Gerda und Horst Häußinger schauen aus ihrem Dachfenster neben ihrer Fotovoltaikanlage.
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Sie haben gut lachen, wenn sie auf ihr Dach schauen: Gerda und Horst Häußinger haben vor knapp einem Jahr ihre Anlage in Betrieb genommen und sich einem Verbund angeschlossen. Die Stromrechnung liegt bei 0 Euro, sie zahlen monatlich 19 Euro für den Verbund.

Fotovoltaik in Königswiesen

Stromverbund spart bares Geld: Zu Besuch bei Gewinnern der Solarprämie im Landkreis

Jeder kann im und auf dem eigenen Haus etwas gegen die Erderwärmung unternehmen. Der Landkreis fördert das mit der Solarprämie. Zu Besuch bei einem Gewinner in Königswiesen.

Königswiesen – Rund 100 Hauseigentümer haben sich 2020 an der Verlosung der Solarprämie durch den Landkreis beteiligt. Allen gemein ist: Sie haben gerade erst eine Fotovoltaikanlage in Betrieb genommen. Ist das kompliziert? Was spart man sich durch den Strom vom eigenen Dach? Einige Gewinner berichten im Starnberger Merkur, wie es gelaufen ist mit dem Sonnenstrom und wie kompliziert oder einfach es war. Heute: Horst Häußinger (63) aus Königswiesen.

Sonnenenergie als Gemeinschaft – so könnte man das Fotovoltaik-Projekt von Horst Häußinger beschreiben. Seine Anlage läuft seit Frühjahr 2020 und produziert rund 8000 Kilowattstunden Strom im Jahr. Überschüssigen Strom, der nicht direkt verbraucht wird, speichert er in einer Batterie im Haus ab, die bis zu zehn Kilowattstunden Strom speichern kann.

Deutschlandweite Kooperation: Königswieser Panel sorgt für Strom in Hamburg

Doch ging Häußinger bei der Nutzung seiner Fotovoltaikanlage noch einen Schritt weiter: Gemeinsam mit der Firma „sonnen“ verteilt er den produzierten Strom, der weder direkt genutzt noch in der Batterie gespeichert werden kann, deutschlandweit an andere Mitglieder der „sonnen“-Gemeinschaft. „Wenn in Hamburg schlechtes Wetter ist und bei uns die Sonne scheint, dann wird mein überschüssiger Strom in den Norden geschickt, damit andere Mitglieder ihn nutzen können, und das ganz ohne Energiekonzerne dazwischen“, erklärt Häußinger.

Für seinen Beitrag zur Stromgemeinschaft erhält Häußinger im Gegenzug von der Firma „sonnen“ eine Freimenge von 5500 Kilowattstunden im Jahr, falls er mal Strom aus dem Netz benötigt. Auf diese kann er dann zurückgreifen, wenn die eigene Fotovoltaikanlage vor allem im Winter mal nicht genug abwirft. Horst Häußinger sagt: „,sonnen‘ hat für uns einen Großteil der Organisation übernommen, auch die Batterie stammt von ihnen. Wir zahlen für den ganzen Service 19 Euro im Monat. Unsere Stromrechnung, die vorher 135 Euro im Monat betragen hat, ist dafür aber auf 0 Euro gesunken.“

24.000 Euro Investition für die Fotovoltaikanlage

Insgesamt hat Häußinger 24 000 Euro in die eigene Fotovoltaikanlage investiert, 16 000 Euro für die Anschaffung und Installation der Solar-Panele und 8000 Euro für die Batterie im Haus. Dadurch, dass ihm Dienstleister wie „sonnen“ und auch die Installateure der Anlage viel Arbeit abgenommen haben, war die Anschaffung und Inbetriebnahme mit überschaubarem Arbeitsaufwand für Häußinger verbunden. „Insgesamt hat es mich wohl von der ersten Idee bis zum fließenden Strom 20 Arbeitsstunden gekostet.“

Das langwierigste Verfahren sei die Bewältigung der verschiedenen Anträge und Steuerbescheide gewesen. „Ich selbst habe viele Jahre in der Umweltverwaltung gearbeitet und kenne eigentlich die Fallstricke, aber das war stellenweise sehr kompliziert und langwierig.“ Besonders ärgerlich: Häußinger hatte seinen Bauantrag für die Anlage einen Tag zu früh eingereicht. Das hatte zur Folge, dass ihm eine Förderung in Höhe von 800 Euro wegen vorzeitigen Baubeginns entgangen ist. „Das war sehr ärgerlich, aber für viel Bürokratie ist Deutschland ja bekannt.“

Klimaschutz im Kleinen

Wer sich für eine Fotovoltaikanlage oder andere regenerative Energiequellen für sein Haus interessiert, bekommt beim Landratsamt Starnberg viele Tipps. Ein guter Anfang ist ein Solar-Check, für den sich Hausbesitzer unter z (0 81 51) 14 84 42 anmelden können. Ein guter Einstieg sind die Seiten des Landratsamtes auf www.lk-starnberg.de im Bereich Bürgerservice, Umwelt, Energie- und Klimaschutz.

Gregor Scheu

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