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Während die Dampferfahrt heuer ausfällt, soll das Kino-Open-Air stattfinden, allerdings mit weniger Zuschauern pro Aufführung als in den vergangenen Jahren.

14. FSFF

So wird das Filmfestival in Corona-Zeiten

  • Katja Brenner
    vonKatja Brenner
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Weniger Filme und weniger Budget – aber Hauptsache wieder Kino: das Fünf-Seen-Filmfestival geht im August in seine 14. Auflage.

Gauting – Die wichtigste Nachricht vorweg: Die 14. Auflage des Fünf-Seen-Filmfestivals (FSFF) findet – anders als etwa das Filmfest München – statt. Allerdings als „Special Edition“: in kleinerem Umfang, an anderen Orten, mit weniger Filmen und weniger Publikum. „Es wird sicher ein ganz anderes Festival, als wir es bislang kennen“, sagte Festivalleiter Matthias Helwig bei einer Pressekonferenz gestern.

Die Termine

Angedacht war das FSFF vom 2. bis 10. September. Weil durch die Corona-Regeln pro Termin aber weniger Publikum dabei sein darf und damit alle Festivalbesucher in den Genuss der Filme kommen, hat Helwig die Festivaldauer verlängert. Statt wie im Vorjahr neun Tage, dauert das FSFF heuer 15 Tage. Es beginnt bereits am 26. August und endet am 9. September. Das beliebte Open-Air-Kino ist vom 5. bis 25. August geplant.

Die Spielstätten

Die Filme laufen in den Breitwand-Kinos in Starnberg, Gauting und Seefeld – mit entsprechenden Abstandsregeln. Nach aktuellem Stand darf nur etwa ein Drittel der Kinosessel besetzt werden. „Da davon auszugehen ist, dass das Leben in diesem Sommer vor allem outdoor angenommen wird, werden wir während des Festivals zwei Open-Air-Spielstätten planen, in Starnberg und am Wörthsee“, erklärte Helwig. „Dazu werden wir mit einem Cinema-Mobile an verschiedenen Orten des Fünfseenlandes ebenfalls Open-Air-Filme aus dem Festivalprogramm zeigen.“ Dabei handelt es sich um einen Lastwagen mit Leinwand. Alles in allem rechnen die Veranstalter nur mit etwa 7000 Besuchern statt 21 000 wie im Vorjahr. Die Eröffnung ist wie andere Programmhöhepunkte im Starnberger Seebad geplant, wobei die Genehmigung hierfür laut Helwig „noch nicht durch“ ist. Die Schlossberghalle, ansonsten eine der wichtigsten Spielstätten, sei diesmal nur als Ausweichmöglichkeit bei Regen avisiert. Das Finale auf dem Dampfer fällt aus: Es sei auch wegen der geringeren Kapazitäten „finanziell nicht stemmbar“, sagte Helwig.

Die Filme

Wegen der strengen Regeln gibt es diesmal weniger Filme zu sehen als geplant. Plante das Team Anfang des Jahres noch mit 140 Filmen, werden es nun nur 70. Davon werden jedoch manche mehrfach gezeigt, um den geringeren Kapazitäten in den Kinos Rechnung zu tragen. Geplant sind eine Deutschland- und eine Weltpremiere. Das erste Mal überhaupt gezeigt wird „Vor mir der Süden“ von Oscar-Preisträger Pepe Danquart, ein Dokumentarfilm, der das heutige Italien porträtiert. Auch im Programm sind der mit dem Bayerischen Filmpreis 2020 ausgezeichnete Dokumentarfilm „Walchensee Forever“, die Golfkrieg-Komödie „Curveball“ und der bereits auf der Berlinale gezeigte Film „Persian Lessons“. Hauptdarsteller Lars Eidinger ist zum FSFF eingeladen, seine Zusage steht noch aus.

Motto und Gastland

Nachdem die Themen „Zeit“ und „Raum“ die beiden FSFF-Ausgaben der Vorjahre bestimmten, war geplant, den Dreiklang heuer um „Bewegung“ zu ergänzen. Doch dann kam die Corona-Krise und mit ihr der Stillstand. Die wiederum bewegte Helwig dazu, das Motto um diesen Aspekt zu ergänzen, sodass „Bewegung und Stillstand“ sich nun als Grundthemen durch das Festival ziehen. Als Gastland hat Helwig die Ukraine gewählt.

Die Finanzierung

Der Etat des FSFF liegt heuer bei 250 000 Euro und damit 80 000 Euro unter dem des Vorjahres. Ohnehin sei die Finanzierung jedes Jahr sein größtes Sorgenkind, erklärte Helwig. Er gehe stets in Vorleistung, und das ohne Ausfallbürgschaft. Die Corona-Krise wiederum sei Wasser auf die Mühlen jener gewesen, die der Kultur schon immer ihre Systemrelevanz abgesprochen hätten. Mit dem Sponsoring seien daher auch die Gemeinden sehr zurückhaltend geworden. „Das hat es mir sehr schwer gemacht“, so Helwig. Für zwei Förderungen fehle noch die Zusage. Auf lange Sicht müsse man über mehr Hilfe aus dem privaten Bereich oder der Wirtschaft setzen, etwa über Filmpatenschaften. Helwig: „Wir brauchen das wirklich ganz ganz dringend.“

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