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Die Physikerin und Mutter Carleen Kluger (28) aus Gauting hat beim Astronauten-Training die ersten Hürden gemeistert.

Physikerin und Mutter

Kommt die erste deutsche Astronautin aus Gauting?

Die Physikerin und Mutter Carleen Kluger (28) aus Gauting hat beim Astronauten-Training die ersten Hürden gemeistert.

„Ich will Astronautin werden!“ Das war für Carleen Kluger aus Gauting schon vor vielen Jahren klar. Als die Heimatzeitung die Abiturientin fragte, was sie einmal beruflich machen wolle, kam genau das als Antwort. Ein Jahrzehnt später ist die Physikerin und verheiratete Mutter zweier Kinder ihrem Ziel näher denn je: Carleen Kluger (28) hat gerade den Sprung in die nächste Auswahl für das Pionier-Projekt „Erste deutsche Astronautin“ geschafft. Sie hat damit gute Chancen, zu den 90 Frauen zu gehören, die sich Hoffnung auf die Erfüllung ihres Traums machen dürfen.

„Stellen Sie sich vor, Sie blicken von der Internationalen Raumstation ISS aus auf unsere Erde: Was sehen Sie? Was beeindruckt Sie? Gibt es Unterschiede, ob ein Mann oder eine Frau auf unseren Planeten schaut?“ Das ist nur ein Teil der Fragen, mit denen Initiatorin Claudia Kessler das höchst spannende Projekt für junge deutsche Naturwissenschaftlerinnen beschreibt.

Sollte Carleen Kluger tatsächlich die erste deutsche Frau im All werden, wäre es der Höhepunkt einer beeindruckenden Entwicklung. Bereits mit 13 Jahren radelte die Tochter eines Dokumentar-Filmer-Ehepaares von Gauting aus rüber nach Oberpfaffenhofen: Im „School Lab“ des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) absolvierte die hochbegabte Gymnasiastin ihr erstes Praktikum.

Zwei Kinder und der Traum vom Weltall

Nach sechs Monaten in Indien ergriff Carleen Kluger eine weitere Chance: Von der Pilotklasse am Münchner Maria-Theresia-Gymnasium wechselte die damals gerade 15-Jährige ans Sächsische Landesgymnasium für Hochbegabte bei Meißen: „Das war eine tolle Möglichkeit, Naturwissenschaften und Sprachen zu lernen“, schwärmt sie noch heute.

Ihre Facharbeit schrieb die Abiturientin über die „Fortpflanzung von Organismen, Einzellern und Ratten im All“. Der Hintergedanke: Sollte die Menschheit jemals einen anderen Planeten besiedeln wollen, sei das eine der wichtigsten Fragen: „Wie sollen sich Menschen, Säugetiere oder Pflanzen ohne die Schwerelosigkeit vermehren?“ In ihrer fast abgeschlossenen Doktorarbeit forscht Carleen Kluger gerade über ein Protein – und dessen Auswirkung auf die Herz-Muskel-Krankheit, auch bei Schwerelosigkeit.

Ihrem Lebenstraum ist sie mittlerweile ein Stück näher gekommen, denn einzelne Stufen des mehrstufigen Vorauswahlprozesses hat sie geschafft. 408 Frauen hatten sich beworben, 90 kommen nach dem Vorauswahlverfahren weiter und absolvieren das medizinisch-psychologische Verfahren beim DLR in Köln und in Hamburg – darunter vermutlich auch die Gautingerin.

Wie viele Bewerberinnen im Frühjahr 2017 übrig bleiben, steht völlig in den Sternen. Bei den Männern liegt die Durchfallquote bei diesen Tests erfahrungsgemäß zwischen 70 und 80 Prozent.

Carleen Kluger hofft natürlich, bis zum Ende dabei zu sein. Und was macht sie mit ihren beiden kleinen Töchtern Franka (2½) und Katja (neun Monate), wenn sie tatsächlich die Erde in der ISS umkreisen darf? Kein Problem. Ihr Ehemann, auch er ein promovierter Physiker, kümmert sich bereits jetzt um sie in Elternzeit. Und wenn alle Stricke reißen, betreut ihre Mutter, die ebenfalls in Gauting wohnt, ihre Enkeltöchter. „Ich bin ja bei keiner Langzeit-Mission dabei, wo es keinen Rückflug gibt“, sagt die angehende Astronautin. „Später will ich meinen Enkeln mal erzählen: Oma ist Astronautin gewesen.“

Von Christine Cless-Wesle

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