Erneuerungsbedürftig: Die Bahnbrücke an der Ammerseestraße wird neu gebaut. Ob dann auch Fußgänger und Radfahrer eine eigene Brücke bekommen, wird nun geprüft.
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Erneuerungsbedürftig: Die Bahnbrücke an der Ammerseestraße wird neu gebaut. Ob dann auch Fußgänger und Radfahrer eine eigene Brücke bekommen, wird nun geprüft.

Verkehr

Ohne Stopp über die Ammerseestraße

In fünf bis acht Jahren soll die Überführung der Bahn über die Ammerseestraße erneuert werden. Die Verwaltung wird auf Beschluss des Verkehrsausschusses ausloten, ob eine zusätzliche Brücke für Radfahrer und Fußgänger möglich ist. Die Grünen setzten sich mit dem Vorstoß durch – mithilfe der CSU.

Gauting – Auf dem Fahrrad oder zu Fuß von Königswiesen über eine neue Fußgänger-Brücke über die verkehrsreiche Ammerseestraße Richtung Bahnhof Gauting: Im Zuge des geplanten Neubaus der Eisenbahn-Unterführung ab 2026 an der Gautinger Ammerseestraße wäre das eine Option. Die Grünen-Fraktion hat deshalb bereits die Prüfung gefordert – mit Erfolg. Einmütig beschloss der Umwelt-, Energie- und Verkehrsausschuss, dass die Verwaltung die neue Querung vom Staatlichen Bauamt in Weilheim prüfen lassen soll, Zeitplan und Fördermöglichkeiten inklusive.

Mit der sogenannten Ammersee-Unterführung hatte sich bereits der Bauausschuss des Vorgänger-Gemeinderats befasst. Beim Neubau ab 2024, wie es damals vom Staatlichen Bauamt hieß, soll die schmale Straßen verbreitert werden, um Platz für „beidseitige Radschutzstreifen und einen 2,50 breiten Gehweg“zu schaffen. So lautete auch der Ausschussbeschluss Ende 2018. Mit der DB Netz AG und dem Staatlichen Bauamt habe die Gemeinde Ende 2019 eine entsprechende Planungsvereinbarung geschlossen, hieß es in der Sitzungsvorlage.

Sollte Gauting im Zuge des Neubaus des Eisenbahnbrücken-Neubaus eine zweite für Fußgänger und Radler fordern, „tragen wir die Baulast und den Unterhalt“, warnte Bürgermeisterin Dr. Brigitte Kössinger in der Sitzung. Als es im Planfeststellungsverfahren um ein parallel gebautes Brückenwerk für Fußgänger an der Eisenbahn-Unterführung im Ortsteil Königswiesen ging, hätte alleine der Bau die Gemeinde eine halbe Million Euro gekostet – „plus Unterhalt“, erinnerte Kössinger.

Mit einer querungsfreien zweiten Fußgänger-/Radler-Brücke „schließen wir die Lücke im Alltags-Radnetz“, erläuterte hingegen Dr. Matthias Ilg (Grüne) – und man schließe die künftige Siedlung am früheren AOA-Areal Richtung Bahnhof an. Die Kosten schätzt er niedriger ein, der Grunderwerb sei kein Problem – zumal es vom neu aufgelegten Sonderprogramm „Stadt und Land“ des Bundes seit 2021 Fördermittel für „flächendeckende Fahrradinfrastruktur“ gebe. Die Bahn habe aber bereits an der Eisenbahn-Unterführung Königswiesen eine zusätzliche Fußgänger-Brücke „aus Sicherheitsgründen“ abgelehnt, mahnte Kössinger.

Die Ammersee-Unterführung werde doch frühestens 2026 bis 2030 erneuert. Davor solle die Rathausverwaltung erst einmal die Kostenfrage mit den Behörden klären, bestand Dr. Ilg auf dem Grünen-Antrag. Unterstützung bekam er von Stephan Ebner (CSU): „Unsere Fraktion befürwortet grundsätzlich die Prüfung.“ Einmütig beauftragte das Gremium daher die Rathausverwaltung, sich die Sache genauer anzuschauen. „Eventuell ist die Deutsche Bahn ja fahrradfreundlicher geworden“, sagte die Bürgermeisterin.

Bei der Deutschen Bahn gab‘s dazu gestern noch keine Stellungnahme, das Staatliche Bauamt Weilheim will sich heute äußern.

Christine Cless-Wesle

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