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Der große Sitzungssaal – hier bei einer Infoveranstaltung zur Gestaltung des Grundschulareals – braucht für eine erweiterte Sitzungsmöblierung neue Tische und neue Technik. 

Kein Geld für zu viel Mumpitz

Die Gemeinde Gauting wächst und damit auch die Zahl der Gemeindevertreter nach der nächsten Kommunalwahl. Für den Sitzungssaal ist deshalb neues Mobiliar nötig.

Gauting – 21 248 Einwohner zählt das rasant wachsende Gauting: Nach der Kommunalwahl 2020 werden deshalb statt 24 bereits 30 Gemeinderäte um den Ratstisch sitzen. Bei der jüngsten Sitzung präsentierte Hochbauamtschefin Christiane Ait deshalb erste Grob-Konzepte für Mobiliar mit Zusatz-Plätzen an mobilen Tischen nebst Medientechnik.

Für sechs weitere Kommunalpolitiker muss der Sitzungssaal nicht in großem Stil erweitert werden. Noch aus den 1970er-Jahren stammen der moosgrüne Teppichboden, aber auch die schweren, breiten Holztische, an denen heute Bürgermeisterin Dr. Brigitte Kössinger und 24 Räte sitzen. Weil mittlerweile Medientechnik für Präsentationen, aber auch Zusatz-Arbeitsplätze für sechs weitere Rats-Mitglieder unterzubringen sind, hat Christiane Ait mit Fachplaner Uwe Böhm von der württembergischen Firma Fröscher zwei Grob- Entwürfe für eine neue Möblierung erarbeitet.

In Variante eins werden kleinere, mobile Tische für künftig 30 Räte, Plätze für Rathauschef und Verwaltung in einer halbrunden U-Form angeordnet. Statt der bisher von Köpfen der CSU-Fraktion teils verdeckten Leinwand ist an der Fensterfront gegenüber vom Zuschauerraum ein Medienschrank mit LED-Bildschirm an der Decke vorgesehen. In die Mitte der mobilen Sitzungstische mit Steckern für Tablets und USB-Sticks kämen rollbare Monitore, „die auch für andere Veranstaltungen genutzt werden können“, erläuterte Christiane Ait. In Variante zwei gebe es radiale, ebenfalls mobil auf- und abbaubare Tischplatten mit Anschlüssen für Medientechnik.

Britta Hundesrügge (FDP) wollte sicher gestellt wissen, dass Bürger künftig die Sitzungsvorlagen auf Groß-Bildschirmen gut mitverfolgen können. „Machbar ist alles“ antwortete Hochbauamtschefin Christiane Ait. Frage sei nur, zu welchen Kosten. Tabu ist für Rathauschefin Brigitte Kössinger die Erweiterung um den angrenzenden kleinen Sitzungssaal. Denn dort fänden parallel andere Arbeits-Besprechungen statt. Wenn entsprechend viele Bürger vor spannenden Ratssitzungen auf der Matte stehen – etwa vor der Entscheidung zum Bürgerbegehren „Rettet das Schlosscafé“ kurz vor Weihnachten 2008 – werde einfach die Wand entfernt. Auch in Zukunft werde der Zuschauerraum bei Sitzungen so bei Bedarf problemlos erweitert.

„Ich bin erstaunt, dass wir hier im Raum künftig 30 Plätze für die Ratsmitglieder unterbringen werden“, wunderte sich Tobias Mc Fadden (Piratenpartei). Doch er würde auf teures Mobiliar mit aufwändiger, schwer zu bedienender Technik verzichten. Im Vergleich zu Leinwand und Beamer verteuere die von der Firma Fröscher vorgeschlagene LED-Medienwand nämlich den Umbau „ums Zehnfache“. Kein Geld „für Mumpitz“ verlangte daher der erfahrene Veranstaltungstechniker Mc Fadden – und „einfache Bedienbarkeit“. Auf teure Spezial-Tische könne man getrost verzichten. Stattdessen sollten nur Kabel im Boden verlegt werden.

Mit diesen Vorgaben ging Christiane Ait in die weitere Planung mit Kostenkalkulation und öffentlicher Ausschreibung. Bis 2019 soll der Sitzungssaal für 30 Räte umgebaut sein, sagte Bürgermeisterin Brigitte Kössinger: Pünktlich vor der Kommunalwahl 2020.

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