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Fröhlich waren die Mienen noch bei der Eröffnung im Sommerbad Gauting. doch die Besucherzahlen sind schlecht.

Bilanz 2019

Trotz Super-Sommer: Weniger Besucher im Gautinger Bad

Die neue Saison naht, doch erst dieser Tage wurde die Sommerbad-Bilanz 2019 in Gauting bekannt – und die ist schlecht. Trotz guten Wetters mit 40 Grad heißen Sonnentagen im Juni und Juli kamen erheblich weniger Badegäste als erwartet.

Gauting – Im Gegensatz zum Rekordjahr 2018 mit insgesamt 70 255 Badegästen sank die Besucherzahl auf nur noch 58 257 Personen – ein Minus von mehr als 17 Prozent. Einen Trend zum Baden in Seen habe es bayernweit gegeben, erklärte der technische Leiter Christian Ruhdorfer bei der Gemeinderatssitzung am Dienstagabend die Gründe für den Einbruch.

Im Rekord-Sommer 2018 waren an 23 Tagen mehr als 1000 Besucher gezählt worden. 2019 waren es nur 19 solcher Spitzentage. „Spitzentage waren der 1. Juni und der 1. Juli“, sagte Ruhdorfer im Rückblick. An 79 Tagen kamen weniger als 500 Besucher. Ab Mitte Juli verebbte der Strom der Badegäste. Einbrüche bescherte der nasse August. Kinder und Jugendliche aus den örtlichen Kindergärten oder Schulen, die Schwimmschule des Gautinger Sportclubs (GSC), die Seaworld-Tauch-Schule Stockdorf, die Schwimmschule des Ex-Olympioniken Steffen Pilz und die BRK-Wasserwacht Pilsensee nutzten die gepflegte Gautinger Sport- und Freizeit-Anlage mit Sprungturm, Beachvolleyball-Platz und Baumschatten-Liege-Wiese. Tobias McFadden (Piratenpartei) bedauerte ausdrücklich den Rückgang der Besucherzahlen. Seine Befürchtung, dass die von 5 auf 6 Euro erhöhten Preise für Tagestickets die Bad-Besucher nur abschreckten, habe sich bestätigt.

Das Defizit, das die Gemeinde auszugleichen hatte, lag in der vergangenen Saison bei knapp 273 000 Euro. Die Einnahmen aus Eintrittsgeldern summierten sich auf fast 204 000 Euro, die Ausgaben lagen bei 476 000 Euro, erläuterte der technische Leiter. Denn 2019 wurde der gesamte Beckenkopf des 50-Meter-Sportbeckens samt Armaturen erneuert. Das Defizit lag etwa auf dem Niveau von 2018 und unter dem von 2017.

Wasserspielplatz ab Sommer 2020 

Und in der Saison 2020? „Unser erster Badegast“, scherzte Ruhdorfer und zeigte ein Bild einer Ente aus der nahen Würm, die einsam im 50-Meter-Sport-Becken schwamm. Im Ernst: Ganz neu wird in der kommenden Saison der Wasserspielplatz sein, der bis zum Sommer fertiggestellt sein soll. Die Wasserqualität im Kinderplantschbecken, in dem sich nachts auch Enten tummeln und Hinterlassenschaften bleiben, „war nicht mehr sicher, aber nie bedenklich“. Deshalb wird die bereits vorgestellte Beton-Felslandschaft als Wasserspielpatz angelegt. Die Abbrucharbeiten haben bereits begonnen. Nur der Becken-Grundkörper aus Beton bleibe erhalten. Im rückwärtigen Liegewiesen-Bereich im Süden wurde vorübergehend eine Zufahrt für Baufahrzeuge angelegt. Ende April rücke dann der erfahrene Betonkünstler an und gestalte die Felsformation mit attraktiven Wasserspielen für Kinder.

„Was passiert dann mit der Liegewiese?“, wollte Gemeinderat Wolfgang Meiler (BiG) wissen. Über die befestigte Zufahrt komme vor Saisonstart eine Drahtschicht mit Substrat und Rasen, erklärte der technische Leiter. Denn: „Wir können nicht mit dem Hubschrauber zur Baustelle.“ Gegen Ende der Arbeiten platziere der Betonbauer dann einen Silo im Kassenbereich, so Ruhdorfer weiter. Von dort werde der Beton über die Eingangstreppe direkt zur künftigen Felslandschaft geleitet.

Christine Cless-Wesle

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