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Die Containersiedlung in Gauting.

Umzug in Gauting hat funktioniert

Asyl: Die letzten Container im Landkreis sind bezogen

Es ist vollbracht. Die 85 Flüchtlinge, die bislang im verwaisten AOA-Fabrikgebäude untergebracht waren, haben endlich ihre neue Container-Unterkunft am Penny-Kreisel beziehen können.

Gauting „Es ist sehr gut gelaufen“, freut sich Hans Wilhelm Knape. Insgesamt 85 aus ihrer Heimat geflüchtete Menschen sind in die letzte Container-Anlage gezogen, die im Landkreis in Betrieb genommen wurde – am Penny-Kreisel an der Pentenrieder Straße. Nur eine afghanische Großfamilie mit drei Generationen müsse im neuen Heim enger zusammenrücken, weiß Knape.

Je 20 Personen waren von Mitarbeitern des Landratsamtes schon in den Pfingstferien in die neue Anlage gebracht worden. „Logistisch war das sehr gut vorbereitet“, lobt Knape. Nur wenige Tage, nachdem sich die Gautinger Bürger die Anlage und ihre Einrichtung bei einem Tag der offenen Tür genauer anschauen konnten. So war es in allen anderen Anlagen dieser Art auch gehalten worden. Und trotzdem hatte Kreisbaumeister Dr. Christian Kühnel auch diesmal wieder alle Hände voll zu tun gehabt, Fragen zu beantworten.

Ein skeptischer Anwohner aus Gauting West wollte zum Beispiel wissen, warum der Landkreis die schon im Skelett aufgebaute Maschinenhalle an der Leutstettener Straße in Gauting Süd wieder beseitigen ließ. „Das wäre für uns eine wirtschaftliche Katastrophe geworden“, antwortete der Kreisbaumeister. Weil die Regierung nach dem großen Flüchtlings-Ansturm von 2015 ihre Marschroute änderte. „Uns wurde die Finanzierung für die temporäre Unterbringung mit Sicherheitsdienst in der Maschinenhalle gestrichen.“ Die Container-Lösung sei nachhaltig, betonte der Kreisbaumeister. Wie alle anderen Anlagen dieser Art sei auch diese nur eine begrenzte Lösung für einige Jahre.

2,3 Millionen Euro kostete sie, sie ist mit Brandschutz gesichert und voll möbliert. „Das ist besser hier. Wir machen die Tür zu, und die Familie ist für sich“, freute sich der afghanische Dreifach-Vater Karim vom Gartenteam über das Zwei-Zimmer-Appartement mit eigener Küche, eigenem Bad und Stockbetten für bis zu sechs Personen. Die Liegenschaft wird wie alle anderen Container-Anlagen nicht weiter vom Landratsamt Starnberg, sondern von der Regierung von Oberbayern betrieben.

Der Umzug erfolgte in drei Etappen. Die von der Regierung beauftragte Organisation „European Home Care“ hat Betreuer vor Ort, die die Asylbewerber zum Beispiel beim Entziffern von Behördenschreiben und beim Ummelden auf die neue Adresse unterstützt, sagt Knape. Direkt vor ihrer Haustür, in einem dafür vorgesehenen Container, können die ehrenamtlichen Lehrer den Deutschunterricht für die Bewohner nun fortsetzen.

„Neben der Anlage hat uns die Gemeinde Gauting ihren Grünstreifen für Fußball zur Verfügung gestellt“, freut sich Knape weiter. Wie zuvor am früheren Standort Apparatebau werden die ehrenamtlichen Helfer dort gemeinsam mit Asylbewerbern Gemüse anbauen. Auch die betreute Fahrrad- und PC-Werkstatt von Knapes Entwicklungsfirma „Grain“ läuft weiter.

Ungebrochen sei die Einsatzfreude des Gautinger Helferteams, sagt Knape. Nur zwei von rund 50 Ehrenamtlichen hätten nach dem Umzug von Apparatebau in die weiter entfernt liegende Anlage am Ortsrand West ihren unbezahlten Job an den Nagel gehängt. Aber damit ließe sich arbeiten. Das Umfeld stimmt.     cc

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