mit Blick auf Entwicklungen in der Corona-Pandemie.

Härtester Konkurrent auf dem Weg nach Berlin ist der amtierende CSU-Bundestagsabgeordnete Michael Kießling, der bereits vor einigen Wochen erklärt hatte, wieder antreten zu wollen. Dass Neubauer für die CSU eine ernsthafte Gegnerin sein kann, hat sie bereits bewiesen. Im Frühjahr zwang sie CSU-Bewerber Stefan Frey bei der Landratswahl in die Stichwahl. Bei der Bezirkstagswahl 2018 landete sie gerade mal 1,1 Prozentpunkte hinter CSU-Mann Harald Schwab.

Die Unterstützung des Kreisvorstandes dürfte Neubauer gewiss sein. In dem Gremium hat es am Donnerstag zahlreiche personelle Änderungen gegeben, allen voran bei den Vorsitzenden. Kerstin Täubner-Benicke aus Starnberg wurde zwar mit 30 Stimmen im Amt bestätigt, ihr zur Seite steht künftig aber Dr. Reinhard von Wittken aus Krailling. Der 32 Jahre alte Referent bei der Deutschen Akademie der Technikwissenschaften erhielt sogar 31 Stimmen. Er löst Bernd Pfitzner ab, der nach 13 Jahren als Co-Vorsitzender nicht mehr angetreten war. Seit Jahren verspreche er seiner Frau, Ämter abzugeben, nun sei es ein guter Zeitpunkt, sagte Pfitzner. Die Kommunalwahl im Frühjahr sei „ein Riesen-, Riesenerfolg“ für die Starnberger Grünen gewesen. Er sei dankbar, in einer „fast stetig erfolgreichen Zeit“ Kreisvorsitzender gewesen sein zu dürfen. „Ich kann mich ganz beruhigt aus dem Parteiamt zurückziehen“, sagte Pfitzner.

Änderungen hat es auf anderen Positionen gegeben. Neuer Kassier ist Michael Ehgartner (Tutzing), der von seinem Vorgänger Peter Steinhöfel eine mit 88 000 Euro gefüllte Kasse übernimmt. Als Beisitzer wurden Andrea Schulte-Krauss (Krailling), Martina Neubauer, Florian Hönicke (Pöcking) wieder-, Verena Machnik (Berg) und Tyll Gundermann (Tutzing) neu gewählt.

Die seit geraumer Zeit anhaltende grüne Erfolgswelle spiegelt sich im Übrigen auch bei der Mitgliederzahl wider. 246 waren es Anfang vorigen Jahres, 323 Anfang diesen Jahres – aktuell sind es 338.

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