1. Startseite
  2. Lokales
  3. Starnberg
  4. Gauting

Mehr Platz für Gäste: Pfarrhof-Pächterin darf Empfangshäuschen im Garten bauen

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

Hier soll das neue Häuschen stehen: Angelika Göschl zeigt den Platz vor dem denkmalgeschützten, malerischen alten Pfarrhof in Unterbrunn.
Hier soll das neue Häuschen stehen: Angelika Göschl zeigt den Platz vor dem denkmalgeschützten, malerischen alten Pfarrhof in Unterbrunn. © Dagmar Rutt

Der Pfarrhof in Unterbrunn bekommt ein Häuschen als Empfang. Dafür gab der Bauausschuss nun grünes Licht.

Unterbrunn – Absolut beliebt ist das wunderschöne Ambiente des denkmalgeschützten Unterbrunner Pfarrhauses für Hochzeitsfeiern. Doch in Corona-Zeiten ist alles anders: Weil der Platz für Trauungen und Empfänge wegen der Abstandsregeln nicht reicht, hat Pächterin Angelika Göschl im Bauausschuss ein zusätzliches Empfangshäuschen im Obstgarten beantragt – mit Erfolg.

„Wir müssen neue Möglichkeiten eröffnen“, betonte Vize-Bürgermeister Dr. Jürgen Sklarek (Miteinander Füreinander 82131). Durch eine Änderung des Bebauungsplans für das Grundstück mit denkmalgeschütztem Pfarrhof will die Gemeinde ihrer Pächterin neue Möglichkeiten eröffnen. Da Beschränkungen mit Abstand zwischen Menschen und damit auch Hochzeitsgästen weiter in Zukunft gelten werden, befürwortet auch Bürgermeisterin Dr. Brigitte Kössinger den kleinen Bau im Pfarrgarten. Zumal nicht nur Trauungen, sondern auch Tagungen und Vereinsveranstaltungen wie „Kultur in Unterbrunn“ stattfänden. Die Kosten für das neue Empfangshäuschen trägt die Pächterin. Einstimmig votierte der Ausschuss für die Änderung des Bebauungsplans zugunsten eines auf fünf Jahre befristeten Nebengebäudes.

Pächterin Angelika Göschl hat für den geplanten „Stadl“ eigens die rückwärtige Wiese bis zum Zaun dazu gepachtet. Aber: „Das ist schon Außenbereich.“ Deshalb dürfe dort nichts hingebaut werden. Von ihrem Ursprungsplan, auf der Wiese, „wo es kein Mensch sieht“, eine Art Container mit Holzverkleidung und großen Flügeltüren aufzustellen, habe sie sich verabschieden müssen. Ein Empfangshäuschen sei laut Bauamt nur im vorderen Pfarrgarten im Innenbereich erlaubt. Deshalb müsse der kleine Anbau zwischen Backhäusl und Pavillon errichtet werden. Letzterer soll unbedingt erhalten werden. „Wenn Gottesdienste im Freien stattfinden, wird im Pavillon der Altar aufgebaut – schauen wir, dass wir das irgendwie hinkriegen.“

Wegen Corona hat Göschl einiges umorganisiert. Zuvor habe sie Hochzeitsgesellschaften mit 80 bis 100 Personen im 1905 erbauten Pfarrhof und Garten bewirtet. „Das geht nicht mehr.“ Im ersten Lockdown durften nur noch Brautpaar und Standesbeamter zeitgleich im Trauungszimmer sein. Deshalb habe sie eine Kamera installiert, die die Zeremonie in den Garten überträgt. „Im Sommer durften immerhin 30 Gäste mit Abstand draußen sein“, berichtet sie. „Aber was mache ich bei Regen?“ Als wieder der Garten geöffnet war, „hatten wir teils drei Trauungen am Tag“. Statt 79 wie im Vorjahr werden es heuer trotzdem nur 64 Hochzeiten im Pfarrhof sein.

Angelika Göschl hat im Corona-Jahr als Bedienung im Biergarten des Gasthauses Högner ausgeholfen. Mit der Högner-Wirtin habe sie gerade gebacken, so die Pfarrhof-Pächterin. Im Wirtshaus wird das Weihnachtsgebäck zum Winterpunsch jetzt in der Adventszeit verkauft.

Christine Cless-Wesle

Auch interessant

Kommentare