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Unter den Augen der Fahnenabordnungen zahlreicher Gastvereine weihte Gautings Pfarrer Otto Gäng das neue Fahnentuch des Trachtenvereins d’Würmlust-Stamm Gauting.

Fahnenweihe in St. Benedikt

Gelebtes bairisches Brauchtum

Lange hatten die Mitglieder des Trachtenvereins d’Würmlust-Stamm Gauting auf diesen Tag hingefiebert. Am Sonntag ist ihre neue Vereinsfahne nach Jahren der Planung und Vorbereitung geweiht worden.

Gauting – Beeindruckend war die Fahnenweihe des 1912 gegründeten Gautinger „Gebirgs-Tracht-Erhalt-Vereins D‘Würmlust“ am Sonntag in der überfüllten Pfarrkirche St. Benedikt. Ein Höhepunkt des Festgottesdienstes mit Fahnenabordnungen der örtlichen Feuerwehren, des Patenvereins „d’Stoarösler“ Dorfen, der Schmid von Kochel München Sendling und derr Pasinger „D’Würmtaler Stamm“, war der wunderschöne Wechselgesang: In Festtracht mit Goldhaube sang Patin Maria Schweiger aus Dorfen einen Jodler mit ihrem Mann Andreas, begleitet vom Sohn am Akkordeon.

Es war prächtiges Bild gelebten baierischen Brauchtums: Am Altar musiziert die Gautinger Stubnmusi Schönauer Soffel. Und an den Wänden der überfüllten Pfarrkirche haben sich die Fahnenabordnungen der Gastvereine in Festtracht aufgereiht. Auch der kleine Bub, den seine im Dirndl gewandete Mama auf dem Arm hält, trägt eine zünftige Lederhose. „Segne diese Fahne vom d‘Würmlust Stamm Gauting“, bittet Pfarrer Otto Gäng bei der Zeremonie: Zur Gemeinschaft des Friedens und zur Einheit der Christenheit soll das neue Emblem beitragen. Die neue Fahne „symbolisiert unseren Glauben“, appelliere an „unsere christliche Liebe“ und „an unsere Verantwortung in der Gemeinschaft“. Wie die 95 Jahre alte Vorgängerfahne soll auch „deine Schwester uns vereinen“, wünscht der Priester.

Eine fünfstellige Summe hat die kunstvoll gearbeitete neue Fahne der Trachtler gekostet, sagt der Vorsitzende Andreas Ketterl am Rand der Weihe: Vorn auf der Stickerei sieht man das Mühlradl aus dem Gautinger Gemeindewappen sowie Schloss Fußberg und die Gautinger Frauenkirche an der Bahnhofstraße. Und auf der Vereinsseite prangt die Clermont-Brücke mit einem lachenden Erwachsenenpaar in Tracht und zwei Kindern, die dabei zuschauen. Die lebendige Szene erinnert an die Eröffnungsfeier der neuen Brücke in Gauting, erinnert Ketterl. 2007 tanzten nämlich Gautings Trachtler über das nach der südfranzösischen Gautinger Partnergemeinde Clermont l’Hérault benannte Bauwerk mitten in Gauting.

Großer Tag für Gautinger Trachtler: Bilder von der Fahnenweihe in St. Benedikt

Froh ist der örtliche Brauchtumsverein mit derzeit 80 Mitgliedern, dass „d’Stoarösler“ aus Dorfen die Patenschaft samt finanziellem Zuschuss übernommen haben. „Aus den Mitgliedsbeiträgen hätten wir diese Handwerkskunst im fünfstelligen Bereich nicht zahlen können.“ Der gesamte Verein war in die Entscheidung eingebunden. Sie haben die Motive der Fahne ausgewählt. Ebenso den Patenverein in Dorfen, erzählt Ketterl. Denn Maria, Andreas und der gleichnamige Junior Schweiger „sind hochmusikalisch“, lobte Ketterl den Gesang der Dorfener Paten in St. Benedikt. Bei der Zeremonie überreichte Maria Schweiger das Patenband.

Bürgermeisterin Dr. Brigitte Kössinger als Schirmherrin betont: Die neue Fahne symbolisiere die starke Gemeinschaft des Trachtenvereins. Mit zwei Böllern vor der Pfarrkirche Kirche endet die Weihe. Dann zieht der lange Festzug hinauf zum Kriegerdenkmal an der Bahnhofstraße. In der Mehrzweckhalle Unterbrunn wird danach noch lange gefeiert – wie einst beim unvergessenen 100. Jubiläum im Mai 2012.

Christine Cless-Wesle

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