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Sorgenkind Gautinger Sommerbad: Mindestens fünf Millionen Euro würde eine Gesamtsanierung kosten. Die soll jetzt in mehreren Schritten erfolgen, denn schließen möchte die Gemeinde das Bad nicht.

Experte hat‘s ausgerechnet

Sanierung des Gautinger Sommerbads kostet fünf Millionen Euro

Gauting - Das Sommerbad in Gauting erweist sich für die Gemeinde immer mehr als Fass ohne Boden. Eine Generalsanierung würde mindestens fünf Millionen Euro verschlingen, rechnete nun ein Experte dem Gemeinderat vor.

Es war ein böses Erwachen: Bei der Ratssitzung am Dienstag rechnete der auf Bäder spezialisierte Diplom-Ingenieur Dirk Hartisch vor, dass eine General-Sanierung des Gautinger Freibads am Reismühler Weg mindestens fünf Millionen Euro verschlingen wird. Ein ganzjähriger Betrieb mit Sauna-Aufbau für 60 Gäste samt Zusatz-Parkplätzen und zweiter Kasse wäre laut Hartisch für eine weitere halbe Million Euro zu haben. Besonders dringend gemacht werden muss das Kinderplantschbecken. Kostenpunkt: 400 000 Euro.

Die vor der Münchener Sommer-Olympiade 1972 fertiggestellte Gautinger Trainingsanlage mit beheiztem 50-Meter-Sportbecken hat bereits ein halbes Jahrhundert auf dem Buckel. In den 1990er-Jahren habe die Gemeinde zwar in ihr Freibad investiert, erläuterte Ingenieur Hartisch. Doch 2013 habe die von den Kosten her „unschlagbare“ Wärmepumpe schon mal ihren Geist aufgeben. Dringlich sei momentan vor allem das Kinder-Plantschbecken, betonte der Ingenieur. Denn das Gesundheitsamt wollte das Becken schon sperren lassen. Nur dank ein paar „Hilfsmaßnahmen gegen Verkeimung“ habe der Betrieb weitergehen können. Auch der Gaskessel, der die Umkleide beheizt, verliere 2018 seine Betriebserlaubnis.

Damit das Bad für seine Besucher nicht an Attraktivität verliert, erläuterte Hartisch den Räten mehrere Varianten: In der ersten blieben das 50-Meter-Sportbecken samt Turm komplett erhalten. Mit neuer Technik und langlebigen Edelstahlbassins würde die Gesamt-Maßnahme bei 5,6 Millionen Euro liegen. In Variante zwei (5,3 Millionen Euro) würde das Sportbecken um den Sprungturm-Bereich verringert – zugunsten des Nicht-Schwimmer-Beckens: Mit Zusatz-Rutsche und Massagedüsen würde Letzteres dafür attraktiver.

Um Betriebskosten zu sparen schrumpft in Sanierungsvariante drei (fünf Millionen Euro) das Trainingsbecken mit 50-Meter Bahn: Denn ein Schwimmer benötige 4,5 m² Wasserfläche, der Nicht-Schwimmer nur 2,7 m².

Eine Flucht nach vorn wäre dem Experten zufolge ein Ganzjahresbetrieb des Bads mit Saunakabinen auf der Warmumkleide beim Heißsprudel-Becken. In diesem rückwärtigen Bereich der Liegewiese müsste aber ein weiterer Parkplatz angelegt werden. Mit Zusatz-Kassenautomat kosteten neue Saunakabinen für 60 Personen nochmals eine halbe Million Euro, rechnete der Ingenieur vor. Hinzu käme das Vierfache an Heizkosten.

Maximilian Platzer (CSU) wünschte, dass auch ein neuer Freibad-Standort überprüft wird: „Wie groß ist das Überschwemmungsgebiet auf dem jetzigen Grundstück? Was wäre die Alternative?“, fragte er. Um den ganzjährigen Betrieb mit Sauna wirtschaftlich zu planen, müsste der Würm-Steg zum Gautinger Sportgelände gebaut werden, fand Petra Neugebauer (SPD). Der Steg koste weitere 100 000 Euro, erklärte Rathauschefin Dr. Brigitte Kössinger dazu.

„Wir wollen das Bad nicht schließen“, gab die Bürgermeisterin am Ende die Marschroute vor. Deshalb soll die Sanierung in jährliche Bauabschnitte gegliedert werden. Die weitere Beratung überlässt die Bürgermeisterin den Fraktionen.    cc

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