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Am Amtsgericht Starnberg kommt eine Tierärztin wegen Unfallflucht mit einem blauen Auge davon.

Aus dem Gerichtssaal

Richter lässt bei Tierärztin Milde walten

Das unvorsichtige Ausparkmanöver einer Audi-Fahrerin blieb nicht unbemerkt. Dieser Tage musste sich die Tierärztin wegen Unfallflucht vor dem Starnberger Amtsgericht verantworten. Obwohl die 43-Jährige bis zuletzt bei ihrer Einlassung blieb, sie habe die Streifkollision nicht bemerkt, kam sie um eine Verurteilung nicht herum.

Gauting – Anfang März 2017 bestieg die Starnbergerin nach dem Training im Gautinger Fitnesscenter ihren Audi und setzte rückwärts aus der Parklücke. Dabei rammte sie mit ihrem Wagen derart heftig einen Mini, dass dieser einen Schaden von gut 4700 Euro davontrug. Im Gerichtssaal wirkte die Tierärztin durchaus integer und glaubhaft, als sie versicherte: „Ich habe es nicht gemerkt. Wenn ich es gemerkt hätte, dann hätte ich es gemeldet. Ich bin versichert.“

Der schwere Schaden an der Fahrertür des Mini sowie das eindeutige Sachverständigengutachten sprachen jedoch eine andere Sprache. Zudem hatte ein 26-jähriger Oberbrunner die Kollision auf dem Parkplatz Reismühle eindeutig wahrgenommen, obwohl er einige Meter weit entfernt selber im Auto saß: „Ich habe quietschende und krachende Geräusche gehört und mir dann das Kennzeichen des Audi gemerkt.“ Laut Gutachten eines Sachverständigen hätte man die Kollision selbst bei laufendem Radio hören müssen. Für den Staatsanwalt blieb deshalb nur ein Schluss übrig: „Der Unfall muss bemerkbar gewesen sein.“

Für die angeklagte Vielfahrerin stand damit viel auf dem Spiel. Immerhin drohte der Strafbefehl mit einem Führerscheinentzug nebst siebenmonatiger Führerscheinsperre. Für die Landtierärztin, die im Jahr rund 40 000 Kilometer fährt, ein Desaster. Richter Franz von Hunoltstein drückte ein Auge zu und beließ es bei einem dreimonatigen Fahrverbot. Zudem verhängte er eine Geldstrafe von 50 Tagessätzen à 90 Euro.

Zur Urteilsbegründung ließ von Hunoltstein wissen: „Dass die Angeklagte heute einen sehr guten Eindruck gemacht hat, das ist gar keine Frage. Ich halte es aber für unmöglich, dass sie den Unfall nicht bemerkt hat.“ Für die geschädigte Mini-Fahrerin gab es bereits im Vorfeld des Prozesses ein glückliches Ende. Im Zeugenstand erklärte die 20-jährige Studentin: „Hinsichtlich der Reparatur meines Autos ist alles abgewickelt.“ 

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