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Symbolfoto.

Nach versuchtem Einbruch in die Realschule

„Die deutsche Polizei ist immer so nett“

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Nach dem versuchten Einbruch in die Realschule Gauting herrschen bei Polizei und Zeugen Unverständnis und Frust darüber, dass die Täter schon wieder auf freiem Fuß sind. Die Staatsanwaltschaft erklärt derweil ihr Vorgehen.

Gauting – Andreas Ruch, der stellvertretende Leiter der Polizeiinspektion Germering, spricht offen von Frustrationspotenzial. Und ein 58 Jahre alter Kaufmann aus Gauting sagt: „Die Polizei macht einen richtig guten Job und dann so etwas.“ Was beide so ärgert: Am Sonntag waren drei Rumänen (25, 28, 30) gerade dabei, in die Realschule in Gauting einzubrechen, als sie der 58-Jährige bemerkte und die Polizei sie kurz darauf in Germering mit vorgehaltener Dienstwaffe festnahm – wenig später verließen die drei als freie Männer wieder die Wache. Die zuständige Staatsanwältin hatte keinen Haftgrund gesehen (wir berichteten).

Wie kann das sein? Das fragen sich viele, darunter auch der Zeuge. „Klarer kann es nicht sein“, sagt er im Gespräch mit dem Starnberger Merkur. Der 58-Jährige hatte am Sonntag gegen 20.40 Uhr seine Abendrunde mit den Hunden drehen wollen, als er auf einmal laute Schläge aus Richtung Realschule hörte. Dort bearbeitete einer aus dem Trio gerade die Tür der Schule. „Ich bin wieder rein, habe die Taschenlampe gehört, bin dann in Richtung des Mannes gegangen und habe laut gerufen: Was ist da los?“ Gleichzeitig rief er die Polizei an, die sofort Streifen losschickte. Von ihm kam auch der Hinweis, dass die Täter mit einem „versifften Ford Focus und zunächst ohne Licht“ in Richtung Germering wegfuhren.

Dass die Staatsanwältin die Männer nach der erkennungsdienstlichen Behandlung wieder laufen ließ, sieht er äußerst problematisch. „Da lacht sich doch jeder tot“, sagt er, zumal osteuropäische Einbrecherbanden „ein dramatisches Problem in Deutschland“ seien. Auch Andreas Ruch findet klare Worte: „Das Frustrationspotenzial bei festnehmenden Polizeibeamten von mutmaßlichen Einbrechern, die zuvor in Geschäfte, Schulen, Kindergärten oder Keller eingebrochen sind, ist nicht von der Hand zu weisen, wenn diese mutmaßlichen Täter nach dem Abschluss der polizeilichen Maßnahmen mit grinsenden Gesichtern und Bemerkungen wie ,die deutsche Polizei ist immer sehr nett, weil sie sowieso nichts darf’ das Polizeigebäude wieder verlassen dürfen.“

Die Staatsanwaltschaft verteidigt dagegen ihr Vorgehen. Es habe keine Flucht- oder Verdunkelungsgefahr bestanden, sagt die Sprecherin der Staatsanwaltschaft München II, Andrea Mayer. Alle drei Männer verfügen in Althegnenberg über einen festen Wohnsitz, zudem handele es sich bei dem Delikt in Gauting um einen „versuchten Diebstahl“. Ob die Entscheidung am Sonntag anders gefallen wäre, wenn die Staatsanwältin gewusst hätte, dass einer der Männer erst im Januar wegen bewaffneten Einbruchsdiebstahls zu zehn Monaten auf Bewährung verurteilt worden war? „Das ist schwer zu sagen“, sagt Mayer. Zum weiteren Vorgehen im Gautinger Fall will sie „aus ermittlungstaktischen Gründen“ keine näheren Angaben machen.

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