„Stray Colors“ mit Streichern auf der Bühne: Bei „gauting live“ konnten die Musiker am Freitag endlich wieder vor Publikum spielen. Mit Erfolg: Die Spender knackten die 25 000-Euro-Marke für die Aktion. Screenshot: edl
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„Stray Colors“ mit Streichern auf der Bühne: Bei „gauting live“ konnten die Musiker am Freitag endlich wieder vor Publikum spielen. Mit Erfolg: Die Spender knackten die 25 000-Euro-Marke für die Aktion.

Fulminantes Spendenergebnis

„gauting live“ durchbricht 25 000-Euro-Marke

Die Online-Kulturreihe „gauting live“ hat mehr als 25 000 Euro Spenden erhalten – ein überraschender Erfolg. Die Initiatoren kündigen eine zweite Staffel an.

Gauting – Trotz des zermürbenden Lockdowns bleibt Gautings reiche Kulturszene lebendig – dank großen ehrenamtlichen Engagements. In der Reihe „gauting live“, direkt aus dem Bosco in die Wohnzimmer gestreamt, begeisterte am Freitagabend die Band Stray Colors von Rüdiger Sinn und Zlatko Pasalic mit Balkan-Sound, Folk und Indie. Schon vor dem sechsten Live-Konzert der Reihe war das Spendenbarometer auf 24 500 Euro geklettert, wie sich Mitinitiatorin Dr. Christina Tewes-Gradl freute. Inzwischen liegt die Spendensumme bei 25 704 Euro. Es wird eine zweite Staffel geben.

„Ursprünglich wollten wir 9500 Euro Spenden sammeln“, sagt Tewes-Gradl. Nach dem sechsten Konzert mit den „Stray Colors“ und den „Orientacians“ von Roman Bunka meldete die von der Gemeinde unterstützte Privatinitiative www.gauting live gestern die sagenhafte Spenden-Summe von mehr als 25 000 Euro. „Damit konnten wir unsere sechs Veranstaltungen der ersten Staffel mit insgesamt elf Live-Acts auf die Beine stellen“, so Tewes-Gradl. Neben den Künstlern wurde so auch das zehnköpfige Event-Produktionsteam um den Gautinger Veranstaltungstechniker Kalle McFadden für ihre Arbeit und das bereitgestellte Equipment bezahlt. Auf „gauting.live“ sind die Konzerte kostenfrei nachzuhören.

Die zweite Staffel startet am 16. April. Geplant ist ein Live-Konzert, für das bereits Spenden gesammelt werden. Wer auftreten wird, werde noch publiziert, sagt Tewes-Gradl. Am 24. April streamt der Gautinger „Theaterjugendclub“ von Schauspieler Sebastian Hofmüller ein eigenes Stück zur Pandemie: „Die zwölf Jugendlichen proben schon seit zwölf Monaten auf Zoom“, verrät Tewes-Gradl.

Trotz Pandemie bleibt Gautings Kulturszene also lebendig. „Tolle Musik, Applaus dem Streichertrio“ dankten die Zuhörer in eingeblendeten Kommentaren den „Stray Colors“ am Freitagabend für „richtig starken“ Sound. Auf der Couch des Bosco-Tonstudios präsentierte Jazzmusiker und Kulturreferent Stefan Berchtold bei „gauting live“ Jane Höchstetter, die neu gewählte Vorsitzende des Kunstvereins. Dass trotz Lockdowns noch Ende Oktober zehn Künstler unter dem Titel „Frust und Freude“ ihre Werke im örtlichen Rathaus ausstellen durften, „war ein großes Geschenk“, sagte Höchstetter. Denn die Künstler säßen alle isoliert in ihren Ateliers. Für den 19. April hatte der Kunstverein eine politische Ausstellung im Rathaus unter dem Titel „f-r-a-u“ geplant, sagte die Vorsitzende. Das werde vermutlich wegen der steigenden Infektionszahlen nicht klappen, bedauerte sie.

„Wir müssen, wir wollen was tun“, sagte Sebastian Bürck im Gespräch mit Christina Tewes-Gradl vor dem Stray-Colors-Konzert. „Damit auch in Stockdorf was los ist.“ Bürck hatte im vergangenen Sommer in Stockdorf Freiluft-Band-Auftritte vor Publikum im Hygieneabstand in seinem improvisierten Café Paletti gestartet. „15 Konzerte fanden eine Riesenresonanz“, freute sich Bürck. Seit Freitag hat seine „Koffein-Soforthilfe“ mit Coffee to go in Stockdorf wieder geöffnet.

Wie sehr Musiker ihr Publikum vermissten, verdeutlichte Rüdiger Sinn von „Stray Colors“. Mit Zlatko Pasalic habe er letztes Jahr vor allem Songs geschrieben. „Dass wir jetzt zu acht mit unseren Streichern auftreten können, ist echt cool.“

Christine Cless-Wesle

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