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Relikt der Industrialisierung: Das Wasserrad am Lederersteg in Gauting muss saniert werden und bekommt ein neues Fundament.

Industriedenkmal

Wirklichkeit holt Wasserrad erneut ein

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Nach mehreren Anläufen soll die Sanierung des Wasserrads in Gauting im Herbst in Angriff genommen werden. 

Gauting– Die Gautinger lieben ihr historisches Wasserrad beim Lederersteg. Nichts wünschen sie sich sehnlicher, als dass sich das Industriedenkmal wieder im Wasser der Würm dreht. Dieser Wunsch hätte noch in diesem Jahr in Erfüllung gehen können. Danach hatte es vor wenigen Monaten noch ausgesehen, nachdem der Bauausschuss des Gemeinderates nach bereits beschlossener Sanierung des eigentlichen Rades auch den Neubau der Unterkonstruktion in Auftrag gegeben hatte. Aber die Wirklichkeit hat das Wasserrad einmal mehr eingeholt. Eines ist aber sich: Mit den Neubau- und Sanierungsarbeiten soll auf jeden Fall noch in diesem Herbst begonnen werden – wenn die Witterung mitspielt. Das bestätigte gestern die Pressesprecherin der Gemeinde, Ricarda Polz.

Relikt der Industrialisierung

Das Wasserrad am Lederersteg mitten im Zentrum der Würmtalgemeinde ist eines der Wahrzeichen und Sehenswürdigkeiten Gautings – neben dem Schloss Fußberg und der sagenumwobenen Reismühle. 1878 wurde es als Triebwerk für eine Papiermühle errichtet und lieferte Strom bis in die 1970er Jahre. Danach erfüllte es seine Aufgabe als schmückendes Relikt der Industrialisierung und erfreute Gautinger und Gäste der Gemeinde mit seinem Klappern am rauschenden Bach. Bis bei einer Kontrolle Mitarbeiter des gemeindlichen Bauhofes feststellen mussten, dass Lagerung und Welle, auf der das Rad läuft, schwer geschädigt sind. Das Wasserrad wurde stillgelegt.

Bei der eingehenden Untersuchung des Schadensbildes wurde deutlich, dass auch die Holzkonstruktion instabil ist. So beschloss der Gemeinderat, das Industriedenkmal sanieren zu lassen. Den Zuschlag bekam eine Firma in Bad Feilnbach. Die Martin Impler GmbH hat sich auf den Bau und die Wartung von Wasserrädern spezialisiert. Wegen der Erkrankung eines anderen Fachmanns wurde der Beginn der Sanierung mehrmals verschoben.

Fundament wird erneuert

Die Prüfung der Bausubstanz der Unterkonstruktion ergab: Die Stand- und Verkehrssicherheit der Unterkonstruktion ist nicht mehr gegeben. Der Querschnitt der für das Fundament hergenommenen Kanthölzer hatte sich von ursprünglich 24/24 Zentimeter auf 13/13 bis 13/18 Zentimeter abgenutzt. Eine Sanierung sei unwirtschaftlich, urteilten Experten. So beschloss der Bauausschuss den Neubau des Wasserrad-Fundamentes, der nach der Ausschreibung an die Neurieder Firma Gebrüder Huber Spezialtiefbau vergeben wurde.

Mit den Arbeiten hätte eigentlich unverzüglich begonnen werden können. Davon war man im Mai noch ausgegangen. „Mit Rücksicht auf die Anlieger haben wir den Beginn der Arbeiten zunächst ausgesetzt“, erklärte Rathaussprecherin Ricarda Polz mit Hinweis auf die weiteren umfangreichen Baumaßnahmen. Nach der baustellenbedingten Sperrung der vorderen Grubmühlerfeldstraße wollte man den Anwohnern und anderen Verkehrsteilnehmern nicht auch noch die zeitgleiche Sperrung des Ledererweges zumuten.

Bürger spenden für Instandsetzung

Darauf wird man nicht verzichten können. Laut Polz muss ein ausgewachsener Autokran oder ein vergleichbares Gerät eingesetzt werden, um das Wasserrad aus der Würm zu hieven. Es wird nach bisheriger Planung seitlich seines angestammten Standortes auf einer provisorischen Unterkonstruktion gelagert. Dann werden die Rammpfähle des alten Fundamentes aus dem Flussbett gezogen und zehn neue Pfähle für die neue Unterkonstruktion in die Würm gesetzt. Abschließend kommt das sanierte Wasserrad auf sein neues Lager.

Für die Sanierung des Rades hatte die Gemeinde bereits im Vorjahr 120 000 Euro in den Haushalt eingestellt. Heuer sind knapp 57 000 Euro für das neue Fundament hinzugekommen. Und weil die Gautinger ihr Wasserrad lieben, unterstützen sie die Sanierung mit Spenden: Um die 17 000 Euro sind bei der Gemeinde für diesen Zweck eingegangen.

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