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Leiter geht nach 19 Jahren - Nachfolge geklärt

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"Nicht Lustig!" Generalprobe Kindermusical der Musikschule Gauting/Stockdorf
Musicals gehörten in den vergangenen Jahren häufig zum Programm der Musikschule Gauting-Stockdorf. Für den scheidenen Musikschulleiter waren sie besondere Momente. © A. Stefan A. Schuhbauer - v. Jena

Die Musikschule Gauting-Stockdorf steht vor einem Führungswechsel. Christian Hiesel-Schill hört nach 19 Jahren auf, die Nachfolge ist bereits geregelt. Grund für den Wechsel sind offenbar unterschiedliche Auffassungen über die Musikschularbeit.

Gauting – Die Überraschung versteckte sich in einer E-Mail: Christian Hiesel-Schill, Leiter der Musikschule Gauting-Stockdorf, verabschiedet sich nach 19 Jahren aus Gauting. Die Nachfolgerin hat ein Gremium bereits ausgewählt: Zum 1. September wird Violin-Lehrerin Denise Kirschke die Musikschule leiten, sagte Kuratoriums-Vorsitzende Jasmin Klingan auf Anfrage.

Unter seiner Leitung sei es „gemeinsam mit meinem Kollegium, dem Vorstand sowie dem Förderverein gelungen“, die Schülerzahl zu verdreifachen, schrieb Christian Hiesel-Schill in seiner Abschiedsmail, aber: „Am 31. August endet meine Zeit an der Musikschule Gauting-Stockdorf.“ In den 19 Jahren seiner Tätigkeit als Schulleiter sei er der Idee gefolgt, Schritt für Schritt „eine professionelle und exzellente und gleichzeitig eine menschliche Musikschule zu entwickeln“, erklärte der studierte Profi-Musiker und Trompeter. Vor allem mit Blick auf die finanziellen und räumlichen Rahmenbedingungen „war dies kein leichtes Unterfangen“. Erst seit September 2017 hat die Musikschule Gauting-Stockdorf in der Grundschule neben dem Rathaus ihre eigenen Räume.

Christian Hiesel-Schill hört Ende des Monats in Gauting auf.
Christian Hiesel-Schill hört Ende des Monats in Gauting auf. © SVJ

Mit „meinem Vorstand, Förderverein und unzähligen Kooperationspartnern“ sei es gelungen, die Musikschule im Gemeindeleben zu verankern. Mit derzeit rund 700 Schülern habe sich deren Zahl „fast verdreifacht, die kommunalen Zuschüsse haben sich mehr als verdoppelt“, so Hiesel-Schills Bilanz.

Schülerzahl hat sich verdreifacht

Als größten Erfolg betrachte er die Tatsache, „dass sich die Musikschule mit Leben gefüllt hat“, denn: „Ich war Teil eines produktiven Miteinander aus Lehrkräften, Eltern und Schülerinnen und Schülern, das Freude verbreitet und Identität gestiftet hat.“ Stolze Eltern und Großeltern und leuchtende Kinderaugen beim Schlussapplaus etwa eines Musicals oder die beseelten Minuten beim Ausklang des Sommernachtstraumes „werden in meinem Herzen bleiben“, so der scheidende Musikschulleiter. Kooperationen mit der Paul-Hey-Mittelschule beim „Rock and Dance“-Projekt, mit dem Otto-von-Taube-Gymnasium bei Musikfreizeiten, bei Workshops für Kammermusik und in Rockbands, aber auch der Internationale Gitarrenwettbewerb mit Konzert im Bosco hätten gezeigt, dass Spitzenförderung und niederschwellige Angebote für breite Schichten gut zusammengehen würden. Denn die Musikschule sei „für alle“.

Jedoch gibt es da die andere Seie: Seit dem Wechsel im Kuratorium vor vier Jahren „haben sich die Vorstellungen der Musikschule auseinanderentwickelt“, stellt der bisherige Leiter fest. Deshalb habe er sich entschieden, „mich einer neuen Aufgabe zuzuwenden, auf die ich mich schon sehr freue“.

Es sei „nicht ungewöhnlich“, dass ein Musikschulleiter nach so langer Zeit wechsle, sagte die Kuratoriumsvorsitzende und Sopranistin Jasmin Klingan dem Starnberger Merkur. Doch Hiesel-Schills Kündigung, der täglich aus der Nähe von Miesbach anreisen musste, sei plötzlich gekommen, räumt sie ein. Grundsätzlich sei die Musikschule für die musikalische Ausbildung ortsansässiger Kinder und Jugendlicher da, aber nicht für Konzerte mit Auswärtigen, stellte Klingan klar. Trotz Corona-Lockdown mit Online-Unterricht, ohne Chorsingen und ohne Konzertauftritte habe die Musikschule mehr als 700 Schülerinnen und Schüler, die von 36 Lehrkräften unterrichtet werden: „Wir sind super aufgestellt.“ Petra Piele, die seit Jahrzehnten das Sekretariat „wuppt“, sorge für Kontinuität.

Stelle war sofort ausgeschrieben worden

Nach der Kündigung Hiesel-Schills habe sie die Stelle sofort ausgeschrieben, so die Kuratoriumsvorsitzende weiter. Von zwölf Bewerberinnen und Bewerbern sei die Wahl des Gremiums, in dem je drei Lehrkräfte und drei Kuratoriumsmitglieder saßen, auf Denise Kirschke gefallen. Die Violinistin unterrichte bereits an der Musikschule und leitete das kleine Streichorchester: „Das ist eine tolle Lehrerin mit tollem Lebenslauf.“ Das Votum sei daher einmütig auf Denise Kirschke gefallen. „Am 1. September fängt sie an“, erklärte Jasmin Klingan.

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