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Regen Zulauf hatte der Info-Markt im Vorfeld der Gautinger Bürgerversammlung mit rund 250 Interessierten. Bauamtsleiter Rainer Härta (l.) informierte die Bürger über die Entwicklung 

Bei der Bürgerversammlung 

Ortsentwicklung treibt Gautinger um

Die Ortsentwicklung war beherrschendes Thema bei der Gautinger Bürgerversammlung am Montagabend im Bosco. Die Diskussion zwischen Bürgermeisterin Dr. Brigitte Kössinger (CSU) und Vertretern des Bürgerforums und von „Gauting Aktiv“ war lebhaft.

GautingDie geplanten Gewerbegebiete, der Handwerkerhof, die Neuplanung des Bahnareals, aber auch das neue Wohnquartier beim früheren AOA-Gelände waren die großen Themen, die die Besucher der Gautinger Bürgerversammlung am Montagabend umtrieben. Bürgermeisterin Dr. Brigitte Kössinger ging in ihrem Rechenschaftsbericht darauf ein, warum diese Projekte für die Gemeinde wichtig seien.

Um ortsansässige Betriebe samt Arbeitsplätzen in der Gemeinde zu halten – wie Dietl Feinmechanik, Ideal Maschinenbau oder Stanz Schmid Stockdorf –, müsse der Gemeinderat zügig das Gewerbegebiet „Gautinger Feld“ neben der Asklepios-Klinik entwickeln, sagte sie. Das gelte auch für den geplanten Handwerkerhof, der neben der ebenfalls neu zu bauenden Polizeiinspektion beim Kreisverkehr im Westen von Gauting entstehen soll. Nach der frühzeitigen öffentlichen Beteiligung stehe aktuell der Asto Ecopark im Unterbrunner Holz auf der Agenda. Gauting benötige langfristig 17 Millionen Euro Gewerbesteuer jährlich, um wieder die zuletzt gekürzten oder ausgesetzten freiwilligen Leistungen zahlen zu können, betonte Kössinger.

In allen Planungsvarianten für das Bahnhofs-Areal bleibe das Bahnhofsgebäude erhalten

Die gute Nachricht: Sechs Planungen für das Gesamtareal Bahnhof seien im Ideenwettbewerb ausgearbeitet worden. In allen sechs Entwürfen bleibe das historische Bahnhofsgebäude erhalten. Ab Montag würden die Entwürfe im Rathaus ausgestellt.

Das vor drei Jahren gestartete Gesamtverkehrskonzept für Gauting komme in die Gänge, sagte die Bürgermeisterin. Das Staatliche Bauamt habe nach einem Jahr einen Radschutzstreifen bergauf an der Bahnhofstraße befürwortet. In einer Sondersitzung werde der Plan noch heuer verabschiedet.

Polizeichef Ernst Wiedemann warnte vor Wohnungseinbrüchen, die in den dunklen Monaten erfahrungsgemäß wieder zunehmen würden. Zwei Frauen seien zudem auf Angebote in Single-Portalen im Internet reingefallen, sagte er. Eine habe ihrer vermeintlich „großen Liebe“ 100 000 Euro überwiesen, die andere sogar noch etwas mehr. „Ich hoffe, dass ich am Ende meiner Dienstzeit noch den ersten Spatenstich fürs neues Polizeigebäude erlebe“, blickte Wiedemann voraus. „Was passiert dann mit dem Polizeigrundstück an der Münchener Straße?“, wollte ein Bürger wissen. Es sei noch nichts entschieden, sagte Kössinger. Fest stehe aber, dass die dort ebenfalls ansässige Feuerwehr mehr Platz benötige.

Bürgermeisterin Kössinger: „Ich kann die Entwicklung nicht stoppen“

In einer leidenschaftlichen Rede forderte Dr. Ulla Ziegler, Vorsitzende des Bürgerforums, die Bürgermeisterin auf, die Folgen der Planungen wie Zuzug, weitere Kindergartenplätze, Schulneubau oder Verkehr in einer öffentlichen Veranstaltung mit den Bürgern zu diskutieren. „Ich kann die Entwicklung nicht stoppen“, antwortete Kössinger. Wenn heute ein Häuschen abgerissen werde, setze der Eigentümer vier Doppelhäuser auf das Grundstück.

Auf die Kritik an einer überzogenen Planung auf dem AOA-Gelände sagte Dr. Andreas Albath von „Zukunft Gauting“, viele Bürger seien froh, dass in Gauting etwas „in Bewegung kommt“. Im Bebauungsplanverfahren hätten die Bürger noch die Chance, ihre Bedenken und Anregungen einzubringen.

von Christine Cless-Wesle

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