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Gautings Wirtschaftsförderer Dr. Fabian Kühnel-Widmann hat eine Umfrage zum Einkaufsverhalten der Bürger gestartet. (Symbolbild)

Hohe Beteiligung erhofft

Umfrage zum Einkaufsverhalten unter Bürgern in Gauting gestartet

„Gauting entwickelt sich“ heißt eine Umfrage, die nun in Gauting gestartet wurde. Es geht um das Einkaufsverhalten der Bürger. Im Internet keimt Kritik auf.

Gauting – Unter dem Titel „Gauting entwickelt sich“ hat Gautings Wirtschaftsförderer Dr. Fabian Kühnel-Widmann eine Umfrage zum Einkaufsverhalten der Bürger gestartet. Hintergrund sind laufende Projekte, etwa die im Bau befindlichen Edeka- und dm-Drogerie-Märkte am Bahnhof oder der geplante Vollsortimenter am ehemaligen AOA-Gelände. Auch unten am Hauptplatz auf dem Grundstück der abgerissenen Bergmoser-Villa entstehen neue Ladenflächen.

In der Haushaltsbefragung – die Fragebogen wurden vorige Woche verteilt – sind die Gautinger zum Mitmachen aufgefordert. „Mit Ihrer Antwort tragen Sie zur Erstellung einer aussagekräftigen Analyse bei, die dem Gemeinderat sowie der Verwaltung dient, die Nachfrage im Gautinger Einzelhandel besser zu verstehen“, appelliert Kühnel-Widmann und bedankt sich schon vorab „für Ihren treuen Einkauf am Ort bei unseren Händlerinnen und Händlern“.

Nachbargemeinden beneiden Gauting

Die Nachbargemeinden beneideten Gauting für seine Läden mitten im Ort statt auf der grünen Wiese. Wie sich das Geschäftsleben am Ort in Zukunft weiter entwickeln soll, will die Gemeinde über die Befragung herausfinden. Laut einer von Wirtschaftsgeograf Dr. Ralf Popien im Gemeinderat Anfang Oktober vorgestellten Studie leidet Gauting „unter einem Kaufkraftabfluss von 49 Prozent“. Statt der in dieser Größe im Bundesdurchschnitt üblichen 4,1 Lebensmittel-Discounter habe Gauting nur zwei.

„Zuletzt hat die CIMA im August 2011 ein Einzelhandelskonzept für die Gemeinde vorgelegt“, erinnert der Standortförderer. Im Januar 2014 folgte die konkrete CIMA-Analyse zum Ortskernmanagement. Mit der neuen Befragung werden die Ergebnisse von damals aktualisiert. „300 ausgefüllte Fragebögen haben wir schon gesichtet“, freut sich Kühnel-Widmann über die gute Rücklaufquote.

Vermissen Gautinger Bürger bestimmte Geschäfte?

„Gibt es bestimmte Geschäfte, Einrichtungen, die Sie in Gauting vermissen?“, lautet zum Beispiel eine Frage. Wie zuvor bei der CIMA-Analyse standen wieder ein Sportartikelgeschäft, ein kombinierter Eisenwaren- und Haushaltswarenladen, ein Geschäft mit frischem Fisch und Meeresfrüchten sowie ein Käseladen oben auf der Wunschliste. Doch ein Sportgeschäft benötige mindestens 300 bis 500 Quadratmeter Fläche, erklärt Kühnel-Widmann. Deshalb habe er einem Interessenten den leeren Laden der ehemaligen Textil-Discounter-Filiale am südlichen Hauptplatz empfohlen. Einig wurde man sich nicht.

Wegen der nahen Konkurrenz zum Hagebaumarkt in Starnberg werde es wohl auch mit der Ansiedlung eines Eisen-/Haushaltswaren-Ladens nicht ganz einfach. Er habe auch Anfragen von Bürgern aus dem Caritas-Seniorenzentrum Marienstift an der Schulstraße, die sich ein ebenerdig erreichbares Sanitätshaus wünschten.

Sportgeschäft, Fischladen und Aldi auf Wunschzettel

Mit den Ergebnissen der Hausbefragung „haben wir dafür eine verlässliche Daten-Grundlage“, erklärt er. Bei einer privaten, ergänzenden Online-Umfrage auf Facebook am Wochenende votierten 91 Stimmen für ein Sportgeschäft, 59 für einen Haushaltswarenladen, gleich 42 für einen Aldi-Discounter, 40 für das Sortiment frischer Fisch/Meeresfrüchte und 38 für einen Baumarkt.

Noch bis 30. November können sich Gautinger Haushalte an der schriftlichen Befragung der Gemeinde zu ihrem Einkaufsverhalten beteiligen. Wer keinen Fragebogen erhalten hat, kann sich an die Gemeinde unter E-Mail post.standort@gauting.de wenden. Auch im Rathaus und im Bürgerbüro Stockdorf liegen Formulare bereit, sagt Kühnel-Widmann.

Kritik im Internet: „Warum geht das nicht gleich online?“

Dass der Wirtschaftsförderer die gedruckten Fragebögen einem Wochenblatt hatte beilegen lassen, stößt im Netz auf Kritik: „Ich hätte gern mitgemacht“, schreibt ein User bei Facebook, aber: Das Anzeigenblatt lande in der Regel erst gar nicht in seinem Briefkasten oder aber gleich im Altpapier. „Warum geht das nicht gleich online?“, fragt sich daher der Gautinger.

Christine Cless-Wesle

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