„Klimapilgerweg Vanuatu-Gauting 2021“: Konfirmandin Anna Serbin (l.) und Cornelia Muschialik präsentieren die Broschüren zum Projekt vor der Krapfberg-Villa.
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„Klimapilgerweg Vanuatu-Gauting 2021“: Konfirmandin Anna Serbin (l.) und Cornelia Muschialik präsentieren die Broschüren zum Projekt vor der Krapfberg-Villa.

Insel Vanuatu im Fokus

Pilgerweg für den Klimaschutz: „Grüner Gockel Gauting“ initiiert Umweltprojekt

Die Umweltgruppe „Grüner Gockel“ hat einen Klimapilgerweg initiiert. In besonderem Kontext steht die Pazifik-Insel Vanuatu. Gautinger sind zum Mitmachen eingeladen.

Gauting – Cornelia Muschialik von der Gautinger Umweltgruppe „Grüner Gockel“ steht vor der Christuskirche und zeigt ein Heftchen. Auf der Titelseite ein künstlerisches Gemälde einer Mutter, die sich mitten im verheerenden Zyklon „Pam“, der im März 2015 die Inseln von Vanuatu verwüstete, mit ihrem Körper schützend über ihr Kind beugt. „Klimapilgerweg Vanuatu-Gauting 2021“ steht auf der Broschüre.

„Unser Klimapilgerweg ist aus dem Weltgebetstag heraus entstanden“, erklärt Muschialik. Nun sind die Gautinger bei der Aktion zum Mitmachen aufgefordert.

Weltgebetstag 2021 im Zeichen der Frauen aus Vanuatu

Der Weltgebetstag stand heuer im Zeichen der Frauen aus Vanuatu – „einem Paradies im Pazifik“, wie Kerstin Steuer vom „Grünen Gockel“ sagt. Doch wie lange wird es dieses Paradies noch geben? Denn der steigende Meeresspiegel „bedroht die Existenz der Menschen dort“, sagt Steuer. Nach dem Pazifik-Zyklon vom 13. März 2015 hätten 90 Prozent der Bewohner von Vanuatu ihre Behausung verloren, teilt Muschialik mit.

Um die Zusammenhänge zwischen dem Lebensstil in Gauting sowie Europa und der Situation im fernen südpazifischen Inselstaat zu zeigen, wirbt die Umweltgruppe mit dem Gemälde der Künstlerin Juliette Pita aus Vanuatu auf der Vorderseite ihrer Broschüre für ihr Anliegen Klimapilgerweg. Das gedruckte Heft mit Extrablatt zum Mitmachen für Ideen, Impulse, Anregungen und Inspirationen liegt bereits an der ersten Station des Pilgerwegs im Walter-Hildmann-Haus der Christuskirche aus.

Erste Station Christuskirche, dann geht‘s weiter durch Gauting

Zweite Station ist ein gerodetes, privates Waldstück am Brunner Feldweg/Ecke Winkelackerweg hinter dem dortigen Spielplatz. Der Mann, der die Bäume fällte, habe gesagt: „Dieses Land muss wieder Wiese werden“, schreibt Kerstin Steuer – und fordert die Spaziergänger dazu auf, im nahen Waldstück gleich die 100 Jahre alte Buche zu besichtigen. Dieser Baum stehe symbolisch für das Grün, schaffe Lebensqualität, konkreten wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Nutzen, verarbeite CO2, gebe Sauerstoff ab – und sei Lebensraum für zahlreiche Tiere.

Eine weitere Station ist die geplante sozial-ökologische Mustersiedlung Am Patchway Anger mit geräumtem AOA-Fabrikgelände. Weiter geht’s zum „Verkehrsknotenpunkt“ Pippinplatz mit trotzdem „viel Aufenthaltsqualität, viel Grün, kleinen Geschäften, Bänken“, heißt es im Heft. Am fast fertigen Sontowski-Komplex beim Bahnhof erinnert das Umweltteam daran, dass für den Neubau 100 Jahre alte Bäume hätten gefällt werden müssen.

Klimapilgerweg: Am Würm-Wasserrad schließt sich der Kreis

„Quo vadis Gauting?“, fragt der „Grüne Gockel“ mit einer historischen Skizze vom gerade abgerissenen Bergmoser-Haus mit Türmchen und dem Foto von der gemeindlichen Krapfberg-Villa, die ebenfalls vor dem Abriss steht. Am Würm-Wasserrad beim Lederersteg schließt sich der Kreis zum Anstieg des Meeresspiegels im fernen Vanuatu.

Mit im Team des Klimapilgerwegs ist Konfirmandin Anna Serbin (14). Den Klimawandel habe sie selbst schon beim Familienurlaub in der Bretagne erlebt, erzählt sie. Da schwimme Plastikmüll im Meer. Deshalb gestaltete die Gymnasiastin ein Werbeposter für den Klimapilgerweg und hängte es im Walter-Hildmann-Haus auf.

Christine Cless-Wesle

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