Zankapfel der Gautinger Kommunalpolitik: die Villa am Krapfberg 5. Schon beim Kauf vor 50 Jahren, argumentiert die CSU, war deren Erhalt nicht geplant.
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Zankapfel der Gautinger Kommunalpolitik: die Villa am Krapfberg 5. Schon beim Kauf vor 50 Jahren, argumentiert die CSU, war deren Erhalt nicht geplant.

Krapfberg

Räte nehmen alte Villa in Augenschein

Ein Ortstermin an der Villa am Krapfberg soll zur Klarheit über die Zukunft des alten Gebäudes beitragen. Den Vorschlag zur Güte hat Vizebürgermeister Dr. Jürgen Sklarek nach Kritik von außen gemacht.

Gauting – Dr. Jürgen Sklarek spricht von „großen Emotionen“, die aktuell in der Bevölkerung um die Frage Erhalt oder Abriss der baufälligen gemeindlichen Villa am Krapfberg oberhalb vom Rathausgarten wallen (wir berichteten). Einem Ortstermin begleitet von einem Gutachter, wie ihn seine Fraktion von Miteinander Füreinander 82131 vorschlug, wurde am Dienstagabend vom Bauausschuss befürwortet.

Zuletzt hatten sich bekanntlich der Kreisheimatpfleger Gerhard Schober, die Alt-Bürgermeister Brigitte Servatius sowie ihr Amtsvorgänger Dr. Ekkehard Knobloch für den Erhalt der Villa eingesetzt. Sollte das auch von der Bahnhofstraße sichtbare Landhaus an der alten Römerstraße durch einen neun Meter hohen Neubau mit acht Garagen ersetzt werden, würde ein Stück historisches Gauting „unwiederbringlich zerstört“, hatte auch die SPD in einer Wurfsendung an alle Haushalte gewarnt.

Sklareks Vorschlag ist, dass sich die Gemeinderäte das Haus innen und außen zusammen mit einem Experten anschauen, um Argumente zu sammeln. Schließlich müsse die Bevölkerung bei welcher Entscheidung auch immer mitgenommen werden. „Wir haben ja bisher nur das Baurecht abgefragt“, erinnerte Bürgermeisterin Dr. Brigitte Kössinger. „Das Wort Abriss haben wir nie in den Mund genommen“, betonte sie, „damit wird Stimmung gemacht“. Entscheidend sei das Wort des Statikers, ob das Haus überhaupt sanierbar ist, fand Sklarek. Eine Sanierung sei immer machbar, erläuterte die Bürgermeisterin. Es sei aber eine Frage des Aufwands und damit der Kosten.

Stefan Berchtold (Menschen für Gauting/Piraten) schlug vor, dass beim Ortstermin nicht nur ein Statiker dabei sein sollte, sondern auch jemand, der die Historie erklärt. Für jene, die sich damit nicht auskennen. „Ich bin ein Freund von Ortsterminen“, meinte Heinrich Moser (Grüne). Doch bei der Entscheidung sollte das Gesamtensemble um den Rathauspark im Blick bleiben. Seine Fraktionskollegin Susanne Köhler, zugleich Referentin für Ortsentwicklung, wünschte sich vorab Einsicht in Baupläne, um sehen zu können, welcher Teil wegen archäologischer Funde überhaupt bebaut werden dürfe.

CSU-Fraktionssprecherin Eva-Maria Klinger erinnerte daran, dass in der Villa bereits in den 1990er-Jahren von „massiven Baumängeln“ mit Mietkürzungen die Rede war. Das Bauamt werde die Historie mit Mietminderungen im einst vom Zweckverband Wohnen verwalteten Gebäude aufbereiten, antwortete die Bürgermeisterin. Die Aussage Knoblochs, dass die Mieter zufrieden waren, treffe aber nicht zu.

Einstimmig votierte der Bauausschuss danach für den Ortstermin mit Gutachter, der darlegen soll, ob eine Sanierung aus baustatischen oder finanziellen Gründen überhaupt möglich oder sinnvoll ist.

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