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Ob der „Würmtaler“ am Ende so aussieht ist, offen. Die Planungen für die Regionalwährung werden aber immer konkreter.

Regionalwährung fürs Würmtal

Konkrete Ideen für den „Würmtaler“

Das Würmtal soll eine eigene Währung bekommen. Die Vorbereitungen sind weit gediehen. Einen Namen hat das Geld auch: „Würmtaler“.

Gauting – Regionalisierung der Wirtschaft stößt in der Corona-Krise auch in Gauting auf großes Interesse: Etwa 20 Interessierte verfolgten einen Vortrag von Gernot Jochum-Müller von der Genossenschaft „Allmenda“ dieser Tage, in dem es um Regionalwährungen ging. Initiator Karl-Heinz Jobst vom Umweltzentrum Öko & Fair will analog zum Vorarlberger „VTaler“ nun die eins zu eins in Euro gedeckte Währung „Würmtaler“ auf den Weg bringen.

Jochum-Müller erläuterte in seinem Vortrag „Kernelemente und Möglichkeiten einer komplementären Regionalwährung“ und belegte die Vorteile mit Zahlen aus bestehenden und erfolgreichen Regionalgeldprojekten. Die von ihm gegründete Vorarlberger Genossenschaft „Allmenda“ ist bereits Servicepartner für die Umsetzung von Regionalgeld- und Gutscheinsystemen, erklärt Christiane Lüst, Gründerin des Umweltzentrums. Regionalwährungen bieten mehrere Vorteile. Wer beispielsweise mit „Würmtalern“ einkauft, bleibt in der Region – weil er anderswo mit dem Geld nicht zahlen kann. Das bindet Kaufkraft in der Region und bindet auch Kunden an die Firmen, die mitmachen. Es gibt Modelle mit Regionalgeld-Abos, die zu mehr Einkäufen in der Region führen.

Der „Würmtaler“: Vorbilder gibt es reichlich

Interessierte gibt es, etwa Hans Wilhelm Knape, Mit-Gründer des Energiewendevereins Starnberg, aber auch Geschäftsführer der gemeinnützigen regionalen GmbH Grain, die den Stockdorfer Bürgertreffpunkt betreiben wird. Beim Vortrag seien nur wenige Gewerbetreibende dabeigewesen und keiner der Wirtschaftsförderer aus dem Würmtal, sagt er. Deshalb soll im nächsten Schritt der Gewerbeverband „Zusammen für Gauting (ZfG)“ mit ins Boot geholt werden. Laut Referent Müller-Jochum benötige man für den Start 30 bis 50 Gewerbetreibende. Da es „Allmenda“ schon gebe, müsse man im Würmtal „das Rad nicht neu erfinden“. „Allmenda“ übernehme auch die Logistik fürs Druckverfahren, über das fälschungssichere Geldscheine produziert werden könnten. Das Geld sei an den Euro gebunden, erläuterte Knape ein schon laufendes Projekt im Chiemgau. Dort kämen drei Prozent des Umsatzes sozialen Zwecken zugute. Die Chiemgauer unterstützen mit ihrer eigenen Währung regionale Vereine und die lokale Kultur.

„Ausführlich diskutiert wurde, wie groß der Wirkungskreis werden soll“, schreibt Initiator Karl-Heinz Jobst im Rückblick: „Eine Beschränkung auf die Würmtalgemeinden Gauting, Krailling, Planegg, Gräfelfing und Neuried, die ohnehin schon in der Vergangenheit an einer Identitätsbildung mit der Marke Würmtal und einem ,Würmtal-Gutschein‘ gearbeitet hatten“, sei Tenor des Treffens gewesen. Der Arbeitsname „Würmtaler“ für das geplante Regionalgeld sei bisher nicht in Frage gestellt worden.

Details sollen in zwei Workshops besprochen werden

Zwei weitere Workshops zur Konkretisierung sind bereits angepeilt. Bis zur Sommerpause sollen möglichst 50 Aktive, darunter auch Würmtaler Bürgermeister, Wirtschaftsförderer, Kleinunternehmen und Dienstleister als Mitstreiter gewonnen werden, erläutert Hans Wilhelm Knape das Ziel. Registrierformulare, den Vortrag und weitere Informationen zum Regionalgeld im Würmtal gibt es unter wuermtaler.oeko-und-fair.de.

VON CHRISTINE CLESS-WESLE

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