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Freuen sich über das Ja für ihr Projekt: Stefan Meier (l.) und Johannes Pohl von Sontowski & Partner.

Nach dem Gautinger Bürgerentscheid

So geht’s weiter auf dem Bahnhofberg

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54 Prozent der stimmberechtigen Gautinger haben sich am Bürgerentscheid beteiligt und mehrheitlich grünes Licht für die Neubebauung des früheren Schulareals beim Bahnhof gegeben. Wie es nun weitergeht, erläuterten Bürgermeisterin und Investor.

Gauting– „Sie sehen mich gelöst hier sitzen.“ Mit diesen Worten begrüßte Gautings Bürgermeisterin Dr. Brigitte Kössinger am Tag nach dem Bürgerentscheid die Teilnehmer des Pressegesprächs im Rathaus. Darunter waren auch Vertreter des Investors Sontowski & Partner für die Neubebauung des früheren Schulgeländes neben dem Gautinger Bahnhof.

Die Bürgermeisterin nannte das erfolgreiche Ratsbegehren eine „breite Legitimation für die weitere Planung des Projektes“. Zur Erinnerung nochmals die Zahlen des Entscheids: Das Ratsbegehren, das sich für die Fortführung der aktuellen Planung ausgesprochen hat, kam auf 67,7 Prozent Zustimmung (32,3 Prozent lehnten es ab). Das Bürgerbegehren, das die Planung stoppen wollte, unterstützten 39,1 Prozent, 60,9 Prozent lehnten es ab.

Kössinger hofft, dass die Initiatoren des Bürgerbegehrens von GautingAktiv dass Abstimmungsergebnis akzeptiert. Im Vorfeld des Entscheides hatte die Initiative durchblicken lassen, gegebenenfalls gegen den Bebauungsplan für das mittlerweile freigeräumte Gelände klagen zu wollen. „Ich appelliere an GautingAktiv, den demokratischen Prozess zu respektieren“, sagte die Bürgermeisterin. Sie betonte aber zugleich, die Verwaltung werde alles tun, damit der Bebauungsplan keine handwerklichen Mängel aufweist, die angreifbar wären.

Unterstützung erhielt sie von Stefan Meier: „Die Fachbehörden haben nach der ersten öffentlichen Auslegung nichts zu beanstanden gehabt“, sagte das Mitglied der Geschäftsleitung von Sontowski & Partner. Das sei ein beruhigendes Vorzeichen für die erneute Auslegung im weiteren Bebauungsplanverfahren, das jetzt nach dem abgelehnten Bürgerbegehren wieder aufgenommen werden kann.

Nach den Dialogveranstaltungen mit der Gautinger Bevölkerung hat der Investor verschiedene von den Bürgern angeregte Planungsdetails aufgenommen, die Materialwahl und Gestaltung der Fassaden (zum Beispiel verschiebbare Läden aus Holz vor den Fensterfronten) sowie Vorschläge für die Begrünung. Der Planungsprozess sei im ständigen Fluss, ergänzte Meiers mitverantwortlicher Kollege bei dem Gautinger Projekt, Johannes Pohl: „Wer die aktuelle Planung mit dem ursprünglichen Entwurf vergleicht, wird die Veränderungen deutlich sehen.“

Dem Vorschlag der FDP, den Einzelhandelsanteil zu erhöhen, wird der Investor nicht folgen. Meier: „Unser Auftrag ist die Umsetzung des vorgestellten Projekts.“ Und das sieht, basierend auf einem CIMA-Gutachten, einen Lebensmittel-Vollsortimenter und einen Drogeriemarkt vor. Mit Edeka und dm seien die Verträge schon unterzeichnet.

Bis zum Sommer soll der Bebauungsplan satzungsreif sein. Zeitgleich will der Investor den Bauantrag vorlegen. Baubeginn könnte mit der Gründung des Bauwerks noch heuer sein. „Wobei wir wissen, dass wir in eine witterungsungünstige Zeit fallen werden“, räumte Pohl ein. Der Stillstand durch das Bürgerbegehren habe ein halbes Jahr Verzögerung gekostet. Fertigstellung des Projekts könnte Ende im ersten Quartal 2020 sein.

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