1. Startseite
  2. Lokales
  3. Starnberg
  4. Gauting

Radlparkplatz: Ein Fall fürs Schwarzbuch?

Erstellt:

Kommentare

So hatten sich die Grünen das gedacht: Dem Antrag von Grünen und MfG hatte Heinz Moser unter anderem diese Darstellung einer Radlabstellfläche beigefügt – im Verkehrsausschuss bekam das allerdings keine Mehrheit.
So hatten sich die Grünen das gedacht: Dem Antrag von Grünen und MfG hatte Heinz Moser unter anderem diese Darstellung einer Radlabstellfläche beigefügt – im Verkehrsausschuss bekam das allerdings keine Mehrheit. Foto: Grünen-Gemeinderatsfraktion © Grünen-Gemeinderatsfraktion

Grüne und MfG wollen einen Stellplatz an der oberen Bahnhofstraße in einen Radlparkplatz umwandeln. Damit scheiterten sie aber im Verkehrsausschuss – vorerst.

Gauting – Ein Antrag hat bei der jüngsten Sitzung des Gautinger Umwelt-, Energie- und Verkehrsausschusses für eine kontroverse Debatte gesorgt. Um die Einzelhändler der Geschäfte an der oberen Bahnhofstraße nach der langen Bauphase zu unterstützen, hatte die Grünen-Fraktion mit den MfG beantragt, einen Kfz-Stellplatz vor dem Naturkost-Laden in eine Fläche für Fahrrad- und Lastenräder umzuwandeln. „Wir können doch nicht wieder die ganze Straße aufreißen“, warnte Bürgermeisterin Dr. Brigitte Kössinger vor dem Aufwand. Bis nächste Woche sollen die Ausschussmitglieder deshalb kostengünstigere Lösungen vorschlagen, so der 10:2-Beschluss.

An der oberen Bahnhofstraße habe sich während der Bauphase gezeigt, wie wichtig der Rad- und Fußgängerverkehr für die Kundenfrequenz in den Geschäften sei, erläuterte Fraktionssprecher Heinrich Moser in der Sitzung. Deshalb hätten die Inhaber mehrerer Geschäfte den Antrag unterschrieben. Der gewünschte Fahrradabstellplatz decke sich auch mit den städtebaulichen Zielen für mehr Aufenthaltsqualität rund ums Bahnhofsareal, betonte Moser. Dem Antrag hatten die Grünen auch Entwürfe beigefügt.

„Ich habe da Bauchschmerzen“, erklärte Mobilitätsreferent Florian Egginger (CSU). „Warum kommt der Antrag jetzt?“ – kurz nach Abschluss der Arbeiten Das verursache nur Kosten. Und in der Bauphase habe es geheißen, es gebe zu wenige Kunden-Parkplätze, und nun seien es plötzlich zu viele. Lastenräder könne man auch einfach auf dem breiten Gehweg abstellen, riet Egginger. „Wir sollten nicht den Kampf ,Rad gegen Auto‘ führen“, fand Axel Höpner (MfG). An der oberen Bahnhofstraße gebe es nach dem Umbau leere Parkplätze, aber eine Gelegenheit, Lastenräder oder E-Bikes diebstahlsicher abzustellen, fehle. Vom Arbeitskreis „Mobilität“ habe sie den Auftrag, sich für die Umwandlung des Autostellplatzes einzusetzen, ergänzte Annette Derksen (Grüne), Referentin für Ortsentwicklung.

Weiter entfernt liegende Geschäfte wie die Buchhandlung Kirchheim seien gar nicht gefragt worden, hielt Stephanie Pahl (MiFü 82131) dagegen. Die Umwandlung des Parkplatzes mit nur aufgezeichnetem Piktogramm für Räder sei so nicht realisierbar, ergänzte Richard Eck (UBG). Die Räder dürften nicht parallel zur Straße abgestellt werden, von wo sie auf die Fahrbahn kippen. Er schlug einen Fahrradständer direkt an der Hauswand vor. Da der Gehsteig nach dem Umbau verbreitert sei, sehe er „keine Probleme“, drei versetzte Radständer hinzustellen, pflichtete Eberhard Brucker (SPD) bei. Nach der langen Bauphase „sollten wir jetzt nicht wieder mit der Buddelei anfangen“.

Mit diesem Antrag zum nachträglichen Parkplatzumbau lande Gauting im Schwarzbuch des Bundes der Steuerzahler, warnte Kössinger. Die Gautinger würden sie wegen einer erneuten Straßensperrung „für verrückt erklären“. Schließlich habe der Gemeinderat für Kundenparkplätze vor den dortigen Geschäften gekämpft. Wegen der Gehsteighöhe sei eine Lösung mit Piktogrammen nicht möglich, denn die Radler müssten barrierefrei zum Stellplatz gelangen. Der Arbeitskreis „Stadtmöblierung“ empfehle Fahrrad-Bügel wie vor der Metzgerei an der Münchener Straße, machte Derksen einen Vorschlag.

Dr. Matthias Ilg (Grüne) zog den Antrag seiner Fraktion schließlich zurück. Nun sollen Vorschläge gesammelt werden. Erst im zweiten Schritt wird die Verwaltung die Umsetzbarkeit prüfen.

Christine Cless-Wesle

Auch interessant

Kommentare