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Das neue Programm stellten Ludwig Seuss, Hans-Georg Krause, Werner Gruban, Gabi Klingenstein, Désirée Raff, Markus Sternagel und Amelie Krause (v.l.) vor. 

Theaterforum Gauting

Zweimal kommt der Stier ins Bosco

Die neue Spielzeit des Gautinger Theaterforums startet zwar erst Mitte September. Aber die Neugier bei den kulturinteressierten Menschen ist derart groß, dass gut 50 Zaungäste bei der Vorstellung des neuen Programms in die Besucherreihen des Bosco drängten. Der Vorverkauf startet bereits am Samstag, 8. Juli.

Gauting – Ein großes Glück für die Kulturgemeinde: In Gauting leben hochkarätige Musiker wie die Weltklasse-Geigerin Julia Fischer oder Ludwig Seuss von der legendären Spider Murphy Gang. Das Theaterforum kann deshalb einen Teil seines hochkarätigen Programms mit Wümtalern bestreiten. Von 285 Künstlern, die in der kommenden Saison bei 92 Veranstaltungen auf der Bosco-Bühne stehen werden, stammen allein 17 aus Gauting, freute sich Bosco-Managerin Amelie Krause bei der Programm-Vorstellung.

Zum Auftakt der Spielzeitmit dem Konzert „Di Farykte Kapelle“ am Freitag, 15. September, präsentiert die erst 17-jährige, schon preisgekrönte Gautinger Fotografin Sophie Image ihre Schwarz-Weiß-Werke „Kontraste.“

„Suchend lass ich mich finden – Vom Suchen und Versuchen“ – dieses Wortspiel hat der Vize-Vorsitzende des Theaterforums, Werner Gruban, dem Programm 2017/18 vorangestellt. Zum ersten Mal wird der „Lyrik-Stier“ für eine Mischung aus Poetry Slam und Dichterlesung vom Bosco-Publikum vergeben. Auch der vierte Gautinger Literaturwettbewerb „Europa, wo bist du?“ bringt den Stier ins Bosco. Denn in der griechischen Mythologie war Europa eine libanesische Prinzessin, die Göttervater Zeus in einen Stier verwandelt und übers Meer in den Norden geschickt hatte. Wettbewerbstexte zur europäischen Idee können ambitionierte Literaten noch bis zum 22. Oktober im Bosco einreichen. Das Literaturfest mit den Preisträgern geht am 8. Dezember über die Bühne.

„Der Stoff geht uns nie aus“, erläutert Gruban die vergnügliche Reihe „Ich und die Welt“ mit dem urbayerischen Gautinger Literaten Gerd Holzheimer. Im philosophischen Café wird das Publikum über „Moral, Macht und Ohnmacht“ mit Professor Joachim Kunstmann debattieren. In der Reihe „Heimspiel“ bietet Gabriele Klingenstein das beliebte Mitsing-Konzert an.

Den Ruhm Gautings als Musik-Gemeinde hat Rainer A. Köhler begründet: In der Abo-Reihe seines Klassikforums werden Solisten der Berliner Philharmoniker am Sonntag, 1. Oktober, zum 19. Mal in Gauting konzertieren. Und am 16. Dezember wird das gefeierte NeoBarock-Ensemble mit Händel und Bach auf Weihnachten einstimmen.

„Ausverkauftes Schauspiel ist unser Herzstück“, bekennt Hans-Georg Krause, Leiter des Theaterforums. Doch diese Sparte sei leider auch teurer Luxus. Trotzdem holt Krause das Theater an der Ruhr mit „Peer Gynt“ nach Gauting. Das renommierte Münchener Metropol-Theater inszeniert „Der gute Tod“. Ergänzend zum Schauspiel im Bosco läuft im Kino Breitwand „Mia Madre“ von Gianni Moretti.

Mit den Solo-Geigerinnen Julia Fischer und Lena Neudauer (beide aus Gauting) ist das Kinderkonzert „Karneval der Tiere“ am 10. Oktober hochkarätig besetzt. Stets ausgebuchtes Kabarett: am 17. November „Der Damenwal“ mit Faltsch Wagoni. Jazz, Vielklang und die neue Reihe „Architektur-Sichten“ runden das Programm im Bosco ab. Am Montag, 23. Oktober, sprechen Architekt Benedikt Sunder-Plassmann und sein Gautinger Kollege Dr. Andreas Romero über „Ideen zum Gautinger Bahnhof.“

Schwungvolles Finale: Mit astreinem Boogie stimmten Ludwig Seuss (Piano/Vocals), Manfred Mildenberger (Drums) und Saxophonist Tom Förster auf die nächste Bosco-Saison ein – und auf den Auftritt der Spider Murphy Gang am 8. März 2018.

Karten im Vorverkauf werden seit 1. Juli den aktuell 446 Fördermitgliedern des Bosco angeboten. Das restliche Publikum darf sich ab Samstag, 8. Juli, 10 Uhr, mit Karten eindecken.

Christine Cless-Wesle

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