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Die Tempomessung mit Smileys zeigt in Gauting offenbar Wirkung. Die Radarkontrollen mit Sanktionen bei Verstößen waren zuletzt defizitär. 

Verkehrsüberwachung

Bei Tempokontrollen zahlt Gauting drauf

Die Überwachung des ruhenden und fließenden Verkehrs hat sich die finanzschwache Gemeinde Gauting im vorigen Jahr etwas kosten lassen. Unterm Strich blieb ein Defizit bei den Tempokontrollen. Parksünder sorgten für ein kleines Plus.

GautingWie effizient ist die Überwachung des ruhenden und fließenden Verkehrs in Gauting? Das wollte FDP-Gemeinderätin Britta Hundesrügge von der Gemeindeverwaltung wissen. Sie hatte nämlich in unserer Zeitung von den Personalproblemen des Zweckverbands Kommunales Dienstleistungszentrum Oberland gelesen, das die Verkehrsüberwachung für zahlreiche Kommunen besorgt, auch für Gauting. Für das noch nicht abgeschlossene Gesamtverkehrskonzept sei die Verkehrsüberwachung ein wichtiger Aspekt, meinte Hundesrügge. Deshalb wollte sie in der jüngsten Sitzung des Umwelt- und Verkehrsausschuss wissen, welche Wirkung der kostenträchtige Service des Zweckverbandes überhaupt habe. Sie persönlich verspreche sich von den Tempomessgeräten mit dem lächelnden Smiley bei Einhaltung der erlaubten Geschwindigkeit und dem traurig schauenden Gesicht bei Tempoverstößen einen größeren Effekt als von „temporären Kontrollen“ des zu bezahlenden Überwachungspersonals.

Die Disziplin der Gautinger Autofahrer sei in der Tat gestiegen, bestätigte Ordnungsamtsleiter Maximilian Donner. Er führe das auch auf zwei neu angeschaffte Tempomessgeräte zurück. Von Januar bis Juni 2018 sei der fließende Verkehr vom Zweckverband-Personal überwacht worden – mit 40 Stunden im Monat. Nach Fertigstellung des zweiten Bauabschnittes der Münchener Straße seien die Kontrollen auf 35 Wochenstunden reduziert worden. Beim ruhenden Verkehr habe der Zweckverband nur 85 Prozent seines Solls erfüllt – wegen „vorübergehenden Personalmangels“. Parksünder wurden in Gauting 2018 mit fast 16 000 Euro zur Kasse gebeten. Nach Abzug der Kosten blieben gut 500 Euro Überschuss, rechnete Donner vor. Bei den Tempokontrollen blieb die Gemeinde auf einem Minus von mehr als 3000 Euro sitzen – trotz Einnahmen von fast 55 000 Euro. In früheren Jahren sei das anders gewesen, räumte Donner ein. 2016 erwirtschaftete der Zweckverband durch Tempoüberwachung in Gauting noch ein Plus von 40 000 Euro. Das liege an der gestiegenen Disziplin der Automobilisten, aber auch daran, dass Gauting nach dem Urteil des Bayerischen Verwaltungsgerichts mehrere Tempo-30-Zonen verloren habe. Besonders viele Anzeigen gab es aktuell für Temposünder an Waldpromenade und Römerstraße, resümierte der Ordnungsamtsleiter.

Britta Hundesrügge forderte, die Überwachungsprotokolle ins Gesamtverkehrskonzept mit einfließen zu lassen. Bürgermeisterin Dr. Brigitte Kössinger sicherte das zu. Laut Rathaussprecher Maximilian Olberding wird im Herbst wieder eine öffentliche Bürger-Beteiligung zum Verkehrskonzept anberaumt.

Von Christine Cless-Wesle

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