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Im Ruhrgebiet geboren, in der Region München heimisch geworden: Gautings neuer Pfarrer Dr. Ulrich Babinsky. 

Pfarrgemeinde St. Benedikt

Der Ökumene-Freund aus dem Ruhrpott

Der neue Gautinger Seelsorger Dr. Ulrich Babinsky tritt am 1. März seinen Dienst in der Pfarrgemeinde St. Benedikt in Gauting an. Er ist Nachfolger von Otto Gäng.

Gauting – Die derzeit 6385 Gautinger Katholiken sind neugierig auf ihren neuen Pfarrer. Am 1. März wird Dr. Ulrich Babinsky (59) die Nachfolge von Otto Gäng antreten. „Als ich hier am 27. Dezember inkognito mit der S-Bahn ankam und mir die Leute angeschaut habe, dachte ich: das passt“, erzählt der im Ruhrgebiet aufgewachsene Pfarrer. Das „Ja“ zum Menschen steht für den überzeugten Seelsorger im Vordergrund. „Ich hatte immer Glück mit der Kirche und den Geistlichen“, erzählt der katholische Priester.

Aufgewachsen ist Babinsky in Duisburg. In der fünfköpfigen Familie „war ich das Sandwichkind“, sagt der 59-Jährige. Er habe sich das reiflich überlegt, ob er den Zölibat leben könne – ohne Partnerin, ohne eigene Kinder. Schon im Religions- und Kommunionsunterricht „hatte ich Pastor und Kapläne als glaubwürdige Vorbilder“. Ein charismatischer Kaplan, den er als Schüler erlebte, war Mitglied der Bruderschaft Charles de Foucauld, die das arme Leben predigte, erinnert sich Babinsky. Ein anderer Kaplan war ganz bodenständig, kickte gerne mit der Pfarrjugend. Dass der fußballbegeisterte Seelsorger Anhänger des VfL Bochum war, sei zwar bei den Duisburgern nicht so gut angekommen, erzählt der Pfarrer lächelnd. Doch „das waren Leute, die zu ihrer Sache stehen – und daher glaubwürdig sind“, so Babinsky.

Nach dem Theologiestudium in Bochum entschied sich der Duisburger fürs Priesterseminar in München. Er blieb in der Region. Seine erste Pfarrstelle hatte Babinsky in Feldmoching. Danach war der promovierte Theologe an der Münchener Ludwigskirche tätig.

Der neue Gautinger Pfarrer ist überzeugter Seelsorger: „Keine Zeit gibt es bei mir nicht.“ Zuletzt war der 59-Jährige Referent in der Krankenhausseelsorge am Universitätsklinikum Großhadern – mit Schwerpunkt Demenz. „Ich habe da im Krankenhaus mitgearbeitet, war Seelsorger für alle.“ Allein schon ein Gespräch mit einem Priester, der einfach nur zuhört, helfe den meisten Menschen weiter, sagt Babinsky. Beim Umgang mit Demenz- oder Koma-Patienten habe er gelernt, wie man mit Kranken kommuniziert, die ihre Sprechfähigkeit verloren haben. „Da ist sehr wohl noch etwas da, was diese Menschen berührt. Man sieht das an der Mimik, an der Gestik, an ihrer Körpersprache.“

„Ich schaue nicht nur auf meinen eigenen Kirchturm“, betont der Seelsorger. Babinsky hat sich daher gefreut, als ihm sein evangelischer Amtskollege Klaus Firnschild-Steuer gleich nach dem ersten Presseartikel eine Mail mit Willkommensgruß schickte: „Ökumene gehört zu meinen frühen Erfahrungen im konfessionell gemischten Duisburg.“

Hobbys? Fehlanzeige beim künftigen Pfarrer von St. Benedikt. Wenn ihn etwas interessiere, dann erarbeite er sich das lesend. Im vorigen Sommer habe er sich zum Beispiel intensiv mit Giuseppe Verdi befasst – mit Besuch der Salzburger Festspiele. Die Oper „Aida“ habe durchaus „religiöse Aspekte“ – und: „Ich singe gern, manchmal auch falsch, aber gern.“

Christine Cless-Wesle

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