So sieht das Plangebiet am Patchway-Anger aus.
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So sieht das Plangebiet am Patchway-Anger aus.

Bisher geplante Einfamilienhäuser oftmals unerschwinglich

Mehr Wohnraum am Patchway-Anger in Gauting geplant

Am Patchway-Anger in Gauting soll mehr Wohnraum entstehen als bisher geplant. Neue Pläne sehen auch Geschosswohnungsbau als Möglichkeit vor, weil die bisher geplanten Einfamilienhäuser wohl für viele unerschwinglich sind.

Gauting – An der geplanten sozial-ökologischen Mustersiedlung Am Patchway-Anger auf dem Areal zwischen dem ehemaligen AOA-Gelände an der Ammerseestraße und der Pötschenerstraße wird weiter gearbeitet. Im Bauausschuss des Gautinger Gemeinderats präsentierte Prof. Hans-Peter Hebensperger-Hüther vom Münchner Büro H2R-Architekten am Dienstagabend einen neuen Entwurf für das gemeindliche Grundstück in diesem Gebiet. Weil in Gauting „die Preise davonlaufen“, empfiehlt er Zwei-Generationen-Häuser, aber auch dreistöckigen Wohnungsbau um einen Dorfplatz mit Linde – und weniger Einfamilienhäuser. Im ersten Schritt müsse der Gemeinderat festlegen, „für wen Sie bauen“, sagte er.

In Anlehnung an die angrenzende Siedlung „Klein-Jerusalem“ habe er auf dem Gemeindegrundstück zunächst Einfamilien-Atrium-Häuser vorgesehen, erklärte Hebensperger-Hüther. Für eine Krankenschwester oder einen Feuerwehrmann, die sich ein Einfamilienhaus nicht leisten könnten, empfehle er auch kleinere Einheiten mit Zwei- und Drei-Zimmer-Appartements im Geschosswohnungsbau mit Mobilitätsstation, Kinderspielplätzen und Gemeinschaftsräumen, die sich um einen neuen Dorfplatz gruppieren. An der Pötschenerstraße soll ein verkehrsberuhigter Bereich ohne Durchgangsverkehr entstehen, im Südteil zweigeschossige Häuser für zwei Generationen. Der Geschosswohnungsbau ist um Gartenhöfe gruppiert. Eine Spielart wäre eine kostengünstige, lediglich überdachte Außentreppe. Falls der Gemeinderat auch Senioren-Wohngemeinschaften wolle, müsse für die Barrierefreiheit zusätzlich ein Lift gebaut werden. Doch dafür müsse der Bedarf ermittelt werden. Um wenig Fläche zu versiegeln, empfehle er Duplex-Garagen mit einem Stellplatzschlüssel von 1,25 pro Familien-Haus.

Erzieherin oder Polizist könnten 800 000 Euro teures Atrium-Eigenheim nicht finanzieren

„Mir gefällt das besser als die Erstplanung“, lobte Franz Jaquet (CSU). Eine Erzieherin oder ein Polizist könnten ein 800 000 Euro teures Atrium-Eigenheim nicht finanzieren, befürwortete auch Eberhard Brucker (SPD) den zusätzlich entstehenden bezahlbaren Wohnraum. Die Geschossfläche steigt von 3000 auf 4500 Quadratmeter, rechnete Hebensperger-Hüther vor. Es liege nun in der Hand der Gemeinderäte, wem sie diese zur Verfügung stellen – einem Kindergarten oder einer Familie. Durch Holzbauweise und Ausrichtung nach Süden sei klimaneutrales Bauen gesichert, so der Architektur-Professor auf Nachfrage von Stefan Berchtold (MfG/Piraten). Hinzu komme Geothermie, erinnerte Bürgermeisterin Dr. Brigitte Kössinger.

Dass statt der Einfamilienhäusern „durch die Hintertür“ nun auch Geschosswohnungsbau realisiert werden soll, fand Markus Deschler (FDP) indes nicht in Ordnung. „Wir haben die Anregung aus der Klausur der Räte aufgenommen“, widersprach ihm die Bürgermeisterin.

Text: Christine Cless-Wesle

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