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Herr Groxi , wie sich der Künstler ansprechen lässt, vor einem seiner Werke im Gautinger Rathaus.

Neue Ausstellung in Gauting

„Herr Groxi“ und wie er die Welt sieht

Wahrlich ungewöhnlich ist die aktuelle Ausstellung des Kunstvereins im Rathaus: Auf den Klinkerwänden präsentiert der Würmtal-Künstler „Herr Groxi“ seine kunterbunten großformatigen Fantasie-Figuren wie die „Käsige Heilige mit halbgeöffnetem Mund und entblößten Brüsten“.

Gauting – Das mehrschichtige witzige Groxi-Gemälde aus einer Trilogie hängt im Treppenaufgang. Zu entdecken gibt es aber auch den wilden, gelbflächigen „Sonntagmorgen“ im unteren Rathaus-Foyer. Bei der Vernissage am Donnerstag interviewten Kunstvereins-Vorsitzender Bernd Wiedemann und Gisela Franzke das Würmtaler Urgestein live. „Herr Groxi“ hat seine Werkstatt in der Gautinger Splittersiedlung gegenüber vom Waldfriedhof – und ist nicht so leicht zu packen: „G‘schmier, naiv“, so geißeln manche Betrachter das Werk des Herrn Groxi. Aber er selbst finde die ausgestellten 58 Bilder seines Kollegen „grandios“, erklärt Bernd Wiedemann bei der Vernissage. Tausendsassa Groxi bezeichnet sich selbst als „Maler, Bildhauer, Musiker und Philosoph – alles unter einer Mütze.“

Zwischendurch gehe er einem Brotjob nach, mit harter körperlicher Arbeit als Fliesenleger oder Gartenhelfer. „Du hast einmal gesagt, Kunst ist alles Quatsch“, erinnert Wiedemann. Ja, „der schönste, größte“, bestätigt der Tausendsassa im Interview. Er selbst verstehe gar nicht, warum bei der aktuellen Biennale Venedig, die er gerade besucht hat, „all das Zeug“ zwischen den wunderschönen Bäumen der Giardini rumstehe, bekennt Groxi.

Bezahlt wird pro Quadratmeter Gemälde

„Watsch‘n“ hätte er auch schon gekriegt – „weil ich so viele Farben schichte.“ Immerhin: Der finale Lack seines „kontrollierten Schmierens“ auf „Riesentrümmern“, die er im Liegen bearbeitet, sei bio.

Fertig sind die geschichteten Großformate erst, wenn das Bild „wie ein nicht unangenehmer Mensch wieder geht.“ Kollegin Gisela Franzke erkennt auch Einflüsse des von Groxi so geschätzten, berühmten Malers Georg Baselitz vom Ammersee. Zum Beispiel beim Comic-Großformat „Nasenblutenschaun“: Der Riesenkopf mit dem roten Blutstrahl aus der Nase – und die darum gruppierten Gesichter mit den weit aufgerissenen neugierigen Augen laden zum Schmunzeln ein.

Aber auch das köstliche Groxi-Bild mit dem Fantasietitel „Mohrenschmalz“. Rembrandts berühmter „Mann mit dem Goldhelm“ wird bei Groxi zum großen Helm auf zwei kurzen Beinen. Und bei der romantischen Sujetmalerei mit untergehender Sonne scherzt der Künstler: „Hochkant, damit‘s nicht über Dein Sofa passt.“

So ungewöhnlich wie „Herr Groxi“ selbst, sind auch die Preise, die er für seine Kunst aufruft. Pro Quadratmeter Bildfläche gelten die Gautinger Grundstückspreise von 1500 Euro „plus 20 Prozent.“  cc

Die Werkschau

hängt noch bis 15. Oktober im Gautinger Rathaus. Am morgigen Sonntag, 1. Oktober, 11 Uhr, gibt‘s dazu eine Matinee mit Live-Musik der Jazz-Rockband „Embryo.“ Ob Schlagzeuger Groxi mit spielt, „ist noch offen.“

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