Frau gibt Bettler Geld
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Symbolbild.

In Gauting

Polizei macht Bettler dingfest

Sie sprachen gebrochenes Deutsch, bettelten an Haustüren um Geld, Arbeit oder Essen.  Am Dienstagvormittag waren in ganz Gauting Bettler unterwegs. Möglicherweise wollten sie Häuser und Wohnungen ausspionieren. Die Polizei griff ein.

Gauting In der örtlichen Polizeiinspektion liefen deshalb die Drähte heiß. „Innerhalb einer halben bis Dreiviertelstunde gingen sieben Anrufe ein“, berichtete der zuständige Dienstgruppenleiter. Die Anrufer hätten gar nicht besser handeln können: Weil sie unverzüglich die Polizei in Kenntnis setzten, war der Streifenwagen gleich vor Ort. Innerhalb einer Stunde hatten die Beamten verdächtige Personen dingfest gemacht.

„Hochbetrieb im Ausspähgeschäft“ hatte Klaus P. in Gauting ausgemacht und postete seine Beobachtung gleich auf der öffentlichen Facebook-Gruppe „82131 Gauting“. An verschiedenen Orten, nämlich an der Bergstraße, an der Johann-Werner- und Wessobrunner Straße, aber auch im Badviertel hatten einzelne Personen oder Zweier-Teams – alle mit osteuropäischen Aussehen, wie Zeugen berichteten – Privatgrundstücke betreten: Mit Akzent oder in gebrochenem Deutsch hätten sie nach Arbeit oder Geld gebettelt, meldeten die Anrufer der Polizeiinspektion.

Auf Facebook läuft die Debatte. „Ich habe inzwischen wirklich Angst vor Einbrüchen“, postete Anja L. schon vor einer Woche. Denn da war laut Polizeibericht in ein Haus an der Hildegardstraße in der Villenkolonie eingebrochen worden. „Früher waren das die Walmdachvillen“, weil die Diebe sicher gewesen seien, dort Geld und Schmuck zu erbeuten. Doch heute werde „überall eingebrochen“, so L., die sich Türen und Fenster mit Stahlriegeln hat sichern lassen.

„War der Telekom-Mensch letzte Woche mit seiner Frage nach einem Router echt?“, fragte Sybille G. auf Facebook. Klaus P. antwortete: „Berechtigte Frage.“ Bei ihm sei am Dienstag eine ältere Frau mit dem Zettel „suche Arbeit“ am Gartentor gestanden, so der Gautinger. „Das Zuhause ist ein ganz besonders schützenswertes Gut“, erinnert Christopher B.. Das verschärfte Strafgesetz sei aber noch „zu lasch“. Bei Einbruch in eine Wohnung gilt neuerdings eine Strafe von einem bis zu zehn Jahre Haft. Es dürfe nicht soweit kommen, dass man sich nur „in seinen eigenen vier Wänden sicher fühlt, wenn Strom auf dem Zaun liegt und im Garten der Sicherheitsdienst patrouilliert“, so Christopher B.

Christine Cless-Wesle

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