Mobilitätskonzept

Münster: Radlstreifen wäre gefährlich

Kreisverkehrsmanagerin Susanne Münster hat bei der staatlichen Bahnhofstraße Bedenken. Das Projekt mit Verkehrszählungen geht in die Endphase.

Gauting – Die Bahnhofstraße ist der Knackpunkt beim laufenden Gautinger Gesamtmobilitätskonzept, sagte Sebastian Fuchsberger im jüngsten Seniorenbeirat. Die Staatsstraße ist die einzige Verbindungsachse durch Gauting. Dort konkurrieren Fußgänger, Radler und Kfz-Fahrer, berichtete Fuchsberger. 

Es sei schwierig, den allseits gewünschten Radschutzstreifen bergauf anzulegen, ergänzte Bürgermeisterin Dr. Brigitte Kössinger. Denn laut Kreisverkehrsmanagerin Susanne Münster werde die Fahrbahn damit asymmetrisch – und gefährlich für Fußgänger. Sie tendiere zum einseitigen Schutzstreifen, hieß es. Morgens und abends staut es sich auf der Bahnhofstraße. 

Für den Radlstreifen müssten Parkplätze weichen

Für Fußgänger, Radler und Fahrzeuge sei diese das klassische Nadelöhr, sagte Fuchsberger. Aus Angst vor dem dichten Autoverkehr auf der Fahrbahn strampelten die Radler bergwärts auf dem Gehsteig, wo Fußgänger wie Mütter mit Kinderwagen oder ältere Leute mit ihrem Rollator unterwegs sind. Die Seniorenvertreter verlangten daher den Radschutzstreifen bergauf. 

Doch voraussichtlich müssten dann 14 Parkplätze vor den dortigen Geschäften weichen. Nur im oberen Bereich, der bereits der Gemeinde gehört, sei die Fahrbahn breit genug, sagte Kössinger. Für die Bahnhofstraße „müssen wir noch eine Lösung suchen“. Noch tagt die Gautinger Arbeitsgruppe Gesamtmobilitätskonzept mit Verkehrsplaner Dr. Ralf Kaulen hinter verschlossener Tür. 

Fuchsberger: Projekt geht in die Endphase

Das Bayerische Verwaltungsgericht hatte die Gemeinde zum Erstellen eines solchen integrierten Gesamtmobilitätskonzeptes veranlasst. Zu Kfz-, Rad- und Fußgängernetzen habe das Verkehrsplanerbüro Ralf Kaulen inzwischen sämtliche Daten erhoben, inklusive der aktuellen Verkehrszählungen, so Fuchsberger. Jetzt gehe das Projekt in die Endphase. An den Staatsstraßen Münchener Straße, Ammerseestraße und Starnberger Straße sei nur Tempo 50 zulässig. Denn sie zählten zur Kategorie kommunales Vorbehaltsnetz. 30er-Schilder seien da nur im 300-Meter-Bereich vor Schulen und Kindergärten erlaubt. 

Die Frage sei, ob die Germeringer und die Buchendorfer Straße künftig ebenfalls als kommunales Vorbehaltsnetz mit Tempo 50 gelten sollen – oder aber als kommunales Kfz-Verkehrsnetz mit größerem Spielraum für die Gemeinde. Das hieße Rechts-vor-Links-Regelung und Tempo 30 vor Erschließungsstraßen. Mit seiner Kollegin Ulla Ottmar habe er in der Arbeitsgruppe für die letztgenannte Lösung plädiert.

Von Christine Cless-Wesle

Rubriklistenbild: © Andrea Jaksch

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