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Begeisterte Kostümbastlerinnen: Monika Ost nähte mit ihren Töchtern Louisa (6) und Fiona (3) aus dem froschgrünen Stoff eine freundliche Monster-Verkleidung.

Eltern-Kind-Programm

Recycling mit Fantasie: Stockdorfer Kinder basteln Kostüme selbst

Die Faschings-Nähwerkstatt des Eltern-Kind-Programms (EKP) in der Alten Schule Stockdorf wurde wiederbelebt. Und die Kreativität ist grenzenlos. Ein Besuch. 

Stockdorf – Nähmaschinen surren, an der Wand sind überquellende Pappkartons mit Stoff aufgereiht. Theresa (5) zieht sich probehalber ihren fast fertigen, ozeanblau leuchtenden Delphin-Rock über. Bei der Faschings-Nähwerkstatt des Eltern-Kind-Programms (EKP) in der Alten Schule Stockdorf herrschte am Montagnachmittag Hochbetrieb. Kostüme selber machen und dafür alte Stoffe wiederverwerten – das war ein gefragter Spaß.

Um 15.15 Uhr sind die vier Maschinen bereits belegt. Monika Ost wartet mit ihren beiden Töchtern Fiona (3) und Louisa (6) auf den nächsten frei werdenden Platz. „Wir haben hier die großen Schätze“, schwärmt EKP-Gruppenleiterin Petra Bezdek von der großen Spendenfreude. Denn für die wieder belebte Faschings-Nähwerkstatt in der Alten Schule Stockdorf haben Würmtaler Familien gut gefüllte Kisten mit glitzernden, bunt leuchtenden Stoffen spendiert.

Mit Emilia (7) näht Kulturpädagogin Bezdek aus einem weiß-roten Stoffstück ein kleines Herz. Emilia darf das Füßchen des Maschinenhebels hochdrücken und das Pedal treten. „Ich mache ein Marienkäfer-Herz“, sagt Emilia, denn: „Für den Fasching habe ich schon ein Hexenkostüm.“ Acht Mädchen und Buben werden in der ersten Gruppe von vier EKP-Gruppenleiterinnen an den Maschinen betreut. Die Kinder haben freie Hand, ob sie ein Faschingskostüm oder etwas anderes nähen wollen. Frederik (8) hat sich zum Beispiel einen tomatenroten Baumwollstoff ausgesucht. „Ich mache ein Schlangenkissen. Das ist aber nicht für den Fasching“, erklärt der Bub.

Marienkäfer und kleine Monster

Inzwischen sitzt Caroline (7) an der Nähmaschine mit Bezdek. Aus leuchtend rotem Filz entsteht ein wunderschönes Marienkäfer-Kostüm. Die sorgfältig ausgeschnittenen schwarzen Punkte werden Stück für Stück auf den Filz genäht. Auch Caroline darf schon das Füßchen des Nähmaschinen-Hebels nach oben klappen – und das Pedal treten. Denn die Siebenjährige hat bereits Erfahrung aus der T-Shirt-Nähwerkstatt des EKP. Stolz zieht Caroline ihren roten Marienkäfer-Mantel über und breitet die Arme aus: Nur die Ärmel haben noch keine Nähte. Beim EKP-Faschingsfest am Sonntag wird sie ihr neues Kostüm ausführen, verrät die Schülerin. Maria Goddemeier betreut einen Buben. Ehrenamtlich ist sie auch in der Nähwerkstatt für Kinder oder im Flick- und Näh-Treff aktiv. Freudig präsentiert Frederik (8) sein langes feuerrotes „Schlangenkissen.“ Das Reptil hat aufgenähte schwarze Augen und eine winzige Zunge aus Filz. Nur die Federn muss der Bub noch in sein Kissen füllen.

Praktikantin Ellinor Seign streift Theresa gerade den Delphin-Rock über. „Ich kann aber noch gar nicht schwimmen“, scherzt die Kleine. Endlich wird wieder eine Nähmaschine frei: Monika Ost setzt sich mit ihren Töchtern, froschgrüne Stoffe hat sie ausgewählt. Die Dreijährige faltet zwei glänzende Viskose-Stoffstücke vor dem Nähen bereits kundig auf links. „Ich habe das selber ausgesucht und umgedreht“, sagt Fiona. Auch die Idee für die Faschingskostüme steht schon: kleine freundliche Monster namens „Winz“. Die Vorlage entstammt einem Memory-Kartenspiel. „Ich bin begeisterte EKP-Teilnehmerin“, bekennt Ost. Nähen hat sie von ihrer Mutter gelernt. Nun gibt sie ihr Wissen weiter. Fantasievoller kann Recyceln nicht sein.

Christine Cless-Wesle

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