So soll der neue Komplex aussehen: Bis zu vier Geschosse sind geplant, insgesamt werden dort 17 Wohnungen sowie Geschäfte entstehen. Der Bauausschuss stimmte mehrheitlich zu.
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So soll der neue Komplex aussehen: Bis zu vier Geschosse sind geplant, insgesamt werden dort 17 Wohnungen sowie Geschäfte entstehen. Der Bauausschuss stimmte mehrheitlich zu.

Grundstück des Bergmoser-Hauses

Bauausschuss: Mehrheit für Neubau von Komplex mit 17 Wohnungen, Ladenpassage und Tiefgarage in der Gautinger Ortsmitte

Der Neubauplan fürs Grundstück des Bergmoser-Hauses mitten in Gauting hat eine Mehrheit im Bauausschuss bekommen. Nicht alle sind mit den Details zufrieden.

Gauting – Die Tage des historischen Bergmoser-Hauses an der Bahnhofstraße in Gauting sind gezählt. Mit einer Mehrheit von neun gegen vier Stimmen hat der Gautinger Bauausschuss am Dienstagabend nach langer Debatte den vorhabenbezogenen Bebauungsplan für die Neubebauung beschlossen. Auf dem zentralen Grundstück gegenüber vom Rathaus werden demnach ein drei- und viergeschossiger Komplex mit insgesamt 17 Wohnungen, Ladenpassage und Tiefgarage ermöglicht.

Bereits 2016 hatte die Allgemeine Landesboden Objektgesellschaft mbH das zentral gelegene Grundstück mit knapp 1190 Quadratmetern Fläche zwischen Bahnhof-, Schulstraße und Von-Taube Weg erworben. Stadtplanerin Claudia Schreiber hatte das langwierige Verfahren begleitet und stellte im Bauausschuss nochmals die aktuellen Grundzüge vor. Zwei zusammenhängende Komplexe mit insgesamt 17 Wohnungen, Ladenpassage und Tiefgarage sind geplant. An das schon in den 1970er Jahren errichtete Wohn- und Geschäftshaus mit dem Schreibwarengeschäft „Ratzefummel“ auf dem Nachgrundstück wird sich der kleinere dreigeschossige Komplex mit Satteldach und fortgesetzter Laden-Arkade anschließen, erläuterte die Stadtplanerin. Nicht direkt, denn: Weil ein einzelner Eigentümer nicht mitspiele, entstehe dort „ein Spalt“, da der Grund nicht zu erwerben war. „Eventuell geht das mal später, wenn sich etwas ändert“, blickt die Stadtplanerin voraus. Offen bleibe der Komplex zur gemeindlichen Grünfläche an der Schulstraße. Richtung Rathaus wird das Wohn- und Geschäftshaus viergeschossig. 37 Pkw- sowie 74 Radstellplätze sind in der Tiefgarage an der Schulstraße geplant.

Schallschutzfenster mit integrierter Lüftungseinheit festgelegt

Im Rahmen der Abwägung kamen von den Trägern öffentlicher Belange wie dem Kreisbauamt vor allem Anregungen zum verbesserten Schallschutz für die Wohnungen an der verkehrsreichen Bahnhofstraße. Über den vorhabenbezogenen Bebaungsplan werden dort Schallschutzfenster mit integrierter Lüftungseinheit festgelegt, erläuterte Claudia Schreiber. Eine Anregung von Bürgern war, statt der früheren Klinkerfassade einen weißen Anstrich festzuschreiben, sodass der Klinkerbau Rathaus sein „Allein-Stellungsmerkmal“ behalte. Stefan Berchtold (Piratenpartei/Menschen für Gauting) wunderte sich, dass der neue Komplex das Nachbargebäude um ein Stockwerk überrage. Städtebaulich sei das verträglich, befand Claudia Schreiber. Das werde ein „Musterfall“, warnte hingegen Architektin Susanne Köhler (Grüne). Auch für die gegenüberliegende Seite der Bahnhofstraße werde das Vorhaben zum Musterfall.

Plan wird wieder ausgelegt

Die Größe war auch ein Thema. „Lieber ein Stockwerk höher im Innenbereich“ als eine Außenentwicklung auf der grünen Wiese, erinnerte Bürgermeisterin Dr. Brigitte Kössinger. „Wir bräuchten dann aber ein anderes Mobilitätsangebot“, sagte Grünen-Fraktionssprecher Heinrich Moser. Deshalb solle die Bürgermeisterin einen Experten einladen, der ein solches Konzept im Bauausschuss vorstellt. Stefan Berchtold forderte, dass der Bauträger über einen städtebaulichen Vertrag die Folgekosten für Infrastruktur übernimmt. Denn das sei „eine enorme Wertsteigerung“ für ein Vorhaben, „wo die Menschen hinter Glasfenstern eingesperrt sind.“ Was auf den Vorhabenträger verlagert werden kann, „werden wir Ihnen vorstellen“, versicherte Bauamtsleiter Rainer Härta. Der Plan wird nun erneut ausgelegt.

Christine Cless-Wesle

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