Arbeit, die Spaß macht (v.l.): Felix (10), Anne Franke, Max (9), Emily (11) und Sylvia Rindermann beim Erstellen eines Insektenhotels. Darin sollen Wildbienen, Hummeln, Fliegen oder auch Schmetterlinge im Winter überleben. foto: andrea jaksch

Insektenhotels in Gauting

Neues Zuhause für Bienen und Käfer

Um die Überlebenschancen von Insekten zu erhöhen, bauten die Gautinger Grünen mit Einwohnern der Gemeinde Insektenhotels. Worauf man dabei achten muss, erklärt Heidi Köbele vom Grünen-Ortsvorstand. 

Gauting – Kräftig gehämmert und gebohrt haben Grünen-Politiker vor dem „Abacus“ am Bahnhofplatz: Mit dem Ortsvorsitzenden Professor Dr. Jürgen Schade und Landtagskandidatin Anne Franke bauten auch Kinder eifrig mit ihren Vätern an Insektenhotels aus gut vorbereitetem Naturmaterial. „Seit sechs Wochen arbeite ich auf diese Aktion hin“, sagte Schade. „In unseren Gärten soll es wieder summen. Wenn die Biene einmal von der Erde verschwindet, hat der Mensch nur noch vier Jahre zu leben“, sagte er und berief sich auf Quanten-Physiker Albert Einstein.

Anstoß war die Grünen-Veranstaltung „Unsere Heimat – beschädigt durch Flächenfraß und Pflanzengift“ im März, sagte Schade. „Ich wollte etwas in der Praxis tun.“ Daran hat sich auch der Gautinger Künstler Richi Eckert beteiligt. Er brachte ein Plakat vorbei: „Wir suchen eine Wohnung“ erklärten darauf Wespe, Mücke, Spinne und ein Vogel.

Nur glatt geschnittenes Hartholz darf zum Einsatz kommen

Felix (10) sowie die Geschwister Emily (11) und Max (9) waren schon begeistert bei der Arbeit. „Wir wohnen neben den Schades“, erzählten die Kinder. „Deshalb machen wir mit.“ Schade und seine Frau Heidi Köbele hatten zu Demonstrationszwecken einen Prototyp „Insektenhotel“ zum Bahnhofplatz gekarrt. In Kisten lagen bereits zugeschnittene Drei-Kant-Hölzer, sortierte Zapfen, Rinden, Moose und glatt zugeschnittene Röllchen. Letzteres war altes Schilf vom Maisinger Weiher, erzählte die pensionierte Lehrerin Heidi Köbele vom Grünen-Ortsvorstand. „Es darf nur glatt geschnittenes Hartholz sein“ – so wie die Eiche von der Westumfahrung Starnberg, ergänzte Schade. Denn Wildbienen würden ihre zarten Flügel an splitterndem Holz verletzten.

Mit zwei seiner vier Kinder bastelte Sebastian Worm-Paradiek eifrig am Insektenhotel: „Wir haben Bienen, Mücken, Schmetterlinge und Käfer in unserem Garten“, erzählte Tochter Lilo (7). Und wenn mal eine Hornisse ins Haus komme, „sagt meine Mama, mach’ den Mund zu. Oder sie verscheucht die Hornisse“. Felix werkelte im Team von Sylvia Rindermann. „Wir haben Bienen, die in einem Wurzelstock leben“, erzählte er. Sein Freund Max sieht im Nachbargarten auch Hummeln fliegen, denn: „Da gibt’s blühende Blumen.“

Spaßige Arbeit mit ernstem Hintergrund

Die spaßige Arbeit hat einen ernsten Hintergrund, wie Köbele sagte: „Wir wollen mit Insektenhotels einen kleinen Beitrag für die Überlebenschancen der Insekten leisten.“ In den fertigen Holzhäusern sollen Wildbienen, Hummeln, Wespen, Fliegen, Käferarten, Schmetterlinge und Glühwürmchen überwintern. Als bestäubende Insekten sind besonders Wildbienen lebensnotwendig für den Menschen, betonte Schade: „Sie bestäuben 80 Prozent aller Pflanzen.“ Ohne Insekten gäbe es auch keine Vögel mehr. Die Sorge ums Insektensterben sei bereits parteiübergreifend, betonte Grünen-Sprecher Dr. Matthias Ilg: Sogar die CSU Harlaching verteile im Landtagswahlkampf Blumensamen, sagte er – und hämmerte mit Freude an seinem Insektenhotel weiter.  cc

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