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Meinungsverschiedenheiten zwischen Parteigenossen: SPD-Gemeinderat Dr. Jürgen Sklarek aus Gauting zürnt seinem Gilchinger Kollegen, dem Bundestagskandidaten Christian Winklmeier.

Gewerbegebiet

Gauting-Schelte im Wahlkampf-Getöse?

Eine geplante Wahlkampfveranstaltung zum Thema Gewerbegebiet hat den Gautinger SPD-Gemeinderat Dr. Jürgen Sklarek erzürnt. Er wettert gegen seinen Parteigenossen Christian Winklmeier.

Gauting – Das bringt Gautings SPD-Gemeinderat Dr. Jürgen Sklarek (SPD) auf die Palme: Unter dem Motto „Wie viel Gewerbe verträgt unsere Region?“ wird am Montag, 11. September, SPD-Bundestagskandidat Christian Winklmeier mit Interessierten in der Kraillinger Brauerei diskutieren. Weil sein Gilchinger Ratskollege Winklmeier erklärter Gegner der geplanten Gewerbegebiets „Inseln im Grünen“ bei Gilching Süd ist, fürchtet Sklarek ein pure Gauting-Schelte.

„Wir brauchen dringend ein Gewerbegebiet“, sagte der SPD-Gemeinderat Sklarek im Gespräch mit unserer Zeitung. In diesem Punkt sei er mit der gerade im Urlaub weilenden Bürgermeisterin Dr. Brigitte Kössinger (CSU) völlig einer Meinung. Während der vergleichbar große Nachbar Gilching mit seinem erweiterten Gewerbegebiet 15 Millionen Euro Gewerbesteuer einstreiche und das kleinere Krailling sich über 10 Millionen Euro aus der KIM freue, müsse sich Gauting mit mageren 6 Millionen begnügen – „die den finanziellen Bedürfnissen der Gemeinde nicht gerecht werden“. Deshalb finde er es höchst befremdlich, dass ausgerechnet sein Gilchinger Parteigenosse mit SPD und Grünen aus dem mit Gewerbesteuer gesegneten Krailling die weitere Gewerbeentwicklung „in der Region“ diskutiere.

Ehrlicherweise müsste Bundestagskandidat Winklmeier (SPD) gleich klarstellen, dass er die beschlossenen „drei Inseln im Grünen“ der Gautinger bei Gilching Süd nicht für nötig halte. Er unterstütze seinen Parteikollegen in jeglicher bundespolitischer Hinsicht. Aber in punkto Gewerbegebiet Gauting erwarte er Bewegung. Hier müsse sich etwas bewegen – zum Wohl der Gemeinde Gauting und der Bürger. „Für die Zukunft unserer Kinder, für eine vernünftige Infrastruktur mit Kita-Plätzen, Seniorentreff und zahlbarem Wohnbau müssen wir ein Gewerbegebiet zeitnah entwickeln“, so Sklarek. Der geplante Handwerkerhof beim Penny-Kreisel und die zu entwickelnde Medizin-affine Gewerbefläche westlich der Asklepios-Kliniken reichten gerade aus, damit ansässige und um Erweiterung ringende Firmen nicht aus Gauting abwanderten.

Christian Winklmeier ist sich keiner Konfrontation mit Gauting bewusst. Die Veranstaltung heiße: „Wie viel Gewerbe verträgt unsere Region?“, sagte er.

Christine Cless-Wesle

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