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Der Gautinger Bauausschuss stellt klare Forderungen für die teilweise Erneuerung der Starkstromleitung bei Ober- und Unterbrunn.

Stromleitung

Unangenehm für Landwirte

Verstärkte Masten ja, aber keine Schäden in der Natur: Der Gautinger Bauausschuss stellt klare Forderungen für die teilweise Erneuerung der Starkstromleitung bei Ober- und Unterbrunn.

Gauting – Zwischen Unter- und Oberbrunn stehen die Starkstrom-Masten weithin sichtbar in der Landschaft: Die Bayernwerk Netz GmbH hat bei der der Regierung von Oberbayern gerade ein Planfeststellungsverfahren gestartet, um die Kapazität der 1961 gebauten Strecke zu erhöhen. Weil die Gemeinde Gauting in Ober- und Unterbrunn betroffen ist, bezieht der örtliche Bauausschuss eindeutig Stellung: Die Eingriffe in landwirtschaftlich genutzte Felder, Wälder sind bei den ab März 2019 anstehenden Maßnahmen „so gering wie möglich zu halten“.

Bis 19. Februar konnten Betroffene Einwendungen geltend machen, und das direkt bei der Regierung von Oberbayern, erläuterte Gautings Ingenieurin Beatrice Bruns vom Bauamt in der jüngsten Sitzung. Das Vorhaben für die Ertüchtigung der 110-Kilovolt-Leitungen zwischen Murnau und Karlsfeld West durchquere auf einer Gesamtlänge von 69 Kilometern die Landkreise Garmisch-Partenkirchen, Weilheim-Schongau, Starnberg, Fürstenfeldbruck und Dachau. Geplant sei unter anderem der Bau eines zweiten Stromkreises: Durch die Verstärkung wolle die Bayernwerk AG Überlastungen beseitigen. Insgesamt 81 Masten müssen auf der gesamten Strecke mit Fundamenten verstärkt, vier komplett neu gebaut werden. Um mehr als zehn Prozent höher werden insgesamt 14 bestehende Masten auf Gautinger Gebiet. In der Gemeinde sind nur Grundstücke in Ober- und Unterbrunn von der Maßnahme betroffen, die nicht im Eigentum der Bayernwerk seien Die Maßnahmen sollen ab Mitte März 2019 starten und bis Ende 2019 dauern.

Im Gebiet Ober- Unterbrunn werden stabilere, beziehungsweise zusätzliche Stahlseile gebaut. Der Neubau von Masten oder deren Erhöhungen seien in den beiden Dörfern nicht geplant. Laut Umweltverträglichkeitsstudie liegen die ermittelten Werte der elektromagnetischen Felder auch nach der Kapazitätserhöhung „weit unter den Grenzwerten“ der Bundesimmissionsschutz-Verordnung, hieß es in der Sitzungsvorlage für die Gemeinderäte.

Für die betroffenen Landwirte seien die anstehenden Maßnahmen an den Stromleitungsmasten ab 2019 unangenehm, betonte die Unterbrunner Gemeinderätin Angelika Högner (CSU). Vor allem, wenn die Bauzeit „kurz vor der Ernte“ beginne, sagte die Landwirtin. Der Gautinger Bauausschuss bezog einmütig Stellung und verlangt „eine fachlich qualifizierte Baubegleitung“ der Maßnahme sowie einen „Ansprechpartner vor Ort.“ Eingriffe in die bewirtschafteten Feld-, Wald- und Wiesenflächen seien „so gering wie möglich zu halten“. In Anspruch genommene Flächen müssen nach Abschluss der Arbeiten wieder in den per Foto dokumentierten Ursprungszustand zurückversetzt werden. Im Feststellungsbeschluss habe die Regierung auch Schadenersatzforderungen zu regeln, heißt es in der Stellungnahme aus Gauting.

Die Leitung muss unter anderem verstärkt werden, weil in ihrem Einzugsbereich in den vergangenen Jahren Anlagen für Erneuerbare Energien (Sonne, Wind) in Betrieb gegangen sind. Weitere sind geplant. Die dort produzierten Strommengen könnten mit der bisherigen Leitung nicht transportiert werden.

Christine Cless-Wesle

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