Können sich auf den Schulbus nicht verlassen: Claudia Nothaft und ihre siebenjährige Tochter Veronika an der Bushaltestelle der oberen Grundschule in Gauting.
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Können sich auf den Schulbus nicht verlassen: Claudia Nothaft und ihre siebenjährige Tochter Veronika an der Bushaltestelle der oberen Grundschule in Gauting.

Mutter stinksauer

Schulbus lässt Kinder einfach stehen: Elterntaxis müssen aushelfen - „Langsam platzt mir der Kragen“

Kinder, die einfach stehen gelassen werden. Und Elterntaxis, die aushelfen müssen: Die Situation um die Schulbusse in Gauting ist unbefriedigend. Nun gibt es eine offizielle Beschwerde.

Gauting – Über Probleme mit den MVV-Bussen, die Kinder aus Ober- und Unterbrunn von der oberen Gautinger Grundschule nach Hause transportieren sollen, haben sich die Grünen-Gemeinderätinnen Anne Franke und Claudia Nothaft im Landratsamt beschwert. „Am Montagmittag wurde meine siebenjährige Tochter einfach stehen gelassen“, berichtet die Oberbrunnerin Nothaft. „Ich fahre nur noch Taxi für meine Kinder. So langsam platzt mir der Kragen.“ Landratsamtssprecher Stefan Diebl sagt auf Anfrage: „Wir sind bereits im Gespräch mit MVV und Busunternehmer. Es gibt einen klaren Auftrag, der erfüllt werden muss.“

Gauting: Schulbus lässt Mädchen (7) stehen - „Fahre nur noch Taxi für meine Kinder“

Auch Anne Franke ist aufgefallen, dass es bei den Schulbussen hakt. Die Gemeinderätin und Landtagsabgeordnete setzt sich seit Jahren für funktionierende Buslinien in Gauting ein. Eltern berichteten, „dass Kinder nicht wussten, in welchen Bus sie steigen mussten“, da die Busfahrer entweder telefonierten oder die Kinder nicht hätten verstehen können, weil sie „nicht der deutschen Sprache mächtig waren“, so Franke. Inzwischen würden fünf Elterntaxis aus Oberbrunn und mindestens zehn aus Unterbrunn regelmäßig zur Grundschule fahren, „da der ÖPNV als zu unzuverlässig empfunden wird“.

Schulbus-Problem in Gauting: „Haben vier Jahre Leid hinter uns“

Nothaft hatte sich dafür stark gemacht, dass der MVV-Bus nach Oberbrunn während der Baustellenzeit am Sontowski-Komplex direkt vor der Grundschule hält – „damit die Kinder nicht durch die Baustelle gehen müssen“. Im Frühsommer habe sie trotzdem beobachten müssen, wie ein Fahrer Kinder auf der Mittellinie der Ammerseestraße im fließenden Verkehr einsteigen ließ. „Wir haben vier Jahre Leid hinter uns“, sagt die dreifache Mutter.

Die Busfahrer telefonierten ständig und interessierten sich gar nicht für die Kinder. Erstklässler müssten den Fahrern sagen, wo es nach Oberbrunn geht. „Damit sich meine Tochter melden kann, wenn der Bus mal wieder an ihr vorbeifährt“, habe sie ihr extra eine Smartwatch gekauft.

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Denn der Zweitklässlerin sei es schon passiert, dass auf dem Schild des Busses vor der oberen Grundschule „Betriebsfahrt“ stand. Auf die Nachfrage des Kindes „Fährst du nach Oberbrunn?“ habe der Fahrer geantwortet: „Ich nix versteh’n.“ Am vergangenen Freitag habe der Fahrer den Weiler Hausen, wo ein Schüler wohnt, erst gar nicht angesteuert, sondern sei direkt bis Oberbrunn gefahren.

„Ich bitte Sie, der Sache nachzugehen und möglichst schnell eine gute Lösung zu finden“, appellierte Franke ans Landratsamt. Bei den Eltern werde der Ruf nach einem eigenen Schulbus laut. Aus Frankes Sicht müssten die Probleme innerhalb des MVV-Systems zu lösen sein. Eigentlich könne man ja froh sein, dass es gelungen ist, die Schulbusse in den ÖPNV zu integrieren – dies sei ökonomisch und ökologisch sinnvoll. Laut Landratsamtssprecher Diebel werden sich Mitarbeiter der Abteilung Verkehrswesen nun vor Ort anschauen, was funktioniert uns was nicht“. cc

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