Neubaugebiet Patchway Anger
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Das Neubaugebiet Am Patchway Anger

Sondersitzung am Dienstag

Strenge Diät für Patchway Anger

Ein Mehrheitsbündnis im Gautinger Gemeinderat verlangt eine deutliche Abspeckung im künftigen Neubaugebiet „Am Patchway Anger“. Am Dienstag findet zu diesem Thema eine Sondersitzung statt.

Gauting – Im künftigen Neubaugebiet „Am Patchway Anger“ zwischen dem verlassenem AOA-Fabrikgelände an der Ammerseestraße und der südlich angrenzenden Wiese Pötschenerstraße strebt ein Mehrheitsbündnis die Kehrtwende an: Die Fraktionen von Grünen, FDP, Menschen für Gauting (MfG), Miteinander Füreinander (MiFü82131) und SPD beantragen für die Sondersitzung des Gemeinderats am morgigen Dienstag, 6. Oktober, abgespeckte neue Grundsatzentscheidungen mit deutlich reduzierten Geschossflächen. Unter anderem soll der geplante Vollsortimenter kleinteiligem Einzelhandel weichen.

Bekanntlich war die von Bürgermeisterin Dr. Brigitte Kössinger sowie CSU und UBG im alten Gemeinderat angeschobene Planung für das künftige Neubaugebiet zwischen AOA-Gelände und südlich angrenzender Wiese im Bürgerdialog bereits weit fortgeschritten (wir berichteten). Nach der Kommunalwahl beantragt das neue Mehrheitsbündnis einschneidende Änderungen. Statt dem geplanten Lebensmittel-Vollsortimenter und Wohnungsbau soll auf dem vorderen ehemaligen AOA-Gelände an der Ammerseestraße, das der Diehlgruppe Nürnberg gehört, ein Mischgebiet entstehen. Darauf wünscht sich das Bündnis kleinteiligen Einzelhandel für die Quartiersversorgung sowie nicht störendes Gewerbe und maximal 30 Prozent Wohnnutzung. Die Geschossfläche soll 10 400 Quadratmeter nicht übersteigen, heißt es im nun vorliegenden Antrag.

Auch die bisherigen Pläne für bezahlbaren Wohnraum auf der südlich angrenzenden Wiese will das Mehrheitsbündnis abspecken: „Die Geschossfläche auf den zukünftigen Liegenschaften des Verbands Wohnen und des Katholischen Siedlungswerkes wird auf insgesamt 11 600 Quadratmeter begrenzt“, fordern die Antragsteller. Auf dem Teil der Wiese, der im Eigentum der Gemeinde ist, soll die Geschossfläche auf 3000 Quadratmeter begrenzt werden. Zur Minimierung der Flächenversiegelung wird anstatt der schon vorgesehenen Winkelhofhäuser ein Modell wie die Mehrfamilienhaus-Wohnanlage Waldpromenade/Lulu- Beck-Weg in der Villenkolonie angestrebt. Außerdem sollen die Flächen, die die Gemeinde an künftige Häuslebauer vergibt, nicht verkauft, sondern in Erbpacht vergeben werden. Angestrebt wird auf der kommunalen Fläche obendrein ein genossenschaftliches Wohnmodell für Menschen mit mittlerem Einkommen.

Auch über die Kinderbetreuung hat sich das Bündnis Gedanken gemacht. Statt des bisher anvisierten eingruppigen Kindergartens fordert das Bündnis eine Tagesstätte „von der Krippe bis zum Hort“, die den künftigen Bedarf des gesamten Neubaugebiets abdecken könnte. Ein Vertrag zur Abnahme von Fernwärme aus der geplanten Geothermie im Unterbrunner Holz ist ein weiteres Ziel des Antrags. Angebote für Car- und Bikesharing sollten den Entwurf ergänzen.

Die Sondersitzung zum Plan „Am Patchway Anger“ am morgigen Dienstag beginnt um 19.15 Uhr im großen Rathaus-Saal – und wird per Mikrofon ins obere Foyer übertragen. Christine Cless-Wesle

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