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Mathematik-Nachhilfe im Internet: Julian Dregger (r.) und Paul Bäumler haben das Lernprogramm „Abiretter“ entwickelt.

Nachhilfe aus dem internet

Abiretter nimmt die Angst vor Mathe

Angst vor der Abiturprüfung in Mathematik? Das muss nicht mehr sein. „Abiretter“ bietet online Hilfe an. Zwei Gautinger haben das Lernprogramm entwickelt.

Gauting – Für 90 Prozent der bayerischen Abiturienten sind die anstehenden Mathematik-Prüfungen der pure Horror. Das wissen Jurastudent Julian Dregger (19) und sein BWL-Kommilitone Paul Bäumler (18) teils aus eigener Erfahrung. Die Gautinger haben mit viel Aufwand „Abiretter“ entwickelt – und einen genauen Lernplan ins Netz gestellt. „Wer acht Wochen lang mit dem Programm jeden Tag eine Stunde Mathe lernt, hat am Prüfungstag keinen Stress“, verspricht Paul Bäumler.

Die Gautinger hatten ihre Abiturprüfungen hinter sich gebracht. Das war die Motivation, sich einen Sommer lang mit der Plattform „Abiretter“ zu beschäftigen. Ein Mathematiklehrer hat die beiden unterstützt. Das Erfolgsgeheimnis: Die „Retter“ nehmen ihren nachfolgenden Leidensgenossinnen und -genossen das Zeitmanagement ab. „Wir konzentrieren uns auf das Wesentliche“, erklärt Julian Dregger. Schrittweise behandeln die Tüftler in ihrer Anleitung für die Mathematik-Prüfung die Themen Analysis, Geometrie und Stochastik.

Paul Bäumler ist zwar ein Mathe-Ass. Er schaffte bei seiner eigenen Prüfung am Gautinger Otto-von-Taube-Gymnasium 14 Punkte, verpasste die Höchstbewertung 15 nur um einen Punkt. Dennoch hat der Betriebswirtschaftsstudent an der Elite-Universität St. Gallen Verständnis für die weit verbreitete Angst vor Mathe. Den meisten Schülern sei das Fach „zu abstrakt“. Aber in Bayern müsse jeder Abiturient da durch. Wer bei der Matheprüfung Null Punkte schreibe, rassele durch die Prüfung.

Dregger und Bäumler haben die Hauptprobleme erkannt: Mathe gilt als „uncool.“ Spätestens in der Pubertät hätten die meisten Gymnasiasten Lücken – „weil sie lieber Fußball spielen“, spricht Julian Dregger aus Erfahrung. Bis sechs Wochen vor dem Abi werde der umfangreiche Lehrplan für das Pflichtfach an den Gymnasien durchgepeitscht. Danach seien die Schüler auf sich allein gestellt. Teure Nachhilfelehrer und Ferienkurse seien die letzten Strohhalme – bislang. Denn: „Wir helfen den Schülern da raus“, erklärt „Abiretter“ Paul Bäumler

Die meisten Prüflinge hätten ein Zeitproblem. Die Plattform „Abiretter“ bietet einen exakten Zeitplan. „Acht Wochen lang jeden Tag eine Stunde Mathe pauken, dann hat man den Stoff intus“, versichert Bäumler. Im ersten Schritt werden Grundlagen wiederholt – wie Potenz-, Bruchrechnen oder wie man mit Funktionen und Graphen vorgeht. Jeden Tag mache der Schüler einen Haken hinter die Aufgabe – und habe statt Stress ein Erfolgserlebnis. „Geometrie und Stochastik hatte ich komplett richtig“, erzählt Julian Dregger von seiner eigenen Prüfung. Doch Analysis ging daneben. „Mit Abiretter hätte ich das hingekriegt“, ärgert sich der Jurastudent noch nachträglich.

Seit bald vier Monaten ist „Abiretter“ online. Die Lösung der Aufgaben wird Schritt für Schritt erklärt – auch im Video. Der Zugang auf 60 Stunden Lernmaterial kostet 67 Euro: „Deutlich weniger als 60 Stunden Nachhilfe. Da ist man mit weit mehr als 1000 Euro dabei“, rechnet Julian Dregger schnell im Kopf vor. Denn der Jurastudent ist jetzt auch in Mathe fit.

Christine Cless-Wesle

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