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Mysteriöses Loch inzwischen 80 Zentimeter tief: Sperrung könnte schon am Abend enden

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Sperring Pippin-Unterführung Gauting, 28.7.2022
Mehr als eine Sperrbake steht ab Freitag vor der Pippin-Unterführung in Gauting - sie wird wegen eines mysteriösen Lochs gesperrt. © Dagmar Rutt - info@digidag.de

Die Pippin-Unterführung in Gauting muss ab Freitag gesperrt werden – das ist aber die Umleitungsstrecke für die gesperrte Ammerseestraße. Ursache ist ein mysteriöses Loch in der Fahrbahn, dass mehrfach gefüllt wurde, aber immer wieder einbricht.

Update Freitag, 12.58 Uhr: Seit dem frühen Morgen arbeiten die zuständigen Mitarbeiter der Gemeinde fieberhaft an einer möglichen Problemlösung für das mysteriöse Loch an der Pippin-Unterführung, teilte die Gemeinde am Freitagmittag mit. „Nun scheint eine Lösung in Sicht. Die Ursache war wohl ein alter, gemauerter Schacht, der mittlerweile außer Betrieb war. Dieser war unzureichend verdichtet. Im Laufe des Tages wird er nun neu verfüllt, nachverdichtet und die Schadstelle wird neu asphaltiert.“ Damit könnte voraussichtlich bereits am Freitagabend die Sperre der Unterführung aufgehoben werden. Bürgermeisterin Dr. Brigitte Kössinger dankte allen Beteiligten für die schnelle, unbürokratische, bürgerzugewandte und vor allem kompetente Zusammenarbeit, hieß es aus dem Rathaus. Sie hofft, dass damit das „mysteriöse“ Loch tatsächlich zeitnah und zum Wohle aller beseitigt ist und wünscht allen Verkehrsteilnehmern gute Fahrt.

Update Freitag, 10.31 Uhr: Wegen des mysteriösen Lochs und der Sperrung der Pippin-Unterführung ab Freitag wird die Baustelle des Würmtal-Zweckverbands auf der Ammerseestraße zunächst eingestellt. Das gab die Gemeinde Gauting auf ihrer Internetseite bekannt. „Das Loch in der Fahrbahnmitte östlich der Unterführung hat sich stark vergrößert. Die Tiefe beträgt mittlerweile 80 cm., zudem sind in den seitlichen Bereichen Hohlräume festgestellt worden. Eine unverzügliche Vollsperrung war nun endgültig nicht mehr zu vermeiden“, heißt es dort. Mit dem Landratsamt habe man eine vorläufige Umleitungsstrecke vereinbart und die Stilllegung der anderen Baustelle. Sollte die Pippin-Unterführung tatsächlich für eine längere Zeit gesperrt werden müssen, erarbeiten die Beteiligten zeitnah eine entsprechende Umleitungsalternative. Der Busverkehr wird derzeit vom Pippinplatz über die Parkstraße auf die Ammerseestraße und in Gegenrichtung von der Ammerseestraße auf die Römerstraße geführt. Die Haltestelle des X 910 wird in dieser Zeit an die Rafael-Katz-Straße verlegt.

Gauting – Gautinger brauchen in den nächsten Tagen viel Geduld und gute Nerven, wenn sie durch das Gautinger Zentrum wollen oder müssen. Denn: Die Pippin-Unterführung wird ab Freitag für zunächst unbestimmte Zeit gesperrt. Grund ist ein mysteriöses Loch in der Fahrbahn, dass schon mehrfach gefüllt worden war, aber immer wieder aufbricht. Nun soll dem Loch in der Straße auf den Grund gegangen werden. Problem: Über den Pippinplatz führt die Umleitung für die gesperrte Ammerseestraße, was viele neue Probleme schafft.

Bürgermeisterin Dr. Brigitte Kössinger deutete das Problem bereits in der jüngsten Bauausschusssitzung an. Auf Höhe des Ärztehauses am Bahnhof breche „immer wieder“ die Asphaltschicht ein. Ursache sei der Straßenuntergrund. Das Loch im Belag sei erst am Wochenende neu asphaltiert worden, doch nach dem Starkregen in der Nacht auf Dienstag sei die Asphaltschicht an der Unterführung wieder eingebrochen. Das Loch musste am Dienstagmorgen nochmals asphaltiert werden. Im Rathaus seien deshalb die Drähte heiß gelaufen, weil die Leute im morgendlichen Berufsverkehr auf der Umleitungsstrecke im Stau standen. Doch sie bitte einfach „um Verständnis“. Dass das frisch asphaltierte Loch nach dem Starkregen wieder einbrechen würde, sei nicht vorhersehbar gewesen. Sie verstehe den Ärger der Leute, wenn sie auf der Umleitungsstrecke im Stau stehen. Erst nach den Sommerferien, wenn die Kanalbauarbeiten des Würmtalzweckverbands (WZV) abgeschlossen sind (bis 9. September), sei die Ammerseestraße wieder befahrbar. Laut der Tiefbau-Ingenieurin Beatrice Bruns seien womöglich Leitungen eingebrochen – das war der Stand am Dienstagabend.

Kamera-Untersuchung der Leitungen soll Klarheit bringen

Am Donnerstag zog die Gemeinde die Notbremse und ordnete aus Sicherheitsgründen eine Vollsperrung des Abschnitts und damit der Unterführung an. „Trotz wiederholter Auffüllung mit Flickkies stellt es immer wieder eine Gefährdung für die Verkehrssicherheit dar. Erste Untersuchungen in den Kontrollschächten erbrachten keine Ergebnisse, die zu einer Problemlösung führten. Die Schadstelle weist weiterhin Ausspülungen auf, die derzeit untersucht werden“, erklärte Rathaussprecherin Charlotte Rieboldt am Vormittag. Deshalb würden sowohl der Regenwasserkanal als auch die Trinkwasserleitung mittels Kamera auf eventuelle Lecks geprüft. Hintergrund: Ist eine von beiden undicht, spült das auslaufende Wasser den Untergrund aus, irgendwann bildet sich ein Hohlraum, die Oberfläche gibt nach, die Straße sackt ab. ab. In diese Richtung gehen auch die Befürchtungen im Rathaus: „Eine Aufgrabung ist nicht zu vermeiden. Nur so können bei der Untersuchung festgestellte Schäden fachgerecht beseitigt und eventuell schlimmere Folgeschäden ausgeschlossen werden“, so Rieboldt. Die Sperrung ab Freitag sei in Absprache mit Landratsamt und ÖPNV erfolgt und diene der Verkehrssicherheit.

Bleibt ein Problem: die Umleitung. Am Donnerstag hieß es aus dem Rathaus lediglich, diese werde am Freitag ausgeschildert sein. Am Donnerstag versuchte die Gemeinde mit Landratsamt, Polizei, Feuerwehr, ÖPNV und anderen Betroffenen, eine vernünftige Lösung zu finden. Neben großräumigen Umleitungen käme fast nur eine örtliche durch Wohngebiete in Frage, zumal nun nur noch die Ammersee-Unterführung frei ist – wenige hundert Meter westlich dieser beginnt aber die Baustelle des WZV und die dafür nötige Vollsperrung. Bis Redaktionsschluss lag die genaue Führung der Umleitungsstrecke noch nicht vor.

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