+
Rechnen, reden, alles kein Problem: Während des Interviews löst Nikolas Lison aus Gauting einfach mal ein paar Rechenaufgaben. Quasi zur Entspannung.

Mathe-Wettbewerb

Der Mini-Einstein von Gauting

Gauting hat einen neuen Superrechner: Der zehnjährige Nikolas Lison hat gerade alle Aufgaben des deutschlandweiten Känguru-Mathe-Tests geknackt. Das liegt bei ihm durchaus in der Familie – Mutter, Vater, Bruder und Schwester stehen mit Zahlen auf Du und Du.

Gauting – Die Spannung bei der Preisverleihung an der Grundschule neben dem Rathaus in Gauting steigt: „Und – wer hat den ersten Platz?“, fragt Konrektorin Karin von Seydlitz in die Runde der kleinen Rechen- und Knobel-Künstler. „Nikolas!“, ertönt es im 90-stimmigen Chor. Nikolas Lison (10) hatte beim deutschlandweiten Känguru-Mathe-Test 2017 alle 24 kniffligen Aufgaben absolut fehlerfrei gelöst.

„So etwas haben wir in über zehn Jahren Känguru-Mathe-Test in Gauting noch nie erlebt“, sagen von Seydlitz und Lehrerin Cornelia Micheler wie aus einem Munde. Freudestrahlend nimmt der Viertklässler den ersten Preis entgegen: Mathecrack Nikolas Lison trägt stolz den großen Experimentierkasten „Planetarium“ nach Hause.

2016 gewann er schon einmal den ersten Preis

„Ich freue mich sehr“, bekennt der Zehnjährige. Bereitwillig stellt sich der Viertklässler fürs Foto an die Tafel: Ohne nachzudenken schreibt Nikolas die Kettenaufgaben aus dem Mathe-Knobelkurs seiner Lehrerin Cornelia Micheler zügig weiter: Zum Beispiel 11 x 11 = 15 x 8 + 1.

Nebenher erzählt Nikolas, dass der diesjährige Känguru-Test tatsächlich nicht ganz ohne war. Der Viertklässler hat nämlich Erfahrung. 2016 gewann das kleine Mathe-As aus Gauting schon einmal den ersten Preis in seiner Altersgruppe – mit „nur“ 107 Punkten. Diesmal hatte 120.

Mathematik liegt der Gautinger Familie Lison nämlich im Blut: Niklas‘ älterer Bruder Jakob gewann ebenfalls zweimal den Känguru-Wettbewerb – und die Mathematik-Olympiade 2016 am Otto-von-Taube-Gymnasium Gauting. Die Mama unterrichtet dort Mathematik, der Vater ist Physiker. Zwillingsschwester Hannah räumte gerade beim Känguru-Test 2017 für Grundschüler den zweiten Preis ab, freut sich ihr begabter Bruder.

Mühelos führt Nikolas vor, wie er eine der 24 anspruchsvollen Aufgaben des Mathematik-Wettbewerbs 2017 löst. Aus einem Quadrat-Stück gefalteten Papiers mit Lochmuster sollten die Kinder herausfinden, wie Marla das Papier zuvor gefaltet hatte: „Nur bei der Faltung D kann das diagonale Lochmuster entstanden sein“, beweist Nikolas mit dem Geo-Dreieck an der Tafel. „Bei der letzten Aufgabe mit den Muffins war ich mir unsicher“, gesteht das viel versprechende kleine Mathe-As aus Gauting.

Dabei musste Luna zehn Apfel-, 18 Nuss- 12 Schoko- und neun Blaubeer-Muffins auf drei Teller aufteilen. Wie viele bleiben übrig? So lautete die Frage. „Bei mir waren es vier“, erzählt Nikolas. Aber bei seinen Kameraden blieb nur ein Muffin übrig. Das Mathe-Genie wurde unsicher.

Doch der Erfolg mit voller Punktzahl gab dem Viertklässler Recht: „Meine Kameraden hatten sich nämlich in den Tabellen verrechnet“, erklärt Nikolas Lison. Beim Verteilen auf drei Teller bleiben nämlich ein Apfel- und drei Nuss-Muffins übrig, also insgesamt vier. Hätten Sie das gewusst? So mancher Erwachsene kratzt sich bestimmt gerade am Kopf...

Von Christine Cless-Wesle

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Junges Talent für die Schlüsselposition
Volleyball-Bundesligist TSV Herrsching hat den 20-jährigen Christoph Marks als Diagonalangreifer verpflichtet. Für Trainer Max Hauser ein Spieler mit großem Potenzial.
Junges Talent für die Schlüsselposition
Platz für 300 Autos in neuem Parkhaus
300 Stellplätze, elf Ebenen und Tore, die sich binnen vier Sekunden öffnen: Winfried Reithmeier hat kein gewöhnliches Parkhaus gebaut. Sicherheit und Ökologie waren dem …
Platz für 300 Autos in neuem Parkhaus
Betrunkener beschädigt Pkw bei Tankstelle
Ein betrunkenes Verwirrspiel gab es am Mittwoch an der Esso-Tankstelle in Starnberg. Ein Fahrer den Pkw seines Hintermannes beschädigt - saß dann aber auf dem …
Betrunkener beschädigt Pkw bei Tankstelle
Betrunkener kurvt um Polizeikontrolle herum
In Schlangenlinien fuhr ein Stuttgarter von einem Weinfest in Weilheim Richtung München - bis die Polizei ihn stoppte. Das gelang erst im zweiten Versuch.
Betrunkener kurvt um Polizeikontrolle herum

Kommentare